Erstfahrt Unterwegs mit dem Grand California 600
Unterwegs mit dem Grand California 600 auf Gran Canaria. Erstmals stellt Volkswagen dem legendären Bulli einen Bruder im Großformat zur Seite.
Der sechs Meter lange Camper lässt sich so einfach wie ein Pkw durch die engen Serpentinen der Insel lenken. Seine Größe merkt man ihm nicht an. VW hat auch ein 80 Zentimeter längeres Modell im Angebot. Den Grand California 680.
Größere Steigungen sind mit dem 177 PS starken 2,0-Liter-Turbodiesel und der Achtgangautomatik kein Thema. Das Fahren war während des Tests stets ein angenehmes und entspanntes Erlebnis.
Sitzecke, Bett, Küchenzeile - soweit kennt man es auch aus dem Bulli der T-Baureihe. Im Grand California ist es durch deutlich mehr Stehhöhe von rund 2,20 Metern allerdings wesentlich luftiger. Außerdem gibt es erstmals ein Bad an Bord eines VW-Campers.
Das 82 Zentimeter breite und lange Camping-Bad hat ein Klappwaschbecken, dessen Wasserhahn sich in eine Dusche umfunktionieren lässt. Außerdem gibt es eine Toilette und ein paar Schränke für die Waschutensilien. Das Wasser kommt aus einem 110 Liter fassenden Frischwassertank.
Heckseitig gelangt man nicht nur an den 800 Liter großen Stauraum unter dem Bett, sondern auch an die in den Türen untergebrachten Campingmöbel.
Wer sich nach einem Bad im Meer einmal abduschen möchte, ohne den Sand im Camper zu verteilen, kann am Heck eine Außendusche anschließen und sich wahlweise kalt oder warm abbrausen.
Mit einer Dachmarkise am Fahrzeug dauert es keine fünf Minuten, bis man sich sein gemütliches Lager auf dem Campingplatz eingerichtet hat.
Für kalte Getränke sorgt ein 70-Liter-Kühlschrank, der sich in Fahrtrichtung aufziehen lässt. Das ist deutlich praktischer als übliche Lösungen, in denen die offene Kühlschranktür den Mittelgang versperrt.
Die Schrankzeilen im Heck des Fahrzeuges sind hingegen verhältnismäßig klein geraten. Aus Gründen des Designs wurden sie nach unten hin abgerundet. Dadurch müssen die Klamotten teilweise in Sushi-Manier zusammengerollt werden. Bei einem Fahrzeug dieser Größe könnte man etwas mehr Schrankplatz erwarten.
Statt eines Kleiderschranks gibt es eine etwa 30 Zentimeter lange Kleiderstange über dem Bett. Hier lassen sich zumindest ein paar Hemden und Hosen aufhängen.
Der Grand California 600 hat vier Sitzplätze und - wenn es dunkel wird - ebenso viele Schlafgelegenheiten.
Für die Nacht lassen sich die Fenster mit Verdunklungsvorhängen bedecken. Während der Vorhang der Frontscheibe an den Sonnenblenden befestigt wird, sind die Seitenfenster mit magnetischen Vorhängen bedeckt.
Im Heck befindet sich das 1,93 x 1,36 Meter große Querbett. Die Aussparungen an den Fahrzeugseiten sorgen dabei für etwas mehr Bewegungsfreiheit.
Wer das optionale Zusatzbett (2800 Euro) über dem Fahrerhaus ordert, bekommt das große Panoramafenster dazu. Das bringt mehr Licht in den Innenraum und gewährt einen Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel.
Das Extrabett lässt sich in Richtung Wagenmitte herausziehen. Die unsymmetrische Schlaffläche ist dann auf der Fahrerseite durch ein ausklappbares Extrapolster 1,90 Meter, auf der Beifahrerseite 1.60 Meter lang und insgesamt 1,22 Meter breit.
Gut gedacht, aber leider etwas zu schmal. Warum das Extrapolster nicht über die gesamte Breite geht und das Bett damit größer macht, leuchtet nicht ein.
Die zweiteilige Klappleiter steht mitten im Gang. Schlafen die Kinder oben, stellt sich die Frage, wohin damit.
Gegen Aufpreis von 550 Euro lässt sich der Grand California mit einem Fahrradträger ausstatten.
Durch die drehbaren Vordersitze verwandelt sich der vordere Teil des Campers in eine gemütliche Sitzgruppe. Bei schlechten Wetter lässt es sich hier gut aushalten.
Der Grand California kostet mindestens 54.990 Euro. Das Testfahrzeug mit Extras wie dem optionalen Bett über dem Fahrerhaus, Ambientebeleuchtung, ausfahrbarer Trittstufe, Dachmarkise und weiterer Sonderausstattung kostete rund 79.000 Euro.