Frühe Farbfotografie Das Zerstörungspotential des Krieges
Im Schützengraben: deutsche Soldaten an der Maschinengewehrstellung eines Unterstands.
Sehnsucht nach Frieden: Vom Juni 1915 bis Januar 1916 begleitete der Fotograf Hildenbrand die deutschen Truppen in der Champagne. Das Bild zeigt ein Truppenlager (1915). Auf der Rückseite der Postkarte schreibt der Vizefeldwebel Bräuer im Februar 1916: "Gern möchten wir von hier fort, trotzdem ja schließlich an anderen Stellen auch Krieg ist. Am allerbesten wärs zu Hause. Hoffentlich bringt das Jahr 1916 den langersehnten Frieden."
Zerstörtes Rethel: Der Lyriker Wilhelm Klemm schrieb am 6. Oktober 1914: "Das Großartigste aber war Rethel. Gegen eins kamen wir hin, der Mond schien leichenklar. Zuerst eine Versammlung von Galgen, die Schornsteine der zerstörten Fabriken..."
"Die Ästhetik des 20. Jahrhunderts": Pioniere vor einem Unterstand in der Champagne, Sommer 1915. Der Dichter und Dramatiker August Stramm am 5. Mai 1915 kommentierte: "Ich sitze in einem Erdloch, genannt Unterstand! Famos! Eine Kerze, Ofen, Sessel, Tisch. Alles konform der Neuzeit. Die Kultur des 20. Jahrhunderts. Und oben drauf klatscht es ununterbrochen! Klack! Klack! Scht. Summ! Das ist die Ethik des 20. Jahrhunderts. Und neben mir aus der Wand ringeln sich einige Regenwürmer. Das ist die Ästhetik des 20. Jahrhunderts."
In Reih' und Glied: Soldaten posieren in einem Betonschützengraben.
Sonnenbeschienene Ruinen: Soldaten auf einer Straße im zerstörten Sommepy in Frankreich.
Zerstörte Kirche: Die Zerstörung von Kirchen, die wegen ihrer exponierten Lage häufig zu militärischen Zielen wurden, bekam im Ersten Weltkrieg spätestens seit der Bombardierung der Kathedrale von Reims Symbolcharakter. Die häufigen Fotomotive mit zerstörten Kirchen im Elsass (hier in Uffholz) können auch als Antwort auf die Propagandaoffensive der Alliierten verstanden werden.
Kreuze für die Gefallenen: Gräber auf dem Hartmannsweiler Kopf. Etwa dreißigtausend Soldaten ließen hier auf beiden Seiten ihr Leben. Die Fotos vom Hartmannsweiler Kopf sind die letzten von insgesamt etwa achtzig Motiven aus der Kriegszeit, die der Kriegsfotograf Hildenbrand publizierte.
Schneebedeckter Unterstand: 1916 erhielt Hans Hildenbrand die Erlaubnis, an den Kriegsschauplätzen im Elsass zu fotografieren. Die hier abgebildete Fotografie trägt den Titel "Unterstand in den Vogesen".
Hartmannsweiler Kopf: Als Hans Hildenbrand im Sommer 1916 den Kriegsschauplatz fotografierte, verlief die Frontlinie bereits seit mehr als einem Jahr auf dem Berg im Oberelsass
Soldaten in einem Schützengraben im Oberelsass.
Bataillon im Elsass: Der Besuch des Fotografen Hans Hildenbrand auf dem Hartmannsweiler Kopf während des Ersten Weltkriegs ist im Tagebuch des Garde-Schützen-Bataillons festgehalten. Als Begleiter Hildenbrands wurde der Gefreite Sass abgestellt, im Bild links.
Pause vom Krieg: eine Gruppe Soldaten in einem Schützengraben im Oberelsass.
Auf der Flucht: Eine französische Familie flieht mit ihrem Hab und Gut vor den vorrückenden deutschen Truppen.
Quartier in St. Marie à Py: Hans Hildenbrand war der einzige Fotograf, der das Kriegsgeschehen von deutscher Seite aus in Farbe festhielt. Die Fotos - wie auch diese Aufnahme vom Sommer 1915 - wurden seinerzeit als Postkarten vertrieben.
Vor einem Unterstand: Hans Hildenbrand fertigte in der Champagne auch Stereoaufnahmen in Farbe an, die als sogenannte Chromoplast-Bilder von der Farbenphotographischen Gesellschaft vertrieben wurden. Insgesamt erschienen zwei Serien mit jeweils sechs Bildern der "Neuesten Frontaufnahmen".
Verdun aus der Vogelperspektive: Etwa 350.000 Soldaten starben auf beiden Seiten bis Ende Dezember 1916 beim Kampf um Verdun. Nach dem Ende des Kampfes war der Frontverlauf nicht wesentlich verschoben. Aufnahme vom Sommer 1916.
Fort von Souville: Ende Juni bis Mitte Juli 1916 tobte die Schlacht um das Fort im Nordosten Frankreichs.