Fotofund - DER SPIEGEL
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Fotofund Das Rätsel des fliegenden Auges

MG-Schütze im Flugzeug, Kolonnen von Kriegsgefangenen am Boden: An der Ostfront machte ein unbekannter Luftwaffensoldat sensationelle Fotos, die nun im Internet aufgetaucht sind. einestages zeigt die gestochen scharfen Bilder - und ruft auf zur Suche nach dem anonymen Fotografen.
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Platz mit Aussicht: Blick auf den gepolsterten Platz des Bordschützen im Heck der Focke Wulf 189. Das Maschinengewehr liefert einen Hinweis darauf, dass es sich bei der Maschine um die frühe Version des Aufklärers handelt. Die spätere Variante verfügte über Doppel-MGs für die beiden Bordschützen.

Foto: Hamburger Institut für Sozialforschung
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Heckschütze: In voller Montur auf seinem Liegeplatz ausgestreckt, vor sich einen Umschlag, wohl mit Kartenmaterial, blickt der Bordschütze von seinem Platz im gläsernen Heck der Focke Wulf 189 in Richtung des Fotografen. Links im Bild an der Bordwand sind Ersatzmagazine für das Maschinengewehr zu erkennen.

Foto: Hamburger Institut für Sozialforschung
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Im Einsatz: Der Beobachter dreht sich von seinem Platz schräg rechts hinter dem Piloten der Focke Wulf "Uhu" zurück in Richtung des Heckschützen. Möglicherweise haben die beiden sich gegenseitig fotografiert. War einer von beiden der unbekannte Amateurfotograf, der die meisten der nun aufgetauchten Aufnahmen gemacht hat?

Foto: Hamburger Institut für Sozialforschung
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Beim Ausstieg: Ein Besatzungsmitglied mit umgeschnalltem Fallschirm stemmt sich lächelnd aus der Luke einer Focke Wulf Fw 189 - vielleicht nach einem Einsatz? Es scheint sich um ein anderes Flugzeug der Staffel zu handeln, denn der Mann ähnelt keinem der Crew-Mitglieder auf den vorhergehenden Innenaufnahmen.

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Flugzeugführer: Der Pilot der Focke Wulf 189, aufgenommen am Boden durch das rundumverglaste Cockpit des Aufklärers.

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Unbekannter Flieger: Der Pilot des Focke-Wulf-Aufklärers klettert aus dem Cockpit. Das Rangabzeichen mit einer Schwinge am Ärmel seiner Fliegerbluse weist ihn als Leutnant aus. Vermutlich war er der Kommandant des Flugzeugs, in dem der unbekannte Fotograf mitflog.

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Focke-Wulf-Pilot: Porträt des Kommandanten in Fliegerhaube vor seiner Focke Wulf 189 "Uhu". Auffallend ist das schlechte Gebiss des Luftwaffenleutnants.

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Einsatzbesprechung: Der Aufklärerpilot (r.) und ein Offizier im Gespräch am Boden. Die leicht belaubten Bäume im Hintergrund könnten auf Frühling als Aufnahmezeit für das Foto deuten.

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Gruppenbild mit Flugzeug: Der Pilot (2.v.r.) in Fliegermontur und sieben weitere Soldaten haben sich zum Gruppenfoto vor und auf dem Focke-Wulf-Aufklärer aufgestellt. Bei den meisten handelt es sich offenkundig um Mechaniker und anderes Bodenpersonal.

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Nahaufnahme: Zwei Männer der "Uhu"-Crew hat der Fotograf noch einmal aus der Nähe porträtiert. Beide haben charakteristische Gesichtszüge - ob Sie ein Leser fast sieben Jahrzehnte später wiedererkennt? Dann ließe sich das Rätsel des unbekannten Fotografen vielleicht lösen.

