Fotograf Roger Ballen - DER SPIEGEL
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Roger Ballen Eine Welt der Außenseiter

Freaks, Arme, Ausgestoßene: US-Fotograf Roger Ballen sucht seine Motive am Rande der Gesellschaft. Sein Clip für Die Antwoord dafür, die exzentrischen HipHopper aus Südafrika weltberühmt zu machen. Jetzt hat er in seiner Wahlheimat Südafrika einen zutiefst verstörenden Kurzfilm über Menschen und Vögel gedreht.
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US-Fotograf Roger Ballen nahm die Zwillinge Dresie und Casie im Jahr 1993 für seinen Bildband "Platteland" auf. Seine Serie, entstanden in den ländlichen Gebieten von Südafrika, zeigt benachteiligte, verarmte und ausgegrenzte Weiße - die doch eigentlich in der Apartheids-Logik zur privilegierten Minderheit gehören sollten.

Foto: Roger Ballen
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Sergeant de Bruin, ein Polizist, der in einem Gefängnis arbeitet (1992) - ebenfalls Teil der "Platteland"-Serie.

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Bild eines Jungen aus dem Osten Malaysias (1975) aus der Serie "Boyhood": Beeinflusst wurde Roger Ballen von Größen wie André Kertész, Elliott Erwitt, Henri Cartier-Bresson und Paul Strand.

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"Boyhood"-Bild aus den USA: Fotografie sei für ihn so ähnlich wie Tagebuch schreiben, sagt Ballen.

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"Eugene am Telefon" (2000) aus der Serie "Outland": Für "Outland" inszeniert Ballen bewusst zweideutig. Der Betrachter muss sich fragen, ob die Abgebildeten ausgebeutete und der Lächerlichkeit preisgegebene Opfer sind - oder ob sie als aktive und bewusste Darsteller ihrer selbst an Stärke gewinnen.

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"Brian mit einem Hausschwein" (1998), ebenfalls aus der Serie "Outland": Mit 18 hat Ballen angefangen zu fotografieren. Zunächst während des Studiums in Berkeley, dann in seiner Wahlheimat Südafrika.

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"Welpe zwischen Füßen" (1999): Das Fotobuch zu "Outland" ist eine außerordentliche und auch verstörende Dokumentation des späten 20. Jahrhunderts.

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"Tommy, Samson und eine Maske" (2000) aus der Serie "Outland". Fotos, sagt Ballen, seien für ihn wie Fossilien: Sie helfen ihm, bei seiner Reise durch die Zeit zurechtzukommen.

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"Einarmige Gans" (2004) aus der Serie "Shadow Chamber", die von abstrakten Bildern beherrscht wird, mit Charakteren ohne erkennbare Herkunft. Die mysteriösen Bilder sollen das Bewusste und das Unbewusste ansprechen.

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"Kopf im Shirt" (2001) aus der Serie "Shadow Chamber": Ballens Anliegen ist es, "grundsätzliche Aspekte des menschlichen Daseins" darzustellen. In "Shadow Chamber" erforscht er das "Schattenkabinett des Daseins".

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"Herumwirbelnde Drähte" (2001) aus der Serie "Shadow Chamber". In unwirklichen Räumen interagieren Mensch, Tier und Objekt.

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"Raum der Ninja Turtles" (2003) aus der Serie "Shadow Chamber": Ballen zeigt die menschliche Existenz verzerrt und ein wenig irrsinnig.

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Yolandi Visser, die Sängerin der südafrikanischen Band Die Antwoord: Ballen drehte 2012 mit der Gruppe ein Musikvideo für das Lied "I Fink U Freeky". Es wurde mehr als 33 Millionen Mal auf YouTube angeklickt.

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"Spooky Eyes" (2012): Mitglieder von Die Antwoord unter Kontrolle einer bösen Schwiegermutter.

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Ententeich: Diese Aufnahme entstand beim Videodreh von "I Fink U Freeky".

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"Liberation" (2011) aus der Serie "Asylum": Das Fotobuch zur Serie erscheint 2014. Den Humor in seinen Bildern habe Ballen von Elliott Erwitt gelernt, sagt er.

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"Mirrored" (2012) aus der Serie "Asylum"

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"Take off" (2012), ebenfalls aus der Serie "Asylum"

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"Malicious" (2012) aus "Asylum"

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"Bite" (2007) aus der Serie "Boarding House": Das "Boarding House" ist für Ballen eine Art vorübergehender Aufenthaltsort, es herrscht ein Kommen und Gehen von allen möglichen Gestalten, die dort Schutz suchen.

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"Mimicry" (2005) aus der Serie "Boarding House": Die nur mit dem Nötigsten ausgestatteten Räume erzählen mit ihren Zeichnungen, dem zurückgelassenen Kram und allerlei Tieren von der Vergangenheit - und vielleicht auch von der Kindheit.

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"Serpent Lady" (2009) aus der Serie "Boarding House": Die Räume wirken befremdlich, regen zu wilden Phantasien an.

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"Pathos" (2005) aus der Serie "Boarding House"

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"Five Hands" (2006) aus "Boarding House"

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"Old Man": Ballen hat diesen alten Mann 1983 in Ottoshoop an der Grenze von Südafrika und Botswana für seine Fotoserie "Dorps" aufgenommen. Er reiste viele Jahre lang durch Städtchen und Dörfer Südafrikas.

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"Bedroom of Railwayworker" (1984) aus der Serie "Dorps": Die Bilder der Serie sind sehr nüchtern und direkt.

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"Front Door" (1983) aus "Dorps": Ballen entwickelte einen Blick für unscheinbare Ecken, für die "Schönheit" alter Häuser, abgewrackter Geschäfte und ärmlicher, bescheidener Menschen.

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"Bedroom Bethulie" (1984) aus "Dorps": Das Alltägliche und das Heruntergekommene werden hier zu stiller Poesie.

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"Ritual" (2011): "Es war schon immer Teil meiner Fotografie und meiner Psychologie, die elementareren Aspekte der menschlichen Persönlichkeit offenzulegen: Gewalt, der Wille zur Macht, sexuelle Dominanz", sagt Roger Ballen im Interview mit SPIEGEL ONLINE.

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Sein Universum sei "voller Chaos, Zusammenbruch und Anarchie, voller Irrationalität, ja sogar Wahnsinn", sagt Ballen. Hier die Arbeit "Alter Ego" aus dem Jahre 2010.

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"Caged" (2011). "Nach fast 64 Jahren auf diesem Planeten und vielen Jahren, die ich als Geologe im südafrikanischen Busch gearbeitet habe" resümiert Roger Ballen, "ist es für mich ziemlich offensichtlich, dass das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren keineswegs harmonisch ist."

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In seinem Video "Asylum for the Birds" zeigt Ballen ein Haus, in dem Menschen und Vögel in verstörender Koexistenz leben.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?