Steigende Pegel Häuser bauen auf dem Meer
Lagune Bora Bora: Das Atoll gehört zu Französisch-Polynesien und ist wie alle Inseln der Gruppe vom steigenden Meeresspiegel bedroht.
Vision einer schwimmenden Stadt (Zeichnung): Auf riesigen Pontons sollen mehrstöckige Gebäude stehen, in denen Hunderte Menschen leben.
Die Pontons lassen sich zu einer Kleinstadt zusammenkoppeln und könnten sogar Hunderte Kilometer vom Festland entfernt in internationalen Gewässern schwimmen.
Kühne Visionäre träumen gar von der Gründung neuer Nationen mit eigener Gesetzgebung.
"Wir müssen an unsere Träume glauben", erklärte Tahitis Regierungssprecher Jean-Christophe Bouissou nach der Unterzeichnung des Vertrags.
Sollte sich die Idee einer schwimmenden Siedlung als umsetzbar erweisen, könnte mit dem Bau im Jahr 2019 begonnen werden.
Grundsätzlich sind zwei Szenarien denkbar: Eine kleine schwimmende Community mit 100 bis 1000 Bewohnern.
Oder aber eine Stadt mit 50.000 und mehr Menschen, die Dutzende Quadratkilometer groß ist.
Die schwimmende Stadt wäre durch eine schwimmende Mauer vor Wellengang geschützt.
Eine abseits des Festlands positionierte Metropole müsste sich selbst versorgen - mit eigener Infrastruktur für Strom, Wasser, Abwasser und Müll. Sie wäre auch ein attraktives Ziel für Kreuzfahrtschiffe.
Staatsgründung auf hoher See? 1967 rief ein ehemaliger Offizier der Britischen Armee auf einer verlassenen Plattform vor der Küste Englands das Fürstentum Sealand aus und erklärte es zu einem eigenständigen Staat.
Schwimmende Stadt: Doch die Mikronation Sealand wurde nie anerkannt, obwohl sie anfangs sogar noch in internationalen Gewässern lag.
Ob eine in internationalen Gewässern schwimmende Stadt als eigenständiger Staat auftreten könnte, ist umstritten. "Womöglich gibt es im Seerecht eine Regelungslücke in Bezug auf schwimmende Städte", erklärt Andreas Müller, Völkerrechtler an der Universität Göttingen. Doch über kurz oder lang werde man Regeln dafür finden. Der Traum vom rechtsfreien Raum auf Pontons wäre schnell ausgeträumt.