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Über Charkow: Dieses Bild scheint vom Platz rechts hinter dem Piloten im Cockpit der Focke Wulf 189 aufgenommen zu sein - was dafür sprechen könnte, dass der Beobachter tatsächlich der Fotograf der Bilderserie ist. Die wichtigste Spur liefert das Motiv - ein städtischer Platz mit charakteristischer Bebauung.

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Dserschinski-Platz im Sucher: Die wuchtigen Hochhäuser im Stalin-Stil rund um einen riesigen Platz mit Grünanlagen machen die Identifizierung dieser Stadt möglich - und damit den Einsatzort des Nahaufklärers, von dem aus dieses Bild geschossen wurde. Der Fotograf an Bord knipste beim Überflug den Dserschinski-Platz in der ukrainischen Millionenmetropole Charkow, die die Wehrmacht im Oktober 1941 erobert hatte.

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Charkow heute: Der Freiheitsplatz in Charkow in einer Aufnahme von 2003. Von 1926 bis 1996 hieß der drittgrößte städtische Platz Europas nach Felix Dserschinski, dem Gründer des KGB-Vorläufers Tscheka. Gegenüber der Aufnahme der deutschen Aufklärungsflieger von 1942/43 hat sich der Platz nur wenig verändert.

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Gefangene Rotarmisten: Sowjetische Kriegsgefangene lagern auf freiem Feld, vermutlich einer improvisierten Sammelstelle. Auch diese Aufnahme wurde vom Platz des Bordbeobachters aus aufgenommen. War er der unbekannte Fotograf? Und wie hieß er?

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Antreten zum Abmarsch: Vom Platz des Heckschützen aus entstand diese Aufnahme - das Höhenruder und die beiden Rumpfholme der Focke Wulf 189 sind deutlich zu erkennen. Am Boden ist hinten im Bild eine ungeordnete Menschenmenge in einem offensichtich umzäunten Areal zu sehen, vorne sind Männer in acht riesigen Kolonnen angetreten - vermutlich sowjetische Kriegsgefangene, die von dieser Sammelstelle zu einem Durchgangslager marschieren sollen.

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Kriegsgefangene: Eine lange Marschkolonne auf einer einsamen Landstraße - sowjetische Soldaten auf dem Weg in die Kriegsgefangenschaft.

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Auf Erkundung: Deutsche Offiziere mit Karten und Feldstechern beobachten das Geschehen. Im Hintergrund halten sich niedrigere Chargen bei einem Kübelwagen auf. Der Zusammenhang mit anderen Fotos der Serie ist nicht klar. Bei dem Ritterkreuzträger (2.v.l.) könnte es sich um einen Generalstabsoffizier handeln, denn seine Uniformhose scheint an der Seite einen roten Streifen aufzuweisen. Ganz sicher ist das nicht zu erkennen.

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Beim Einpacken: Ein deutscher Luftwaffensoldat beim Zusammenlegen seiner Ausrüstung. In der Hand hält er seine Fliegerhaube, neben ihm liegt sein Fallschirm fertig gepackt im Gras. Rangabzeichen und Kragenspiegeln nach steht er im Rang eines Feldwebels. Möglicherweise handelt es sich um den Heckschützen, der in einem der Fotos an seinem Platz an Bord zu sehen ist.

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Soldat mit Kamera: Zwei Männern neben einer Focke Wulf 189. Der Uniformträger mit der Aktentasche hat eine Kleinbildkamera um den Hals gehängt. Dass Wehrmachtsangehörige mitten im Krieg fotografierten, war sehr verbreitet und wurde von der militärischen Führung sogar gefördert. Darum gibt es zahllose Aufnahmen deutscher Landser aus dem Zweiten Weltkrieg. Wenige allerdings wurden an Bord von Flugzeugen der Luftwaffe gemacht und noch weniger hatten die fotografische Qualität dieser Aufnahmen.

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Einsatzbereit: Ein Offizier und ein Besatzungsmitglied mit umgeschnalltem Fallschirm vor einer Focke Wulf 189, fotografiert aus dem gläsernen Cockpit.

