Mamma mia Zwischen Glückseligkeit und Überforderung
Mit 24 Jahren bekam Leonie ihren Sohn Jonah. Besonders schwierig war für die junge Frau, sich nach der Geburt wieder als eigenständige Person wahrzunehmen und zu erleben. Seitdem ihr Sohn drei Monate alt ist, arbeitet sie wieder als freiberufliche Grafikdesignerin. Die Fotografin Aleksandra Weber hat von 2016 bis 2018 Frauen wie Leonie für ihre Fotoserie "Madonna" porträtiert.
Anahís Arbeitgeber wollte sie überzeugen, direkt nach dem Mutterschutz wieder in den Beruf einzusteigen, doch die damals 28-Jährige lehnte ab. Nach einem Jahr Elternzeit wurde ihr dann nur ein Honorarvertrag mit weiter Anfahrt angeboten - sie kündigte. Derzeit sucht Anahí daher nach einer neuen Stelle, ebenso wie nach einem neuen Zuhause. "Wir wollten schon längst in einer größeren Wohnung wohnen, aber leben immer noch zu viert in zwei Zimmern auf 80 Quadratmetern", sagt sie.
Aleksandra Weber
Rebecca hält ihren Sohn Jonathan im Arm, der zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme noch nicht mal ein Jahr alt war. Drei Monate später fing sie an, ihn ein paar Stunden am Tag in die Krippe zu geben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann teilt sich die 34-Jährige heute die Betreuung auf. Er arbeitet in Teilzeit, sie inzwischen wieder in Vollzeit als Sonderpädagogin.
Mit 27 Jahren bekam die Erzieherin Wiebke ihre Tochter Frieda und zieht sie heute allein groß, ihre Eltern unterstützen sie aber. Nach der Elternzeit war Wiebke erst ein paar Monate arbeitslos, inzwischen arbeitet sie 30 Stunden pro Woche.
Nattaya möchte ihre Tochter bis zum dritten Lebensjahr selbst betreuen und erst dann wieder zurück in ihren Beruf als Augenoptikerin gehen. Besonders herausfordernd ist es für die 39-Jährige, immer die Ruhe zu bewahren: "Gerade anfangs, wenn man gefühlt nachts kein Auge zugemacht hat, ist man tagsüber schon gereizt und körperlich am Limit."
Als freiberufliche Journalistin, Jugendarbeiterin und Yogalehrerin arbeitet Michaela meist nachmittags und abends, in dieser Zeit betreut der Vater Zoé-Ava, die beim Fotoshooting sechs Monate alt war. Was seit der Geburt für Michaela besonders nervt? Der Schlafmangel.
Titus war eigentlich gar nicht geplant, weil Lotta und ihr Partner bereits zwei Kinder hatten. Der Alltag der Familie wurde dadurch noch komplexer, auch weil die 36-Jährige zusätzlich ihre Großmutter pflegt. Titus ist mittlerweile fast zwei Jahre alt und wird täglich sieben Stunden in einer Elterninitiative betreut.
Giullia-Tabea ist bereits das vierte Kind von Manuela. Die Geburt war sehr schmerzhaft. Nachdem sie die vergangenen zehn Jahre wegen der Kinder viel zu Hause war und nur Nebenjobs hatte, macht Manuela inzwischen eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau.
Liesel ist das zweite Kind von Bryna. Besonders herausfordernd ist es für die Mutter, ihren Kindern gleichermaßen Geduld entgegenzubringen und für sie Zeit zu haben. Bryna erwartet bereits das dritte Kind.
Mit 37 Jahren bekam Asja ihre Tochter Yuna Feline, ihr zweites Kind. Sie und ihr Partner stellten nach der Geburt fest, dass sie mehr Unterstützung von den Großeltern brauchten und die Großstadt Berlin zu stressig für sie war - und zogen nach Bremen zurück. Nach der Geburt ihres Sohnes entwickelte Asja viele Ängste, machte eine Kurzzeittherapie. Mit ihrer Tochter kann sie nun entspannter umgehen.