Fotografenlegende Hanns Hubmann - DER SPIEGEL
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Ganz nah dran "Wenn sie sich unbeobachtet fühlen..."

Er knipste FJS beim Ping-Pong, erwischte Romy Schneider beim Schlemmen und verewigte Willy Brandts Kniefall in Warschau: Hanns Hubmann war einer der bedeutendsten deutschen Pressefotografen des 20. Jahrhunderts - ein Zwischenspiel als Propagandaknipser für die Nazis inklusive.
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Essen in den Wolken: Romy Schneider 1957 beim Mittagessen während eines Fluges nach Indien. Die Schauspielerin drehte zu dieser Zeit gerade den letzten Teil der "Sissi"-Triologie.

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Fröhlich durch den Garten: Rex Gildo, Peter Ustinov, Ramona, Udo Jürgens, Heino, Katja Ebstein und Diskjockey Dave Lee Travis (v.l.n.r.) am 9. Oktober 1972 beim Gartenfest des Außenministers Walter Scheel in Bonn. Scheel war ein großer Musikfan - zwei Jahre nach dieser Aufnahme spielte er gemeinsam mit dem Düsseldorfer Männergesangsverein "Hoch auf dem Gelben Wagen" ein und verhalf dem Volkslied damit zu enormer Popularität.

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Der Kniefall: Eine historische Geste, und Hubmann war dabei. Während seines Staatsbesuchs in Polen kniete Bundeskanzler Willy Brandt am 7. Dezember 1970 am Denkmal für die Gefallenen des Ghetto-Aufstandes in Warschau nieder. Der Sozialdemokrat hatte selbst 1933 vor der nationalsozialistischen Verfolgung aus Deutschland über Dänemark nach Norwegen fliehen müssen.

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Aktivurlaub: Der spätere bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß, CSU, im August 1972 beim Pingpong an der Cote d'Azur.

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Mittag im Feld: Ein deutscher Soldat verspeist mit Appetit ein requiriertes Huhn irgendwo in der Sowjetunion im Sommer 1941. Unter dem Decknamen "Unternehmen Barbarossa" hatte die Wehrmacht ihren Vormarsch in die Sowjetunion im Juni 1941 begonnen. Der Angriff verlief zunächst trotz des nun bestehenden Zweifrontenkrieges gut. Erst im Winter 1941/42 kam die Offensive zum Erliegen. Die Ausrüstung der Soldaten war nicht für den sehr kalten Winter geeignet und die Versorgungswege waren länger als gedacht. Nach den verheerenden Verlusten in der Schlacht um Stalingrad begann der drei Jahre währende Rückzug der Armee Richtung Westen.

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Feuer und Flamme: Bundeskanzler Helmut Schmidt zündet sich 1978 eine Zigarette an. Den passionierten Raucher hat bisher noch kein Rauchverbot von seiner Sucht abhalten können.

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Neugierige Missen: Kandidatinnen blinzeln bei der Wahl zur Miss Germany 1951 in Baden-Baden gespannt durch den schweren Vorhang ins Publikum.

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Empfang der Legion Condor: Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe im "Dritten Reich", Hermann Göring empfängt am 31. Mai 1939 die Legion Condor in Hamburg. Das Expeditionskorps der deutschen Wehrmacht kämpfte mit General Franco im Spanischen Bürgerkrieg und setzte sich in erster Linie aus Verbänden der Luftwaffe zusammen. Ab 1937 war die Legion Condor bei allen wichtigen Schlachten des Krieges dabei. Sie kamen zu einer traurigen Berühmtheit durch ihren Angriff auf die spanische Stadt Guernica.

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Heißer Tanz: Die beiden Schauspieler Horst Buchholz und Romy Schneider kommen sich 1958 beim Gloria-Filmball in München näher. Die beiden hatten bereits in mehreren Filmen zusammen gespielt.

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Keine Gnade: Im eroberten Kischinew (Bessarabien) in der Sowjetunion werden im Juli 1941 fünf unter Partisanenverdacht festgenommene Männer überprüft.

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Sandburg mit Hakenkreuz: Das undatierte Foto des Karikaturisten Erich Ohser und seiner Familie schoss Hubmann an der Ostsee. Im Vordergrund steckt eine Hakenkreuzfahne im Sand. Ohser, der unter dem Künstlernamen E.O. Plauen zeichnete, ist bis heute für eine "Vater und Sohn"-Comics bekannt. Entgegen des Eindrucks, den das Bild vermittelt, war Ohser scharfer Kritiker des NS-Regimes. Als er 1944 von den Nationalsozialisten verhaftet wurde, erhängte er sich kurze Zeit später.

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Mann mit der Leica: Hanns Hubmann bei der Ausstellung zum 40jährigen Jubiläum der "Quick" 1988 in München. Nach dem Krieg hatte er mit seiner Leica für die Illustrierte "Quick" den Aufstieg der Bundesrepublik begleitet. Seine letzte große Reise machte er als Begleiter von Bundeskanzler Kohl 1984 nach China.

Foto: dpa
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Empfang auf dem Flughafen: Die Ankunft des Bundeskanzler Konrad Adenauer am 8. September 1955 in Moskau hielt Hanns Hubmann aus ungewöhnlicher Perspektive fest. Es war der erste Besuch eines westlichen Staatsoberhaupts in der sowjetischen Hauptstadt. Während seines Besuchs sorgte Adenauer dafür, dass die letzten deutschen Kriegsgefangenen, die noch in russischen Arbeitslagern waren, freigelassen wurden.

