Kampnagel-Theaterfestival Erst reden, dann ausziehen
Foyerhalle des Kulturzentrums Kampnagel in Hamburg: Das Live-Art-Festival "Postspectaclism" will die Zuschauer aus der Konsumhaltung locken und zur Teilnahme aktivieren.
Die estnische Choreografin Kroot Juurak verteilt etwa in ihrer Performance "Scripted Smalltalk" Süßigkeiten und Wodka und Mikrofone - und lässt die Besucher dann gemeinsam Dialogskripte vortragen. Etwa über die Angst, als Zuschauer in Theaterproduktionen beteiligt zu werden.
Auch bekannte Namen involvieren die Zuschauer: Der französische Choreograf Xavier Le Roy bietet mit seiner Arbeit "Low Pieces" ein Tanzspektakel - doch bevor sich das Ensemble auszieht, bringt es sich zunächst ins Gespräch mit dem Publikum.
In Constanza Macras' Produktion "Open For Everything" trifft ihre Compagnie Dorky Park auf Tänzer und Musiker aus der Volksgruppe der Roma.
Festivalort Kampnagel: In einer Vorhalle entwerfen Urban-Design-Studierende der HafenCity Universität eine temporäre Wohninstallation. Während des Festivals werden dort 80 Mitglieder der Young Performing Arts Lovers, eines europaweiten Netzwerks junger Zuschauer, leben und auch schlafen.