60 Jahre Sputnik Als Amerika das Rennen ins Weltall verlor
"Sputnik 1": Die Sowjetunion triumphierte am 4. Oktober 1957 über die USA - sie schoss den ersten Satelliten ins Weltall.
Modell von "Sputnik 2": Am 3. November 1957 startete der nächste sowjetische Satellit - an Bord die Hündin Laika. Die USA waren ein zweites Mal düpiert.
Start von "Sputnik 2": Sergej Koroljow hatte die sowjetischen Raketen konstruiert. Doch öffentlich geehrt wurde der russische Chefkonstrukteur zu seinen Lebzeiten nie.
Modell von "Sputnik 3": Eigentlich sollte der Orbiter die Eroberung des Weltalls einleiten. Doch die Akademie der Wissenschaften wurde mit dem Bau des Satelliten, der viele wissenschaftliche Geräte enthielt, nicht rechtzeitig fertig.
Leipziger Messe März 1959: KPdSU-Chef Nikita Chruschtschow (Mitte) und der SED-Chef Walter Ulbricht (winkend links daneben) posieren vor einem "Sputnik 3"-Modell. Der Satellit wurde am 15. Mai 1958 gestartet und blieb fast zwei Jahre in einer Umlaufbahn um die Erde.
"Wunderwaffe" V2 (Aufnahme von 1945): Die Rakete konnte mehr als 700 Kilogramm Sprengstoff bis nach England fliegen. Entwickelt hatte sie der deutschstämmige Ingenieur Wernher von Braun.
Start einer V2: Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sich Braun samt seinem Kernteam den USA an. Er arbeitete fortan für die US-Armee.
Wernher von Braun gilt als Pionier der Raketentechnik. Die von ihm entwickelten Raketen überwanden schon 1944 die Grenze zum Weltraum, die in 100 Kilometern Höhe festgelegt wurde. Ziel waren jedoch keine Flüge ins All, sondern Angriffe auf Städte der Alliierten. Die Maximalgeschwindigkeit von rund 5500 km/h reichte nicht aus, um eine Umlaufbahn um die Erde zu erreichen.
Modell einer Jupiter C-Rakete: Wernher von Braun (2.v.r.) bei einer Pressekonferenz National Academy of Sciences in Washington. Seine Entwicklung basierte auf der V2.
William Picketing, James Van Allen und Wernher von Braun (v.l.n.r.) halten ein Modell des "Explorer 1" nach oben.
Braun mit Model von Jupiter C: Immer wieder hatte sein russisches Gegenüber Koroljow beim KGB nachgefragt, ob es Anzeichen für einen bevorstehenden US-Start gebe. Schließlich beschloss Koroljow, "Sputnik 1" schnellstmöglich zu starten - und den Amerikanern zuvorzukommen.
Start einer Jupiter C in Cape Canaveral (1958): Der Satellit "Explorer 1" war ein zwei Meter langer Zylinder mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern. Von den 13,9 Kilogramm Gesamtmasse entfielen 8,3 Kilogramm auf die wissenschaftliche Nutzlast.
Braun wurde als nationaler Held gefeiert und brachte die USA später auf den Mond.
Braun hätte schon lange vor der Sowjetunion einen Satelliten ins All schießen können. Doch US-Präsident Dwight D. Eisenhower hegte große Abneigung gegenüber dem deutschstämmigen Raketenpionier. Er wollte nicht, dass US-Satelliten mit Raketen starten, die von der Nazi-Vergeltungswaffe V2 abstammten.
Braun mit US-Präsident John F. Kennedy in Cape Canaveral: Später spielte Braun bei der Nasa eine entscheidende Rolle bei der Raketenentwicklung und ermöglichte die Flüge zum Mond.
Braun vor einer Saturn-V-Rakete: 24 Astronauten flogen damit zum Mond.