Flüchtlingsdrama im Mittelmeer Endstation Zypern
Die zyprische Polizei hat Hunderte Flüchtlinge aus Syrien dazu gezwungen, das Kreuzfahrtschiff «Salamis Filoxenia» im Hafen von Limassol zu verlassen. Die Flüchtlinge waren am Donnerstag rund 50 Seemeilen südwestlich von Zypern bei starkem Seegang an Bord des zyprischen Schiffes genommen worden.
Die Nachrichtenseite Famagusta Gazette meldet, nach Verhandlungen in der Nacht sei die Operation, die Flüchtlinge von Bord zu geleiten, um 7 Uhr morgens beendet worden.
Freiwillig wollten die Flüchtlinge das Kreuzfahrtschiff "Salamis Filoxenia" nicht verlassen: Von den 345 Geretteten wollten nur 65 von Bord gehen.
Syrische Flüchtlinge verlassen im zyprischen Hafen von Limassol die "Salamis Filoxenia". Sie waren am Donnerstag mit ihrem Boot 50 Seemeilen südwestlich von Zypern in schwere Seenot geraten.
Das Boot der im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge: In diesem Jahr sind laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 3000 Menschen beim Versuch ums Leben gekommen, übers Meer einem der Konflikte in Afrika und dem Nahen Osten zu entfliehen.
Sicherheitskräfte vor der "Salamis Filoxenia" im zyprischen Limassol: Die Polizei zwang schließlich alle Flüchtlinge, das Kreuzfahrtschiff in Zypern zu verlassen.
Dieses Foto des zyprischen Verteidigungsministeriums zeigt, in welchem Zustand das Boot der Flüchtlinge am Donnerstag im Mittelmeer entdeckt wurde: Es war völlig überfüllt und in Seenot geraten.
Insgesamt rettete die Schiffsbesatzung der "Salamis Filoxenia" daraufhin 345 Flüchtlinge aus Syrien aus dem Boot.
Dramatische Aktion im Mittelmeer: Dieses Foto zeigt, wie die Flüchtlinge an Bord des Kreuzfahrtschiffs kamen.
Die Flüchtlinge wurden nach Polizeiangaben in ein Aufnahmelager nahe Nikosia gebracht und erhielten dort medizinische Hilfe.
280 Gerettete hatten sich geweigert, das Kreuzfahrtschiff in Zypern zu verlassen. Sie wollten nach Italien gebracht werden. Beide Länder sind EU-Staaten, Zypern liegt jedoch isoliert nur rund 300 Kilometer vor der syrischen Küste.