Fotostrecke Allein zu Haus
Der Fotograf Gustav Willeit fotografiert einzelne Menschen in einer streng symmetrischen Architektur in Großstädten der ganzen Welt - wie diese Fassade eines mehrstöckigen Wohnkomplexes in Venedig.
Irgendwo in Tokio nahm Willeit dieses Foto auf. Die genauen Gebäude verrät der Fotograf nicht, denn er kann sich oft selbst nicht mehr daran erinnern, wo er sie gefunden hat.
Das Markenzeichen seiner Fotos ist die einzige menschliche Figur, die in der Mitte aus den Fenstern der Gebäude guckt, am Balkon steht - oder wie in diesem Fall an der Fassade hängt.
Manchmal muss Willeit eine Weile ausharren, bis ein Mensch in den Häusern auftaucht. Doch das Warten hat sich in diesem Fall gelohnt: Die Person mit der dunkelroten Decke ist ein Eye-Catcher inmitten des eintönigen grün-weiß gemusterten Gebäudes, das in Neu-Delhi steht.
Willeits Kriterien bei der Auswahl seiner Motive sind: eine spannende Struktur und die Farbe der Gebäude. Laut ihm kommt aber praktisch jedes Haus infrage. Diesen pastellfarbenen Wohnkomplex hat Willeit in Kyoto in Japan entdeckt.
"Es macht mich traurig mir vorzustellen, wie oder wo manche Menschen leben oder arbeiten müssen", sagt Willeit. "Aber anscheinend ist es heutzutage praktischer, in die Höhe zu bauen."
Alle Fotos sind stark nachbearbeitet. Willeit vergleicht sich selbst mit einem Koch: "Ich nehme das rohe Fleisch und bereite es je nach Wunsch zu." Manchmal erweitert er die Gebäude auch oder vergrößert sie.
Völlig unbewohnt sieht dieses Gebäude in Berlin aus - bis auf die einzelne Frau, die aus dem Fenster blickt. Doch fast keines der Häuser, die Willeit fotografiert hat, steht leer. Der Eindruck entsteht dadurch, dass Willeit alle störenden Elemente wie Pflanzen auf der Fensterbank entfernt.
Doch dieses Haus in Dubai wird gerade erst gebaut. Die meisten der Gebäude hat Willeit in Vorstädten, weniger im Zentrum gefunden.