Douglas DC-3 Die Mutter aller Linienflieger
Neuer Verwendungszweck: Bald nach Kriegsende bekamen die zahlreichen C-47 eine neue Aufgabe: Als "Rosinenbomber" durchbrachen die Douglas-Flieger die sowjetische Blockade Berlins.
Fronteinsatz: Bis in die jüngste Vergangenheit kamen DC-3 auch militärisch zum Einsatz. Im Kongo diente diese Maschine noch 1997 als Truppentransporter.
Evergreen: Die US-Küstenwache setzt noch heute auf die DC-3 - in einer modernisierten Variante. Hier wird einer der Flieger eingesetzt, um nach der Deepwater-Horizon-Katastrophe Chemikalien zur Ölbindung auszubringen.
Luftbrücke: Vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 konnte Westberlin nur aus der Luft versorgt werden. Erstmals traf die DC-3 dabei auf ihre Grenzen. Wegen ihrer geringen Ladekapazität von nur drei Tonnen wurden die Maschinen bald durch viermotorige Douglas C-54 Skymaster (hier im Bild zu sehen) ersetzt.
Landwirtschaftliches Nutzflugzeug: Noch immer werden zahlreiche originale DC-3 aus dem Zweiten Weltkrieg als Sprühflugzeuge eingesetzt. Insgesamt sollen noch deutlich über hundert Maschinen regulär im Einsatz sein. Alle Varianten einbezogen fliegen wahrscheinlich noch rund 180 der klassischen Maschinen.
Flugzeug-Boom: Wer zu Beginn der Dreißigerjahre an Passagier-Luftfahrt dachte, meinte damit vornehmlich noch Zeppeline. Schon bald aber sollte die katastrophale Explosion der Hindenburg (hier im Hintergrund) am 6. Mai 1937 die Karten völlig neu mischen. Die DC-3 stand bereit, die wachsende Nachfrage nach Lufttransport per Flugzeug zu bedienen.
DC-3 heute: Zu einer "Basler Turbo 67" umgebaut steht ein auf der DC-3 basierendes Forschungsflugzeug des Alfred Wegener Instituts in den Bergen der Antarktis. Experten behaupten, es gäbe bis heute kein besseres Flugzeug für Einsätze unter solchen Extrembedingungen.
Modifiziert: Die C-47 Skytrain war die höchst flexible Militärversion der DC-3. Mit Kriegsbeginn wurde sie zum häufigsten Großflugzeug aller Zeiten. Allein von der C-47 wurden rund zehntausend Maschinen gebaut.
Beliebt: Der Zuwachs an Geschwindigkeit und Komfort durch die Einführung der DC-3 sprach sich schnell herum. Von 1937 bis 1938 verfünffachten sich die Passagierzahlen im zivilen Luftverkehr der USA - vor allem durch den Siegeszug der DC-3. 1938 flogen in den USA erstmals mehr als eine Million Menschen.
Kriegsversion C-47: Wie in vielen Ländern ließ sich die Nachfrage nach Rüstungsgütern nur noch durch eine weitgehende Mobilisierung auch der zivilen Bevölkerung bedienen. Hier montieren Frauen eines der Triebwerke einer DC-3 - bis zur Vorkriegszeit ein reiner "Männerjob".
"Kurana" über Melbourne: In den ersten Jahren nannte man die Maschinen vorzugsweise bei ihren "Taufnamen" - wie bei Schiffen üblich. Für Australien bedeutete die Einführung der DC-3 ab 1937 eine kleine Revolution, sie machte die Weiten des Landes überbrückbar.
Vergleichsweise unkompliziert: Die Douglas DC-3 "Dakota" galt als - für die Maßstäbe der Zeit - ungewöhnlich leicht zu fliegende Maschine. Das bescherte ihr anhaltenden Erfolg, obwohl sie durch die technische Entwicklung bald abgehängt wurde: Schon 1938 stellte Boeing mit der 307 das erste Flugzeug mit Druckkabine vor - mit Raum für 33 Passagiere. Douglas parierte mit der DC-4 - und Raum für 52 Passagiere.
Erfolgsmodell: Von der pragmatischen DC-3 wurden innerhalb weniger Jahre mehrere Hundert Maschinen gebaut. Als sich Ende der Dreißigerjahre Krieg in Europa ankündigte, explodierte die Nachfrage. Bei Douglas rollte nun nicht nur der Rubel: Die Firma belieferte neben Russland unter anderem Frankreich, Deutschland, die Niederlande - zum bis zu eineinhalbfachen Preis für die Exportmaschinen.
Historischer Einsatz: In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurde die C-47/DC-3 zunehmend als Transporter für Fallschirmjäger eingesetzt. Allein bei der Invasion der Normandie am D-Day, dem 6. Juni 1944, kamen mehr als tausend Maschinen zum Einsatz.
Schöpfer: 1934 bekam Arthur Raymond den Auftrag, für Douglas ein ziviles Fracht- und Passagierflugzeug zu bauen. Auf dem Vorgängermodell DC-2 aufsetzend schuf er den größten Flieger seiner Zeit, die DC-3 - auf Kundenwunsch auch mit Betten statt Sitzen, für luxuriöse Nachtflüge.
Unverwüstlich: Bis 2010 flog auch in Berlin ein nostalgischer "Rosinenbomber" vom Typ DC-3 - und wurde dann bei einem Unfall beschädigt. Inzwischen wurde die Maschine ersetzt, ihre Restauration läuft noch.