Fotografie im Ersten Weltkrieg - DER SPIEGEL
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Weltkriegspropaganda Widerstandsgeist gegen die Aggressoren stärken

1914 brach der Erste Weltkrieg über Europa herein. Fast 15 Millionen Menschen starben in dem Gemetzel, das zugleich der erste Medienkrieg der Geschichte war: Erstmals wurden Fotos von den Schlachtfeldern massiv und systematisch für die Propaganda eingesetzt.
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Sturmangriff: Britische Truppen stürmen während des Ersten Weltkriegs aus ihrem Graben auf ein Schlachtfeld irgendwo in Europa. der Krieg begann mit der Ermordung des Österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo im Juni 1914 und endete im November 1918. Über neun Millionen Menschen starben im Verlauf des Krieges, viele von ihnen im Grabenkrieg.

Foto: AP
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Kriegsgefangene in Frankreich: Eine Gruppe deutscher Soldaten, die während der großen Offensive im April 1918 an der Westfront in Frankreich in britische Kriegsgefangenschaft gerieten. Ausgelöst durch die tödlichen Schüsse auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten am 28. Juni 1914 in Sarajevo brach im August 1914 der große Krieg (später als Erster Weltkrieg bezeichnet) aus. Es kämpften die Mittelmächte, bestehend aus Deutschland, Österreich-Ungarn sowie später auch das Osmanische Reich (Türkei) und Bulgarien gegen die Tripelentente, bestehend aus Großbritannien, Frankreich und Russland sowie zahlreichen Bündnispartnern.

Foto: DPA
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Erbeuteter Panzer: Ein deutscher Soldat im Jahr 1917 vor einem erbeuteten britischen Panzer. Nachdem der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten am 28. Juni 1914 in Sarajevo erschossen wurde, brach im August 1914 der Erste Weltkrieg aus. Er endete nach über neun Millionen Toten im November 1918.

Foto: DPA
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Kaiser Wilhelm II.: Porträt von Kaiser Wilhelm II., dem letzten deutschen Kaiser, aus dem Jahre 1905. Der Kaiser wurde am 27. Januar 1859 in Potsdam geboren. Das "Wilhelmische Zeitalter" endete nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg am 10. November 1918, als der deutsche Kaiser ins holländische Exil ging, wo er am 4. Juni 1941 auf Schloss Doorn starb.

Foto: B1620 Jürgen Diener/ DPA
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Militärpass des Jägers Reinhard Hamann aus Harmsdorf: Das Bild zeigt den Militärpass des einfachen Soldaten Reinhard Hamann im Ersten Weltkrieg. In der Familie wurden dieser Pass und Bilder aus Hamanns Dienstzeit zur Erinnerung aufgehoben und als Kopie dem Dorfarchiv übergeben.

Reinhard Hamann wurde am 30.12.1898 in Harmsdorf, Schleswig-Holstein geboren. Am 22.1.1917 wurde er als Landsturmpflichtiger erfasst und am 11. Juni eingezogen. Seine Ausbildung erhielt er im "Jäger-Ersatz-Batl. Nr. 9" in Lauenburg, Schleswig-Holstein. "Am 30.7.1917 zur 1. Radfahrkompanie Lauenburger Jäger Bataillon Nr. 9 ins Feld." Ab 11.8. 1917 bis zur Entlassung am 1.2.1919 Teilnahme an einer großen Anzahl von "Gefechten" in Rumänien und Frankreich. Er wurde mit dem "Eisernen Kreuz 2. Klasse" ausgezeichnet. Bei seiner Entlassung erhielt er "Waffenrock, Hose, Unterhose, Mütze, Halsbinde, Hemd, ein Paar Schuhe und einen Mantel" und "M 50,- Entlassungsgeld und M 5,- Marschgebühren". Während seiner Dienstzeit wurde er nicht befördert.

Foto: Uwe Stock/Bildarchiv Gemeinde Lensahn, Ostholstein
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Jäger Reinhard Hamann 1917: Dieses Bild und das Bild "Militärpass Jäger Reinhard Hamann" gehören zusammen. Die in den Familien noch vorhandenen Bilder aus dem Ersten Weltkrieg zeigen oft nur solche gestellten Fotos von Fotografen in den Garnisonsstädten oder Gruppenbilder, keinesfalls aber grausame Kriegsszenen.

