Mode in der Krise Oje, die armen Damen
In den vergangenen Jahren waren die Herrenkollektionen immer prächtiger, farbiger, eleganter und einfallsreicher als die Entwürfe für die Frauen. Die neuen, vor kurzem in Paris präsentierten Entwürfe des Japaners Rynshu Hashimoto sind ein Beleg dafür.
Und auch das Herren-Design von Thom Browne, das ebenfalls kürzlich in Paris zu sehen war, ist nicht gerade langweilig.
Etwas klassischer, dennoch durchaus gelungen: Neuer Herrenstoff von Lou Dalton. Aber wie steht's denn bitte um die Damenmode?
Bei den Damen lassen sich die Ideen der führenden Designer und Designerinnen eher unter den Überbegriffen Karikatur oder Witz sortieren. Wie diese Kreation von Donatella Versace.
Ein Model bei der New York Fashion Week 2013: Ob es sich dann im Einzelfall eher um eine Karikatur oder um einen Witz handelt, ist leider nicht immer eindeutig festzustellen.
Es stellt sich letztlich die Frage: Was war zuerst da - die Oligarchen-Gattin oder Gucci? Hier sehen Sie übrigens einen Entwurf vom Herbst 2012 aus besagtem Hause.
Und warum zwingen sich Frauen in die immer selben Röhrenhosen? Um das hart antrainierte Untergewicht zu demonstrieren? Um zu zeigen, dass man trotz des Überlebenskampfs in der Krise eine lustige Gurke geblieben ist? (Aufnahme von der Fashion Week Berlin 2013)
Kenner sagen tatsächlich, die Krise sei schuld an der Design-Misere im Damenbereich. Immer in schlechten Zeiten kleideten sich Damen besonders - weiblich. Ein Adjektiv, das für diesen Entwurf aus dem Hause Yves Saint-Laurent sicherlich passt.
Eine Analyse, die zu folgender Erkenntnis führt: In einem Fummel, der den Schritt freilegt, kann man schlecht in einer kühl klimatisierten Vorstandsetage arbeiten, ohne sich eine Blasenentzündung zu holen.