Spanische Schuldenkrise Der Frust der Forscher
Ihr Leben steckt in diesen Ordnern: Die spanische Astrophysikerin Amaya Moro-Martín, 38, kehrte vor fünf Jahren in ihre Heimat zurück - damals wurde ihre eine feste Stelle versprochen. Doch daraus wurde nichts, die Schuldenkrise trifft Universitäten und wissenschaftliche Zentren hart. Ihre Zeugnisse und Dokumente seien jetzt nutzlos, sagt Moro-Martín. mehr...
Das Astrobiologische Zentrum gehört zur CSIC, der größten staatlichen Forschungseinrichtung Spaniens. Ende Juli protestierten zweihundert Menschen vor dem Wirtschaftsministerium in Madrid. Sie hatten 240.000 Unterschriften gesammelt, mit denen die Rettung des CSIC gefordert wird.
Wissenschaftler am CSIC: Weil das Geld fehlt, schreiben öffentliche Forschungseinrichtungen in Spanien kaum noch feste Stellen aus. Einige Wissenschaftler arbeiten sogar ohne Bezahlung - obwohl das nicht erlaubt ist.
"Ohne Forschung keine Zukunft", steht auf den Plakaten der Demonstranten. Auch die Studenten leiden unter der Krise: Rund 30.000 von ihnen droht der Verlust des Studienplatzes, weil sie die Gebühren für die Einschreibung oder Rückmeldung nicht zahlen können, meldet die Zeitung "El País".
Hirn zeigen: Ein junger Forscher bei den Protesten. "Der ständige Kampf um Projekte und Gelder, die Zahlungsverzögerungen und die finanzielle Unsicherheit nehmen einem auf die Dauer alle Motivation", berichtet ein anderer.