Brasilien im Achtelfinale Mehr als Neymar
Der Traum vom sechsten WM-Titel lebt weiter bei den brasilianischen Fans. Vor der Partie gegen Serbien drohte allerdings auch das Aus - bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Punktgewinn der Schweizer hätte die Elf rund um Superstar Neymar nach Hause fahren müssen.
Bislang ließen die Turnierleistungen der Seleção zu wünschen übrig. Ein 1:1 gegen die Schweiz, zwei Treffer in der Nachspielzeit beim 2:0 gegen Costa Rica - das war eher Stolpern als Zaubern.
Auf ihm ruhten die Hoffnungen der brasilianischen Fans und Verantwortlichen: Neymar war in den ersten Vorrundenpartien eher durch großes Lamentieren als berauschende Spielkunst aufgefallen. Gegen die Serben präsentierte er sich demonstrativ kantig in den Zweikämpfen.
Früher Wechsel: Bereits in der 10. Minute musste Linksverteidiger Marcelo verletzungsbedingt den Platz verlassen. Für ihn kam Filipe Luís in die Partie.
Die erste große Chance hatten die Brasilianer: Gabriel Jesus scheiterte am serbischen Schlussmann Vladimir Stojkovic.
Was Sie hier sehen, ist das feine Füßchen des Brasilianers Paulinho. Dieser überlupfte nach einem noch feineren Pass von Philippe Coutinho den verdutzten Stojkovic. 1:0 Brasilien in der 36. Minute.
Der 29-Jährige vom FC Barcelona jubelte nach seinem ersten WM-Tor.
In der 68. Minute erhöhte Abwehrmann Thiago Silva nach einer Vorarbeit von Neymar per Kopf zum vorentscheidenden 2:0. Damit ist er der zweitälteste brasilianische Torschütze der WM-Geschichte. Älter als der 33-Jährige war nur Bebeto bei seinem Treffer gegen Dänemark 1998.
Auch ohne eigenen Treffer war Neymar obenauf. Nächster Gegner der Brasilianer sind im Achtelfinale nun die Mexikaner, die in der deutschen Gruppe auf Platz zwei landeten.