Flutkatastrophe in Pakistan Das Elend der Flüchtlinge
Auf Traktoren, Eselskarren, mit Autos und zu Fuß bringen sich die Menschen in den Hochwassergebieten von Pakistan in Sicherheit. Nachdem zunächst die Stadt Muzaffargarh in der Provinz Punjab evakuiert worden war, bedrohen die Wassermassen nun die 400.000-Einwohner-Stadt Jacobabad im Süden des Landes.
Einwohner aus Baseera kämpfen sich durch die hüfthohen Fluten. Das Wasser hat ihnen alles genommen. Für viele bleibt das einzige Ziel, zumindest ihre Schuhe trocken zu halten.
Flüchtlinge drängen sich dicht an dicht auf einem Treckeranhänger. Neue heftige Regenfälle und eine zweite Flutwelle erschweren die Flucht zusätzlich.
Inzwischen ist in den Überflutungsgebieten die Seuchengefahr gestiegen. Zwar konnte ein Ausbruch der Cholera bislang nicht bestätigt werden, doch laut Uno gibt es 36.000 Verdachtsfälle auf eine tödlich verlaufende Form von Durchfall.
Diese Männer haben ihre Besitztümer auf ihren Pick-up geladen und fliehen vor dem Wasser. Andere haben resigniert und weigern sich aus Angst um ihr Hab und Gut, ihre Häuser zu verlassen.
Der Treck der Verlorenen. Die Straßen sind längst nicht mehr als solche zu erkennen, die Menschen folgen auf ihrer Flucht einfach ihren Vordermännern.
Die Vereinten Nationen haben angesichts des Flüchtlingselends eine schnellere Hilfe der Weltgemeinschaft angemahnt. In einem Spendenaufruf forderte die Uno bei ihren 192 Mitgliedstaaten 459 Millionen Dollar (352 Millionen Euro) Soforthilfe an.
Wer keinen Platz auf einem Gefährt ergattern konnte, flieht zu Fuß, die wenigen Habseligkeiten, die noch geblieben sind, auf dem Kopf.
Hilflos, verloren, verstört: Ein Junge hält sein kleines Geschwisterchen im Arm, während er auf die Verteilung von Hilfsgütern wartet.
Das Gebiet nahe der Stadt Muzaffargarh steht völlig unter Wasser. Die Überschwemmungen sind die größte Katastrophe in der Geschichte Pakistans. Nach Schätzungen der Uno sind 14 Millionen Menschen von der Flut betroffen, sechs Millionen von ihnen brauchen dringend Hilfe.
Während Präsident Asif Ali Zardari durch seine umstrittene Auslandsreise während der Katastrophe viel Kredit eingebüßt hat, profiliert sich das Militär als Retter in der Not. Rund 60.000 pakistanische Soldaten sind im Einsatz, um das Elend zu lindern.