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Vormarsch: Der "Signal"-Fotograf Hanns Hubmann (r.) mit einem Stabsarzt der Infanterie-Division "Großdeutschland" während des Vormarsches in der Sowjetunion im Juli 1942.

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Bermuda-Konferenz: Die drei Regierungschefs (v. l.) Joseph Laniel (Frankreich), Dwight D. Eisenhower (USA) und Winston Churchill (Großbritannien) gönnen sich während der Bermuda-Konferenz 1953 eine Pause.

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Neuer Blickwinkel: Der Architekt Ernst Sagebiel (l.) am Modell des von ihm entworfenen Zentralflughafens Tempelhof in Berlin 1939. Auf dem in den dreißiger Jahren fertiggestellten Flughafen landeten auch die amerikanischen Flugzeuge der Luftbrücke während der Blockade durch die Sowjetunion 1948 und versorgten das eingeschlossene Westberlin mit Lebensmitteln.

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Die Hand an der Geige: Ein Lehrling beim Zusammenfügen eines Geigenkörpers 1935 in der Geigenbauschule in Mittenwald. Die traditionsreiche Schule bildet bis heute Geigenbauer und Zupfinstrumentenmacher aus.

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Provisorisches Fotolabor: Hanns Hubmanns Ehefrau Lisl 1945 beim Bilder-Trocknen in der Dunkelkammer. Die beiden hatten sich während der kurzen Zeit kennen gelernt, in der Hanns Hubmann die bayerische staatliche Lehranstalt für Photographie besuchte.

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Lächeln im Mieder: Vier Models zeigen sich bei einer Mieder-Modenschau der Firma Lange 1956 in München von ihrer besten Seite.

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Nach der Musik greifen: Der Dirigent Herbert von Karajan bei einem Gastspiel 1938 beim Berliner Deutschlandsender.

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Loriot beim Zeichnen: Der deutsche Karikaturist, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler Loriot beim Zeichnen. Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, oder kurz Vicco von Bülow, wie der Künstler mit bürgerlichem Namen heißt, ist bekannt für seine humorvollen Zeichnungen von Menschen, die aneinander vorbeireden.

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Familienvater Speer: Hitlers Architekt und Reichsminister für Rüstung, Albert Speer mit seinen Kindern Hilde und Albert (vorn), Margret, Arnold und Fritz (hinten) 1943 im offenen BMW auf dem Obersalzberg.

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Die Maske auflegen: Der Schauspieler Heinz Rühmann 1932 beim Schminken in seiner Theatergarderobe in München. Rühmann war ein bei den Nationalsozialisten beliebter Schauspieler. Er hielt sich aus politischen Fragen weitgehend heraus und ließ sich 1938 sogar von seiner jüdischen Ehefrau scheiden.

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Máximo Líder: Fidel Castro - mit Zigarre - spricht im Juli 1959 auf einer Pressekonferenz in Havanna. Der kubanische Staatschef war berüchtigt für seine mehrstündigen Reden, die er gern in Uniform hält.

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Immer am Ball: Fidel Castro beim Baseballspielen im Juni 1959 in Havanna. Der Kubanische Präsident gab sich schon immer volksnah.

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Der Mann des Jahres: Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt 1970 bei einer Rede. Sein Kniefall vor dem Ehrenmal für die Opfer des Warschauer Ghettos im Dezember des gleichen Jahres brachte ihm den Titel "Man of the Year" des amerikanischen Nachrichtenmagazins "Time" ein.

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Der Bundesvorsitzende: Helmut Kohl (l.) im November 1973 beim 22. Bundesparteitag der CDU in Hamburg. Bei dem 21. Bundesparteitag in Bonn im Juni des gleichen Jahres war Kohl nach dem Rücktritt von Rainer Barzel zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt worden.

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Sicherer Rentner: Der damalige Hauptgeschäftsführer der CDU, Norbert Blüm, im November 1973 auf dem 22. Bundesparteitag seiner Partei in Hamburg. Blüm ist bis heute vor allem für seinen Ausspruch "Denn eins ist sicher: die Rente" als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung im Kabinett Kohl bekannt.

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Feuer in Schlüsselburg: Die brennende sowjetische Stadt Schlüsselburg nahe Leningrad im Herbst 1941. Der Ort an der Newa war Anfang September 1941 nach schweren Kämpfen von der deutschen Wehrmacht erobert worden und wurde erst im Januar 1943 von der Roten Armee zurückerobert.

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Kaiser und Präsident am Boden: Der äthiopische Kaisers Haile Selassie I. (M., rechts neben ihm sitzt Bundespräsident Theodor Heuss) bekommt bei seinem Staatsbesuch in Deutschland Anfang November 1954 die Ehrendoktorwürde der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn verliehen. Hubmann gelang bei dieser Gelegenheit ein "Schnappschuss": Der Rektor der Universität, der neben Selassie sitzt, fängt Seiten von dessen herunterfallendem Redemanuskripts im Flug auf. Der Besuch des letzten Kaisers von Äthiopien war der erste eines ausländisches Staatsoberhaupt in der noch jungen Bundesrepublik. Haile Selassie wird bis heute als das Symbol der hauptsächlich in der Karibik vertretenen Rastafari-Bewegung verehrt.

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