Fotoserie über Narben - DER SPIEGEL
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Fotoprojekt "Meine Narben haben mich nie daran gehindert, ein erfülltes Leben zu führen"

Manche schämen sich dafür, andere präsentieren sie mit Stolz: Narben erzählen von Krankheiten, Unfällen oder einschneidenden Erlebnissen im Leben eines Menschen. Brock Elbank hat Männer und Frauen mit Wundmalen porträtiert.
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Wie prägen Narben das Leben eines Menschen? Wie reagieren Fremde darauf und was machen sie mit dem eigenen Wohlbefinden und Selbstwertgefühl? Der Fotograf Brock Elbank porträtiert Menschen mit ihren Narben - wie die 14-jährige Jane, die Opfer einer kriminellen Bande wurde und seitdem eine Narbe im Gesicht trägt.

Foto: Brock Elbank
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Wegen eines bösartigen Tumors in der Unterlippe musste Adele diese komplett entfernen und rekonstruieren lassen. Ihr Alltag ist dadurch sehr beeinflusst, sie kann beispielsweise beim Essen und Schlafen ihren Mund nicht schließen. Damit anderen ihre Narbe weniger auffällt, benutzt sie täglich Make-up. " Ich war kurz davor zu sterben. So lebe ich mein Leben auf eine sehr intensive Art und Weise, jeder Moment ist so besonders", sagt die 26-Jährige.

Foto: Brock Elbank
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Im Alter von 17 Jahren wurde der heute 26-jährige Ivan am Schädel operiert, weil ein Tumor bei ihm entdeckt wurde, der sich als gutartig herausstellte. Viele Leute sprechen ihn auf seine Narbe an, er hat keine Probleme damit. "Ich glaube, dass es mich zu einem anderen, stärkeren Menschen gemacht hat und dass mir andere Sachen wichtig sind."

Foto: Brock Elbank
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Als er ein Jahr alt war, verbrannte sich Justyn an einem Topf mit heißem Wasser. Er spricht öffentlich über seine Narben und hofft, damit anderen zu helfen. "Ich liebe meine Narben und ich bin so dankbar für meine Fähigkeit, diese schreckliche Erfahrung in meinem Leben zu nutzen, um eine kraftvolle und positive Veränderung zu bewirken", sagt der 26-Jährige. Zeigt er einer Person seinen Rücken zum ersten Mal, ist es für ihn trotzdem immer noch eine Herausforderung.

Foto: Brock Elbank
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Als sie die High School besuchte, hatte die heute 45-jährige Lucy einen Motorradunfall, auf den mehrere Operationen an ihren Beinen folgten. "Meine Narben haben mich nie daran gehindert, ein erfülltes Leben zu führen", sagt sie. Lange schämte sie sich, aber mittlerweile ist es ihr egal, was andere denken. Wenn sie gefragt wird, was passiert ist, denkt sie sich oft Geschichten aus. "Die Menschen wollen nur wissen, was passiert ist, damit sie ausschließen können, das ihnen das auch widerfährt. Ich genieße es, sie zu erschrecken."

Foto: Brock Elbank
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Mit 24 Jahren wurden Margaret beide Brüste amputiert, sie machte eine Chemotherapie und ließ eine Rekonstruktion durchführen. Weil sie an einer seltenen genetischen Mutation leidet, ist sie einem erhöhten Risiko für mehrere Krebsarten ausgesetzt und muss regelmäßig Kontrollen machen. "Meine Narben repräsentieren den Kampf, den ich geführt habe, aber sie definieren nicht, wer ich bin. Ich trage sie jetzt mit Stolz", sagt die 29-Jährige. Sie spricht gern über ihr Erfahrungen und will andere unterstützen.

Foto: Brock Elbank
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Suzan hatte vor elf Jahren einen Autounfall, lag zwei Wochen im Koma und musste mehrmals operiert werden. Die Narben hätten keinen Einfluss auf ihr tägliches Leben. "Ich habe gelernt, dass perfektes Aussehen nicht das Wichtigste ist", sagt die 36-Jährige. Viele würden nicht wagen, sie danach zu fragen, sie hat aber kein Problem damit, darüber zu sprechen. Die größte Herausforderung war für sie zu akzeptieren, dass die Form und der Ausdruck ihres Gesichts sich verändert hatte. "Das hat nichts damit zu tun, hübsch zu sein oder nicht, sondern eher mit der eigenen Identität."

Foto: Brock Elbank
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Als Tony erst einige Wochen alt war, erlitt er durch seine Eltern schwere Verletzungen. Er überlebte, doch ihm mussten beide Beine amputiert werden. "Heute ist er der unglaublichste, glücklichste 4-Jährige, den man treffen konnte, und nichts hält ihn auf", sagen seine Pflegeeltern.

Foto: Brock Elbank
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Als Tara 18 Jahre alt wurde, wurde bei ihr eine Nierenerkrankung festgestellt. Erst ihr Vater, dann ihre Stiefmutter spendeten ihr ein neues Organ. Da ihre Narbe die meiste Zeit unter ihrer Kleidung versteckt ist, wissen viele nichts von ihr. "Ich habe ein wenig Haut gegen ein Leben voller Abenteuer, Berge, Klettern, Reisen eingetauscht. Was für ein geringer Preis", sagt die heute 23-Jährige.

Foto: Brock Elbank
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Zufällig wurde bei Mike eine Anomalie der Aortenklappe festgestellt und er musste zwei Mal operiert werden. Er spricht viel mit Leuten über seine Erfahrungen, auch inwieweit er sein Leben umstellen musste. Vorurteile anderer ignoriert er: "Ich fühle mich vollkommen wohl", sagt der 33-Jährige.

Foto: Brock Elbank
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?