Fotografin Hadley Hudson Bei Models im Schlafzimmer
Priscilla trägt auch in ihrer Wohnung in Paris Ledermini und sexy Strümpfe. Sie ist eines der Models, die sich von Hadley Hudson abseits von perfekt ausgeleuchteten Studios fotografieren ließen. Ihre Hausbesuche bei jungen Nachwuchsmodels startete Hudson 2008. Aus dem Jahr stammt auch der Schnappschuss der rauchenden Priscilla.
Nach der Arbeit erst einmal ein Wodka: In einem Pariser Hotel fing Hudson diesen Moment ein, der Model Jacob erschöpft und entrückt zugleich wirken lässt. Zumindest räumt das Foto mit dem Vorurteil auf, dass sich Models nur von Wasser und Obst ernähren. Cola, Cornflakes, Chips und Zigaretten tun es offensichtlich auch.
Ist das noch privat oder schon die nächste Pose? Charlie wirkt im Apartment seiner Eltern in Brooklyn vor Boxsack und großer Nationalflagge besonders zart und fragil. Daran ändern auch Bandagen und Tätowierungen nichts.
Wenn man schon mit anderen Jungs das Zimmer teilen und im Hochbett schlafen muss, dann wenigstens mit ganz lässigem Stil. Dachten sich vielleicht diese Models, die Hadley Hudson in ihrer Wohngemeinschaft in New York besuchte und fotografierte.
Auch Conor lebt in einer Model-WG in New York und scheint dort genau so viel Wert auf sein Aussehen zu legen wie auf dem Laufsteg. Mit Tanktop und schmaler Jeans wirkt er noch zarter und androgyner. Sein Zimmergenosse lässt sich durch das improvisierte Fotoshooting nicht ablenken. Oder doch?
Ob Giedre gerade erst in ihr Apartment an der New Yorker Wall Street eingezogen ist oder ob sie ihre Zelte abbricht, bleibt unklar. Sicher ist nur: Auch zu Hause wirft sie sich gerne in Schale, wenn sie ein Glas Wein trinkt. Hadley Hudson fotografierte für ihr Buch alle Models in ihren eigenen Kleidern. Die scheinen sich in Giedres Fall jedenfalls kaum von ihrer Arbeitskleidung zu unterscheiden.
So könnte Adrien auch in einer Calvin-Klein-Kampagne posieren: Der Blick gedankenverloren, die Pose betont unbekümmert. Die Fotos an der Wand seines Zimmers in der Pariser Wohnung seiner Mutter verleihen dem Ganzen noch eine Prise Retro-Charme.
Als eines der wenigen Models, die Hadley Hudson für ihren Bildband fotografierte, scheint Scott wirklich die Kamera vergessen zu haben: Er ist in ein Videospiel versunken. Auch sein Speiseplan scheint nicht unbedingt der klassischen Vorstellung von Models zu entsprechen. Wo bitte ist der Salat?
Schöne junge Menschen mit kleinen Makeln und viel Hang zur Selbstinszenierung porträtiert Hadley Hudson in ihrem Bildband "Persona. Models at Home", der im Hatje Cantz Verlag erschienen ist.