Fotograf Jupp Darchinger gestorben - DER SPIEGEL
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Fotograf Jupp Darchinger gestorben Das Auge von Bonn

Seine Politikerfotos und seine Aufnahmen des deutschen Alltags prägen unser Bild der alten Bundesrepublik. Jetzt ist Josef Heinrich Darchinger wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag gestorben.
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"Eine Stange Paradies": Für zehn Pfennig gab es 1955 eine Stange mit fünf Karamellbonbons - eines der berühmten Darchinger-Motive aus der Wirtschaftswunderzeit. Wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag ist einer der herausragendsten Fotojournalisten in Deutschland gestorben.

Foto: Josef Heinrich Darchinger/ Taschen Verlag
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"Er ist der Beste", sagte Altkanzler Helmut Schmidt über Heinrich Josef "Jupp" Darchinger - hier ein Selbstporträt im Spiegel mit Agfa Karat Kamera aus dem Jahr 1949. Erst nach dem Krieg traute sich der gelernte Landwirt, den Beruf des Fotojournalisten zu ergreifen.

Foto: Josef Darchinger/ Frank und Marc Darchinger GbR
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Der berühmte Schnappschuss von Ex-Kanzler Willy Brandt, dem Günter Guillaume - später als DDR-Spion enttarnt -ins Ohr flüstert. Darchingers Ziel war immer, keine steifen Handshake-Bilder, sondern situative, aussagekräftige Aufnahmen zu machen.

Foto: Josef Darchinger
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Willy Brandt vor dem Brandenburger Tor 1958: Ein Jahr zuvor war der politische Emigrant und Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt worden.

Foto: Josef Darchinger
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Jugend in den Fünfzigern: Kippe an der Lippe und Frisur nach James-Dean-Art: Eine Kulturrevolution bringt das bürgerliche Wertesystem allmählich ins Wanken. Diese Aufnahme hat Darchinger 1959 in Dortmund gemacht.

Foto: Josef Darchinger
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Familie Darchinger beim Sonntagsausflug in der Eifel: Mit VW Käfer ins Grüne - ein weit verbreitetes Freizeitvergnügen, dass perfekt festgehalten wurde. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1957.

Foto: Frank und Marc Darchinger
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Ein exklusives Bild, für das sich Darchinger "vier Stunden lang bei Minus 15 Grad den Arsch abgefroren" hat. Der damalige DDR-Staatschef Erich Honecker im Dezember 1981 vom Bahnsteig in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) reicht Schmidt noch einen Hustenbonbon zum Abschied ans Zugfenster.

Foto: Josef Darchinger
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Helmut Schmidt am Berg: Der Ex-Kanzler, Rudolf Augstein, Erich Böhme und Wolfgang Kaden (v.r.n.l). Darchinger machte dieses Bild anlässlich eines SPIEGEL-Gesprächs 1974 am Brahmsee. Bei Bier und Sonne ergriff ein leicht aufgekratzter Augstein zur Axt, mit der Schmidt sonst sein Holz hackte, und tat so, als ob er Schmidt erschlagen wolle. Ein Leibwächter des Kanzlers berichtete später, dass er bereits die Waffe gezogen und entsichert hatte und nur deshalb nicht feuerte, weil zwei Kollegen Augsteins in der Schussbahn standen.

Foto: Josef Darchinger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?