Fotostrecke Tote und Festnahmen bei Anti-Terror-Einsatz
Schwerbewaffnete Polizisten führen einen kaum bekleideten Mann aus einer Wohnung in Saint-Denis bei Paris ab. Dort hatten sich mehrere mutmaßliche Terroristen verschanzt.
Das Hemd des verhafteten Mannes ist blutverschmiert. Um wen es sich handelt, ist bislang unklar. Nach den Anschlägen in und um Paris vom vergangenen Freitag mit über 130 Toten startete die Polizei einen Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis.
Auch an einer Kirche in Saint-Denis kommt es zu einem Einsatz der Polizei. Sicherheitskräfte klopfen zunächst gegen die Eingangstür und brechen diese dann mit einem Stemmeisen und einer Axt auf.
Krieg und Frieden: Eine Taube flattert über die Köpfe von zwei Polizisten hinweg. Die Polizei in Saint-Denis hat das Gelände rund um den Einsatzort weiträumig abgesperrt.
SPIEGEL-Redakteur Mathieu von Rohr beschreibt die Lage vor Ort: "Saint-Denis wirkt wie im Kriegszustand mit all diesen schwer bewaffneten Spezialkräften mit Sturmhelmen, kugelsicheren Westen, dazu Soldaten im Tarnfleck. Und viele Krankenwagen."
Auf den Bildern sind mutmaßliche Terroristen zu sehen, die hinter den Anschlägen vom vergangenen Freitag stecken sollen. Der Einsatz richtete sich nun laut Medienberichten gegen den belgischen Abdelhamid Abaaoud (Mitte), der als Drahtzieher der Anschläge gesucht wird. Die weiteren Bilder zeigen den Franzosen Bilal Hadfi (v.l.), der sich vor dem Stade de France in die Luft sprengte, einen unbekannten Mann, der ebenfalls an den Angriffen beteiligt sein soll, den Franzosen Salah Abdeslam, nach dem mit Hochdruck gefahndet wird, und Samy Amimour, einer der Attentäter in der Konzerthalle Bataclan.
Soldaten in Saint-Denis: Der Einsatz spielte sich in einem Viertel im Zentrum der Stadt nördlich von Paris ab, das nur etwa eineinhalb Kilometer vom Stade de France entfernt liegt.
Mehrstündiger Einsatz: Die Razzia zielte auf ein Apartment, in dem sich mehrere Menschen verschanzt hatten.
Dutzende Kamerateams haben sich eingefunden, auch viele Passanten stehen an den Absperrbändern. "Oh mein Gott, dieser Wahnsinn ist immer noch nicht vorbei", sagte ein Rentner, der in der Nacht von den Schüssen und Explosionen wach geworden war.
Ein Einsatzwagen der Polizei: Mit schwerem Gerät waren die Sicherheitskräfte angerückt.
Aggressive Stimmung: Augenzeugen berichteten von höchster Anspannung bei den Einsatzkräften.
Bei dem Polizeieinsatz hat sich laut Staatsanwaltschaft eine Frau in die Luft gesprengt. Medien berichten, dass es einen weiteren Toten gibt.
Auch die Feuerwehr ist vor Ort.
Spezialeinheiten der französischen Polizei sichern den Pariser Vorort Saint-Denis: Die Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen, da sich immer noch bewaffnete Männer in einem Apartment nahe dem Fußballstadion verschanzt halten würden.
Laut offiziellen Angaben wurden fünf Polizisten bei dem Einsatz leicht verletzt.
Der Einsatz fand nahe der Sportarena Stade de France statt, wo am Freitag drei Selbstmordattentäter ihre Sprengstoffgürtel zur Explosion gebracht und einen Passanten getötet hatten.
Laut Ermittlern waren unter anderem Polizisten der Eliteeinheit Raid im Einsatz.
Polizeieinsatz in Paris: Bei der Aktion sind laut Staatsanwaltschaft bislang drei Verdächtige festgenommen worden.