Foto: Uwe Stock/Bildarchiv Gemeinde Lensahn, Ostholstein
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Massengrab: Das Bild, eine Postkarte, fand sich im Nachlaß meines Großvaters. (Jg. 1891) - Auf der Rückseite steht in Sütterlin-Schrift zu lesen: "Zur Erinnerung an den Angriff der Engländer bei Fromelles" Unterschrift: "Ein deutsches Massengrab bei Vimy 1917"

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Originalaufnahme vom Kriegsschauplatz: Ein Bild aus dem Nachlass meines Großvaters. Aus einer Postkartenserie:"Kriegserinnerungen" - Schloss Ligny, Fromelles, Le Maisnil. Album No. 11 - Originalaufnahmen vom Kriegsschauplatz. Militäramtlich genehmigt. Verlag von Ludwig Riffelmacher, Fürth i. B., No.1033

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Propagandapostkarte Erster Weltkrieg: Ein feldmarschmäßig ausgerüsteter Soldat nimmt vor der Haustür Abschied von seiner Tochter, um in den Krieg zu ziehen. Von dieser Poskarte gibt es noch mehrere Variationen, bei denen die beiden Personen nur eine andere Haltung einnehmen.

Foto: Uwe Stock
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Propagandapostkarte im Ersten Weltkrieg: Text der Postkarte: "Der Feldzug in Rußland. Gesehenes und Erlebtes. Scheinwerferangriff. Komm een Bisken nach hier Maxe, wir müssen se von unten fassen, sonst umzingeln se uns noch."

Zwei Soldaten in einer russischen Blockhütte bekämpfen die Wanzen, die die Wände der Hütte bedecken. Einer der Soldaten leuchtet und der andere versucht, die Wanzen mit seinem Stiefel zu zerdrücken. Uniformteile und Gewehre liegen verstreut in der Hütte. Vermutlich stellt das Bild über dem Fenster eine Ikone dar.

Foto: Uwe Stock
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Propagandapostkarte Erster Weltkrieg: Text der Postkarte: " Der Feldzug in Rußland. Gesehenes und Erlebtes. Nu looft der schon ne halbe Stunde hinter det Biest her - und det soll en Ruhetag sind."

Das Bild zeigt eine idyllische Szene: ein Soldat sitzt neben einer provisorischen Feuerstelle und rupft eine Gans. Zwei seiner Kameraden versuchen, eine weitere Gans oder sogar eine Schwein ("det Biest") zu fangen. Es könnte sich um eine Illustration über "das Leben im Felde" in einer unzerstörten Landschaft handeln, wäre da nicht der Hinweis auf den "Feldzug in Rußland".

Foto: Uwe Stock
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Propagandapostkarte "Seemans Los": Text auf der Karte: "Seemans Los. Macht euch bereit, jetzt segeln wir in die Ewigkeit. Gott sei mit uns! Wir gehen schlafen am Grunde des Meeres."

Ein stolzer Seemann nimmt Abschied von seiner Frau/Freundin, die mit gefalteten Händen in den Himmel blickt. Im Hintergrund des gestellten Fotos ist ein See oder das ruhige Meer zu sehen. Interessant an diesem Bild ist der obere Rand. Dort ist ein untergegangenes Schiff mit toten Seeleuten zu sehen.

Eine erstaunliche Aussage für eine Propagandapostkarte, wo doch sonst der Krieg verharmlost wird und das Sterben schon gar nicht vorkommt!

Foto: Uwe Stock
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Propagandapostkarte "Keiner dem graus'gen Tod entfloh": Ein stolzer Seemann nimmt Abschied von seiner Frau/Freundin, die ihn umarmt. Im Hintergrund des gestellten Fotos ist ein ruhiger See oder das Meer zu sehen. Interessant an dem Bild ist der obere Rand, wo ein untergegangenes Schiff zu sehen ist. "Als nun die stürmische Nacht vorbei, ruht, ach, so tief das Schiff, von allen Menschen so lebensfroh, keiner dem graus'gen Tod entfloh."

Ein äußert ungewöhnlicher Text für eine Propagandapostkarte, wo dort doch normalerweise das Sterben ausgeblendet wird!