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Tiefflug über Flugplatz: Flugzeuge stehen auf einem Feldflugplatz herum, ungeordnet wie Spielzeuge. Die Typen sind nicht klar auszumachen - möglicherweise handelt es sich um einen eroberten sowjetischen Fliegerhorst. Zu erkennen ist ein Hangar und weitere Gebäude im Hintergrund, einige davon könnten Kasernen sein. Wo diese Aufnahme entstand, ist nicht bekannt.

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Bild der Zerstörung: Beim Tiefflug über die russische oder ukrainische Landschaft nahm der unbekannte Pilot diesen zerstörten Kuppelbau auf. Im Vordergrund stehen Artilleriegeschütze auf ihren Lafetten.

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Unbekannte Stadt: Luftaufnahme einer unbekannten Stadt. Handelt es sich ebenfalls um Charkow? Wieder wurde das Foto vom Beobachterplatz rechts hinter dem Piloten im Cockpit der Focke Wulf 189 aufgenommen.

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Auf Flügeln: Ein Besatzungsmitglied in Fliegeroverall und mit Schiffchen auf dem Kopf posiert auf der Tragfläche einer Focke Wulf 189. Im Hintergrund erkennt man deutlich die geöffneten Einstiegsluken zur gläsernen Cockpitgondel.

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Pilot und Maschine: Derselbe Soldat aus anderer Perspektive aufgenommen. Das Rangabzeichen an seinem Overall weist ihn als Leutnant aus. Die charakteristischen Schaufelräder der Fw 189 auf der Nabe des Flugzeugmotors sind hier gut zu erkennen, ebenso das gläserne Cockpit.

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Frühe Version: Lässig stützt sich der Pilot auf den Rumpf seines Focke-Wulf-Aufklärers. In dieser Aufnahme ist das zweite bewegliche Bord-MG gut zu erkennen, das bei einem Jägerangriff vom Beobachter bedient wurde. Spätere Versionen der "Uhu" mit der Typenbezeichnung Fw 189 A-2 besaßen Zwillings-MG für die beiden Bordschützen, so dass es sich bei der Maschine des unbekannten Fotografen um die erste Version Fw 189 A-1 handelt.

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Landeanflug: Eine zweimotorige Junkers Ju 88 im Landeanflug. Am Boden sieht man Menschen, Autos und einen defekten Anhänger. Diese Aufnahme könnte ein Indiz dafür sein, dass in der Staffel des unbekannten Fotografen auch Ju 88 geflogen wurden. Dadurch ließe sich seine Einheit möglicherweise leichter identifizieren.

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Focke-Wulf-Aufklärer T1GM: einestages-Leser fanden im Web weitere Fotos aus der Bilderserie des unbekannten Fotografen. Auf diesem ist das Kennzeichen der gesuchten "Uhu" eindeutig zu erkennen - T1GM. Demnach, so Leser Moh Syzlak, müsste die Maschine tatsächlich zur 4. Staffel der Aufklärungsgruppe 10 "Tannenberg" gehört haben.

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Fliegender Knipser: Ein Soldat, der keine Fliegermontur trägt und deshalb offenbar nicht zur Besatzung gehört, knipst mit seiner Kleinbildkamera aus dem Seitenfenster der Focke Wulf - und wird dabei selbst von einem anderen Mitflieger abgelichtet. Dem Anschein nach handelt es sich um den Mann, der auf einem der anderen Bilder mit Aktentasche und umgehängter Kamera neben der Maschine zu sehen ist.

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"Uhu"-Cockpit: Blick auf den Piloten und den Bordbeobachter im Cockpit der Focke Wulf 189. Gut zu erkennen ist die über der Frontscheibe angebrachte Instrumententafel. So wurde der Besatzung ein völlig freier Blick aus der vollverglasten Kanzel ermöglicht.

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