Saul Leiter ist tot Meister der Farbfotografie
Er setzte wie in "Window" von 1957 auf Unschärfe im Detail, verwischte Bewegungen und verfremdende Effekte und schuf so ausdrucksstarke, farbintensive Aufnahmen.
Schon früh entwickelte Leiter eine Liebe zur Schwarz-Weiß-Fotografie, hier zu sehen in "Sunday Morning", einer Arbeit von 2008.
Saul Leiters Motive waren die Schaufenster, Passanten, Autos, Schilder und immer wieder die Regenschirme in der unmittelbaren Umgebung seiner New Yorker Wohnung. (Hier: "Snow" von 1960)
Dort lebte er fast 60 Jahre lang. Geboren aber wurde Leiter in Pittsburgh. 1957 fotografierte er dieses Bild und veröffentlichte es unter dem Titel "Taxi".
Nach dem Willen seiner Eltern hatte er Rabbi werden sollen, doch seine Mutter schenkte ihm eine Kamera und begründete damit seinen späteren Lebensweg. 1957 schuf er "Through boards".
Leiter stieg auf zu einer der wichtigsten Figuren der New Yorker Schule. Der Künstlergruppe gehörten auch Poeten wie Allen Ginsberg und Jack Kerouac oder Musiker wie John Cage und Miles Davis an. Hier eine Arbeit von 1954 mit dem Titel "Foot on El".
Autodidakt Leiter veröffentlichte in den fünfziger Jahren erste Fotoserien in der damals sehr populären US-amerikanischen Illustrierten "Life". (Bild: "Dont Walk" von 1952)
Ihm ging es aber nicht nur darum, gesellschaftliche Probleme abzubilden. "Ich glaube nicht, dass Elend tiefgründiger als Glück ist", sagte er.