Foto: Uwe Stock
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"Des Volkes Dank ist Euch gewiß": Das Bild zeigt ein großzügig ausgestattetes Lazarett. Im Vordergrund sitzt ein verwundeter Soldat in Paradeuniform auf einem Sessel. Eine grauhaarige Dame überreicht ihm einen Blumenstrauß, womit der Dank des Vaterlandes angedeutet werden soll. Bei der Dame handelt es sich vermutlich um eine Angehörige des Kaiserhauses oder eines anderen regierenden Hauses. Links hinter ihr ist ein Diener mit weiteren Blumensträußen erkennbar. Im Hintergrund erkennt man Krankenschwestern und die weiten Räume, aber keine Details des Lazaretts.

Foto: Uwe Stock
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Todesnachricht: "... die Pflicht, Ihnen Nachricht zu machen, daß Ihr Sohn der Gefr. der Reserve Weinland, 2. Komp, am 30.9.14 in dem Gefecht bei Fouquescourt, 30 km westlich von St. Quentin, auf dem Feld der Ehre geblieben ist. Ehre seinem Andenken". Mit einem vorgedruckten Formblatt, auf die persönlichen Daten handschriftlich eingetragen wurden, wurden die Angehörigen informiert, dass Heinrich Weinland (geb. 20.9.1888) in der Schlacht an der Somme umgekommen war.

Das Dokument zeigt die skrupellose Distanz, mit der die Menschen im Ersten Weltkrieg verheizt wurden.

Foto: Martin Baus/Martin Baus, Familienbesitz
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Feldpost im Ersten Weltkrieg: Feldpostkarte geschrieben an einen Kameraden während des Ersten Weltkriegs.

Foto: Karl Schillinger
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"Es braust ein Ruf wie Donnerhall": Typische Propaganda-Ansichtskarte aus dem Ersten Weltkrieg. Die Karte stammt aus dem Nachlass von Emil Hecker (1897-1989) und wurde 1915 abgestempelt.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Mich erbarmt des Volkes": Eine am Heiligenschein zu erkennende religiöse Figur verschließt die Augen vor dem Anblick des Kriegselends - ein deutscher und ein französischer Gefallener, im Hintergrund ein brennendes Dorf. Die Ansichtskarte (Münchener Künstlerkarte) stammt aus dem Nachlass von Emil Hecker (1897-1989) und wurde 1914, als Hecker noch Schüler war, von ihm aufbewahrt. Die Ansichtskarte war wegen ihres pazifistischen Grundtons als Propaganda nicht zu gebrauchen und konnte eher als Warnung vor einem Krieg dienen.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Tote Deserteure: An der Grenze zu Holland durch Starkstrom getötete Deserteure. Die Propaganda-Ansichtskarte, die Nachahmungstäter abschrecken sollte, stammt aus dem Nachlass von Emil Hecker (1897-1989) und wurde im November 1915 abgestempelt.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Tod im Schützengraben: Nicht identifizierbare Soldaten liegen nach einem Angriff tot im Schützengraben. Wieso eine solche Ansichtskarte mitten im Krieg verkauft und verschickt werden konnte, ist höchst erstaunlich! Die Postkarte stammt aus dem Nachlass von Emil Hecker.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Typische Propagandapostkarte: Hindenburgs Porträt sollte Kompetenz, Entschlossenheit und Souveränität suggerieren und das Vertrauen und den Durchhaltewillen des Betrachters stärken. Ende November 1916 schickte der junge Grenadier Emil Hecker diese Karte an seine Eltern als Feldpost.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Grüße von der Front: Am 31. März 1917 schickte der Grenadier Hecker diese Grußpostkarte aus Rethel in Frankreich an seine Eltern. Nur das Datum erinnert daran, dass Hecker sich als Soldat und nicht als Tourist in Frankreich aufhält. Der Text auf der Karte erinnert an die deutsche Belagerung der Stadt 1870.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Grüße aus aus dem besetzten Machault: Grenadier Hecker (1897-1989) schickte 1917 diese Postkarte an seine Eltern ("am Rathausmarkt in Machault"). Das Wort "Hauptwache" weist auf die deutsche Besetzung des Ortes und den Ersten Weltkrieg hin. Im Vergleich mit der Postkarte aus Bethel kann nicht der Verdacht aufkommen, dass Hecker sich hier womöglich als Tourist aufhält!

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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