Fotograf Thomas Weinberger im Seen.By-Interview - DER SPIEGEL
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Fotokünstler Weinberger Unsere Städte als Un-Orte

Strahlende Raffinerien, leuchtende Wolkenkratzer, menschenleere Wohn- und Bürowelten: Der Münchner Fotograf Thomas Weinberger zeigt unsere Städte- und Industrielandschaften so, als stünde die Apokalypse bald bevor.
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"Burj Dubai", 2006, von Thomas Weinberger. "Es wird oft vergessen, dass das Licht die Sprache des Fotografen ist", sagt der Fotograf im Interview.

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Mein eigentliches Thema ist nicht das Motiv, sondern das Licht, das ich synthetisch erzeuge", so der Münchner Fotokünstler (hier zu sehen "Zone 30", München, 2004).

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Cracker", Esso Raffinerie 2003, Ingolstadt: Thomas Weinberger fotografiert gerne "Un-Orte", die man betrachten kann, "ohne dass sie mit Bedeutung aufgeladen sind".

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Nr. 7", 2007. "Un-Orten" sei gemein, dass sie nachts beleuchtet sind - damit seien sie wie Monumente, so der Fotograf.

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Auch wenn der Grund für die Beleuchtung meist ein funktionaler ist, beispielsweise ein Sicherheitsrisiko", sagt Weinberger ("Marina Dubai", 2006).

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"HKW Süd", München 2003. Thomas Weinberger arbeitete als Architekt, bevor er endgültig ins Fotografie-Fach wechselte.

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"History Rising", Dubai 2006. "Seit dem Ölschock versuchen wir unser auf Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftssystem künstlich am Leben zu halten", sagt Weinberger.

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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Weinbergers Foto-Szenarien sind weitgehend entvölkert: "Menschen würden vom Thema ablenken."

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Märklin", Hauptbahnhof München 2004. Weinbergers Markenzeichen sind seine Synthesen von Tag- und Nachtaufnahmen.

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Hurlyburly", 2008. Die Synthesen entstehen, indem der Fotograf natürliches und künstliches Licht von identischen Tag- und Nachtaufnahmen eines Ortes in einem Bild vereinigt.

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Isardamm", München 2004. "Die allgemeine Stimmungslage ähnelt doch eher der vor einem aufziehenden Gewitter", sagt Weinberger über seine Tag-Nacht-Fotografien. "Es ist Tag, aber der Himmel ist durch die heraufziehenden Wolken verdunkelt".

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"I.E.P.E.", Madrid 2007. "Noch ist alles ruhig, aber die Straßenlaternen gehen an und künden davon, dass etwas nicht in Ordung ist."

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"Sunset", 2010. "Eine Stadt, ein Haus oder eine Architektur verraten ja unglaublich viel über die Menschen, die dort leben", sagt Thomas Weinberger.

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"Krabat", 2007. "Eigentlich war das Fotografieren das Einzige, was ich gemacht habe, ohne dass es einen Grund gab", so der Fotograf Weinberger über seine Anfänge.

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"Um die Ecke", München 2006. "Ich war auf der Suche nach einem Licht, das mein In-der-Welt-sein ausdrückt - ich habe schon seit vielen Jahren das Gefühl, dass die westliche Welt in der ich lebe, bedroht ist."

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Schering", Berlin 2003. Aus der Perspektive des Fotografen Thomas Weinberger leben wir "in der Spätphase einer Hochkultur".

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Nizza", 2004. "In früheren Jahrhunderten hat man sich das Paradies als Schlaraffenland voller Nahrung vorgestellt, weil Nahrung knapp war", so Weinberger im SPIEGEL-ONLINE-Interview.

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"Paradise II", 2010 - fotografiert unter einer Autobahnbrücke in München. "Heute ist das Paradies eher ein Ort, an dem es keine Affektkontrolle gibt - so wie unter diesen Brücken."

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"Das sind Unorte, die nicht kulturell determiniert sind und an denen man sich benehmen kann, wie man will", sagt Weinberger. "Das ist es, was in unserer Zeit selten ist - das zeitgenössische Paradies."

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"Paradise I", 2010. "Wenn es in München einen wirklich menschenleeren Ort gibt, dann diesen. Diese Orte sind rundherum eingeschlossen von vierspurigen Verkehrstrassen. Dorthin verirrt sich niemand. Weder zufällig noch absichtlich."

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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Mit seiner Raum-Installation "99 sunsets" nahm Weinberger kürzlich einen radikalen Motivwechsel vor.

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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Die Originalaufnahmen der Sonnenuntergänge hat Weinberger bei anderen Fotografen erworben. "Bei der Aufnahme der untergehenden Sonne hast du auch gar keinen künstlerischen Spielraum", sagt der Fotograf. "Ich hätte einen Assistenten damit beschäftigen können oder mich ein paar Wochen in der Karibik rumtreiben können - das Ergebnis wäre das gleiche gewesen."

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
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"99 Sunsets", Installationsansicht. "Der Mensch kann ja zu den Dingen am besten ein ästhetisches Verhältnis aufbauen, zu denen er kein funktionales Verhältnis hat", sagt Thomas Weinberger.

Weitere Informationen auf dem Fotoportal seen.by 

Foto: Thomas Weinberger/ VG Bild-Kunst/ Courtesy Galerie Nusser & Baumgart
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?