Zukunft gestalten Die wichtigsten Player
Uber
Der kalifornische Technologie-Konzern Uber ist der weltweit größte Vermittler von privat durchgeführten Fahrten. Im Heimatland USA brauchen Uber-Fahrer keine Lizenz - sie fahren den Kunden in der Regel auch in ihrem eigenen Auto von A nach B. Die Tarife werden von Uber festgelegt und die Fahrkosten digital abgerechnet. Neben dem klassischen Fahrdienst bietet Uber heute auch Essenslieferdienste oder Leihfahrräder an. Das sogenannte Personenbeförderungsgesetz, das unter anderem Lizenzvorgaben regelt, hat es dem Ride-Hailing-Anbieter bislang schwergemacht, in Deutschland Fuß zu fassen. Mit Konzepten, die auf lizensierte Fahrer setzen, ist Uber aktuell in München und Berlin aktiv.
Didi
Uber-Konkurrent Nummer eins - im Jahr 2017 gelang es Didi sogar, Uber aus dem chinesischen Heimatmarkt zu verdrängen und das China-Geschäft des US-Fahrdienstvermittlers zu übernehmen. Auch in Australien, Japan und Brasilien ist Didi präsent, nach eigenen Angaben hat der chinesische Ride-Hailing-Anbieter rund 550 Millionen Kunden weltweit. Aufgrund der strengen Regulierungen hat Didi bislang keine Ambitionen gezeigt, auf den deutschen Markt zu stoßen.
Moia
Die Volkswagen-Tochter Moia hat ihren Sitz in Berlin und setzt auf kleine Busse, um Passagiere zu befördern. Die Fahrt wird über eine App bestellt, das Moia-Shuttle holt den Kunden ab. So weit, so gewöhnlich. Dann kommt das Pooling-Prinzip ins Spiel: in der Regel teilt man sich die Fahrt mit anderen, die eine ähnliche Strecke fahren wollen. Die Mitfahrer befinden sich schon im Fahrzeug, wenn man selbst zusteigt, oder sie stoßen im Lauf der Fahrt dazu. Möglich macht das ein Algorithmus, der die Beförderungswünsche zusammenbringt, die Route errechnet und dem Fahrer in Echtzeit sagt, wo er lang muss. Bislang fahren die Moia-Busse in Hannover, ab 2019 auch in Hamburg.
Car2go
Der Car-Sharing-Anbieter aus dem Hause Daimler ist der weltweite Marktführer und heute in 24 Städten aktiv. Car2go setzt auf free-floating Car-Sharing - die Fahrzeuge sind also frei über das gesamte Geschäftsgebiet verteilt und nicht an festgelegten Verleihstationen positioniert. Im Jahr 2017 wurden Autos von Car2go mehr als 24 Millionen Mal von Kunden angemietet. In Deutschland ist Car2go in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart vertreten.
Lyft
Der Fahrdienstvermittler Lyft gilt in den USA als größter Konkurrent von Uber. In etwa 300 US-Städten ist Lyft aktiv und vermittelt heute mehr als eine Million Fahrten täglich. Seit 2017 fordert der kalifornische On-Demand-Anbieter auch in Kanada den Mitbewerber Uber heraus. In Deutschland ist Lyft nur bedingt aktiv. Zwar hat das Unternehmen seit Anfang des Jahres einen Standort in München - der hat allerdings nichts mit einer Expansion des eigentlichen Geschäftsbereichs zu tun, sondern dient ausschließlich als Technologie-Zentrum.
BlaBlaCar
Die Online-Mitfahrzentrale BlaBlaCar ist Weltmarktführer im Bereich Langstrecken-Car-Pooling - aktiv ist der französische Konzern in 22 Ländern. Benutzer, die von einer Stadt in die andere wollen, können anderen Mitgliedern eine Fahrt in ihrem Auto anbieten oder selbst nach einer Mitfahrgelegenheit suchen. BlaBlaCar streicht für die Vermittlung eine Provision ein. An einem durchschnittlichen Wochenende finden über die Bundesrepublik verteilt mehr als 35.000 Fahrten statt. Im Jahr 2017 haben Mitfahrer in Deutschland insgesamt 796 Millionen Kilometer mit BlaBlaCar zurückgelegt.
DriveNow
Die BMW-Tochter setzt ebenfalls wie der direkte Konkurrent Car2go auf free-floating Car-Sharing. DriveNow wurde im Jahr 2011 in München eingeführt, heute ist das Unternehmen in 14 Städten präsent, darunter befinden sich fünf deutsche. Im Jahr 2017 hatte DriveNow weltweit 1,03 Millionen Kunden und ist damit die weltweite Nummer zwei im Bereich des stationsungebundenen Car-Sharings.
Tesloop
Die etwas andere Mitfahrgelegenheit. Tesloop aus dem Hause Tesla ist eine Mischung aus Ride-Hailing und Car-Pooling. Bestellt wird eine Fahrt von A nach B, gut möglich ist aber, dass entlang der Strecke weitere Passagiere zusteigen. Sowohl Start- als auch Zielort müssen zentral gelegen sein, außerdem muss die Fahrt im Voraus gebucht werden - im Vergleich zu anderen Ride-Hailing-Unternehmen bietet Tesloop keinen On-Demand-Service an. Noch gibt es den Tesla-Fahrdienst nur in den USA.
Gett
Das aus Israel stammende Ride-Hailing-Unternehmen setzt auf ein ähnliches Prinzip wie die Konkurrenten Uber, Didi und Lyft - bestellen, fahren, bezahlen. Alles Organisatorische läuft digital ab. Der Unterschied zu den anderen Anbietern: Bei Gett werden nur Fahrer eingesetzt, die eine offizielle Lizenz zur Personenförderung besitzen. Aktuell ist der israelische Konzern in 120 Städten aktiv, darunter befindet sich aber bislang keine einzige deutsche.
Flinkster
Flinkster ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn und ist deutscher Marktführer, was stationsbasiertes Car-Sharing anbelangt. In mehr als 400 Städten ist Flinkster aktiv. Das Unternehmen setzt auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Car-Sharing-Anbietern, um so das Netzwerk zu vergrößern. Neben Deutschland ist Flinkster in Italien, den Niederlanden und der Schweiz vertreten.
Taxify
Das Dienstleistungsunternehmen Taxify setzt auf die Vermittlung von Fahrten und schlägt dabei die Brücke zwischen privaten und gewerblichen Fahrern: Taxify-Kunden werden entweder in Taxis oder in privaten Pkws transportiert. Aktuell ist der aus Estland stammende Fahrdienstvermittler in 25 Ländern und 40 Städten in Europa, Afrika, Westasien, Mittelamerika und Australien tätig, Deutschland zählt wegen seines streng regulierten Markts nicht dazu. Weltweit hat das Unternehmen rund zehn Millionen Kunden, mehr als eine halbe Million Fahrer nutzen die Plattform, um Fahrten anzubieten.