Verteilungskampf Europa und die Flüchtlingsfrage
Afrikanische Flüchtlinge versuchen in Marokko über einen Zaun in die spanische Enklave Mellina zu kommen - und damit in die Europäische Union. Rund 239.000 Flüchtlinge haben im ersten Halbjahr von 2014 Asyl in der EU beantragt.
Die sogenannte Dublin-Verordnung regelt, welches Land in Europa für einen Flüchtling zuständig ist - nämlich das EU-Land, das der Flüchtling nachweislich zuerst betreten hat.
Die afrikanischen Flüchtlinge versuchen mit Booten übers Mittelmeer auf die italienische Insel Lampedusa zu gelangen, die nahe der Küste Tunesiens liegt.
Flüchtlinge vor der Küste Siziliens: Mehr als 100.000 Menschen sind auf diese Weise in diesem Jahr nach Italien gelangt.
Nordirak: Doch auch aus anderen Ländern und Krisenregionen kommen Flüchtlinge nach Europa. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" und der Bürgerkrieg in Syrien haben Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben.
Doch wie verteilt man die Flüchtlinge gerecht innerhalb der EU? Über diese Frage streiten die Innenminister der 28 Länder seit Monaten. Thomas de Maizière forderte jüngst eine Aufnahmequote, die sich auch an der Einwohnerzahl errechnet.
Nach einem ähnlichen Verfahren verteilen schon heute die deutschen Behörden Asylbewerber auf die Bundesländer: Der sogenannte Königsteiner Schlüssel richtet sich nach der Einwohnerzahl und dem Steueraufkommen eines Bundeslandes. In Bayern (im Bild) haben die Behörden allerdings derzeit größte Probleme, die Flüchtlingslage zu bewältigen.
Demonstranten im Camp von Sudan-Flüchtlingen in Hannover: Die meisten Flüchtlinge verteilen sich übrigens auf Länder außerhalb Europas. Nach Schätzungen der Uno waren Ende 2013 rund 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Tendenz steigend.