Alt und mit Tattoo "Bislang hat sich niemand getraut, etwas zu sagen"
Das ist Chris. Seine erste Tätowierung stammt von einem Maori, bei dem sich auch sein Sohn ein Motiv stechen ließ.
Jan würde sich immer wieder tätowieren lassen - nur nicht an den Händen. "Deshalb wurde ich bei vielen Jobs abgelehnt", sagt er. Vor Kurzem entdeckte er im Spiegel eine Tätowierung eines Kickboxers auf seinem Rücken - die hatte er im Lauf der Jahre komplett vergessen.
Das erste Tattoo von Toos bestand aus sieben Sternen, die ihre Eltern, vier Brüder und ihre Schwester symbolisieren. Es kamen viele weitere hinzu. Manchmal zieht sich Toos extra nur ein ärmelfreies Top an, um Reaktionen zu provozieren. Aber bislang hat noch nie jemand etwas zu ihr gesagt.
Riecks Sohn arbeitet als Tätowierer, nach ein paar Jahren hatte sie den Wunsch, sich von ihm ein Motiv stechen zu lassen: eine Blume mit drei Blättern, die für ihre drei Kinder stehen und mit zwei Dornen, die ihre zwei gescheiterten Ehen symbolisieren. Weil Riecks Haut sehr dünn ist, war die Prozedur allerdings sehr schmerzhaft.
Im Jahr 1992 ließ sich Hans zum ersten Mal tätowieren: "Ich hatte eine Midlife-Krise und dachte: 'Entweder eine neue Frau, ein Motorrad oder eine Tätowierung.'" Heute vergleicht er seine Körperbemalung mit einem Fotoalbum seines Lebens: Jede zeigt eine Erinnerung oder einen Aspekt seiner Persönlichkeit.
Als Cor 1978 eine Geschichte über einen Tätowierer las, war er Feuer und Flamme - und konnte von da an nicht aufhören, sich neue Tätowierungen stechen zu lassen. "Du hebst dich von der Masse ab. ich fühle mich jetzt nicht mehr so nackt, wenn ich keine Kleider trage." Mit 50 Jahren ließ er sich eine Art Sonne auf seinen Kopf stechen.
Auf seinem Unterarm trägt Jan den Namen seiner Kinder, außerdem hat er sich einen Anker, einen Papagei, einen Engel und eine Kuh tätowieren lassen. Er verkaufte viele alte Dinge seiner Eltern, um sich die Tätowierungen zu finanzieren.
"Es ist mir egal, wie andere über mich denken", sagt Thomas. "Ich finde mich gut, weil ich etwas gewagt habe. Dadurch fühle ich mich frei." Unter anderem hat er sich eine Kirche und seinen Namen auf Chinesisch tätowieren lassen.
Einige Studenten der Hochschule, an der Jack unterrichtete, fragten ihn eines Tages, ob er eine Tätowierung habe. Er verneinte und sagte, dass es dazu bislang keinen Grund gab. Bei seiner Verabschiedungsfeier schenkten ihm die Studenten dann einen Gutschein für ein Tätowierstudio. "Dann kannst du dich für den Rest deines Lebens daran erinnern, was du uns bedeutet hast."
Einer ihrer Neffen stach Rebha ihre Tätowierung. "Es gibt mehrere ältere marokkanische Frauen, die ähnliche Tattoos entfernt haben. Der Koran besagt, dass der Körper in seinem ursprünglichen Zustand bleiben muss", sagt sie. Doch Rebha selbst kam nie auf die Idee, es ihnen gleichzutun.
Ihre Enkelkinder schenkten der 1937 geborenen Albertina einen Tattoogutschein - sie ließ sich einen Schwan stechen. Ihre erste und einzige Tätowierung. "Denn wenn von einem Schwanenpaar ein Partner stirbt, bleibt der andere immer allein", sagt die 80-Jährige, deren Mann vor einen paar Jahren starb.