Fotostrecke: Die Politiker haben die Seiten gewechselt - DER SPIEGEL
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Anrüchige Jobs Wenn Politiker die Seiten wechseln

Ist was? Noch vor kurzem nutzten SPD-Politiker jede Gelegenheit, um die Union zu kritisieren. Im Fall Pofalla verhalten sich die Genossen auffallend ruhig, manche unterstützen den möglichen Wechsel des Ex-Kanzleramtschefs zur Bahn sogar.
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Merkel, Pofalla, Gabriel und Steinmeier im Bundestag: Kaum ist man selbst in Amt und Würden, ist es vorbei mit der Angriffslust. Zu besichtigen ist das dieser Tage im Fall von Ronald Pofalla.

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa
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Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hatte seinen Abschied aus der Regierung offiziell mit dem Wunsch nach mehr Privatleben begründet. Erst Wochen später stellte sich heraus, dass ihm auch künftig wohl nicht so viel Zeit für seine junge Lebensgefährtin bleiben wird. Der Christdemokrat strebt einen Wechsel auf einen hochdotierten Posten bei der Bahn an.

Foto: Adam Berry/ Getty Images
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Eckart von Klaeden wechselte 2013 aus dem Kanzleramt zu Daimler und fungiert dort als Cheflobbyist. Bei ihm äußerten Kritiker den Verdacht, dass der neue Job ein Dankeschön für erwiesene Dienste sei. Diese Vermutung besteht, weil er sich im Kanzleramt mehrfach mit Vertretern von Daimler traf.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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Der CSU-Politiker Georg Fahrenschon war bis 2011 bayerischer Finanzminister. Im Mai 2012 wechselte er als Präsident zum Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Er übernahm damit den Posten des obersten Bankenlobbyisten in Deutschland. Die Politik und die Sparkassen sind hierzulande traditionell eng verwoben.

Foto: Frank Leonhardt/ dpa
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Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) heuerte 2010 beim Autozulieferer Magna an, zuständig für Kontakte zu öffentlichen Stellen. Im Amt hatte er sich noch für eine Opel-Übernahme durch Magna starkgemacht.

Foto: Christof Stache/ AP
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2010 wechselte der Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen, Ralf Nagel, zum Verband Deutscher Reeder. Zu seinem neuen Job als Geschäftsführer dieses Interessenverbandes gehört es auch, Forderungen an die Politik heranzutragen. Organisationen wie Transparency International sahen den Schritt Nagels kritisch.

Foto: Angelika Warmuth/ picture alliance / dpa
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Manchmal gibt es auch umgekehrte Wechsel von der Privatwirtschaft in die Politik: Als er noch Umweltminister war, holte Norbert Röttgen 2009 einen Ex-Lobbyisten der Atomindustrie in sein Ministerium. Gerald Hennenhöfer wurde Leiter der Abteilung für Reaktorsicherheit. Hennenhöfer war vorher bei der Anwaltssozietät Redeker beschäftigt. Zu seinen Mandanten gehörte unter anderem die einstige Betreiberin des umstrittenen Versuchsendlagers Asse II, das Helmholtz-Zentrum München.

Foto: Holger Hollemann/ picture alliance / dpa
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Ex-Verkehrsminister Matthias Wissmann wechselte im Sommer 2007 direkt aus dem Bundestag zum Verband der Automobilindustrie. Der CDU-Politiker war von 1993 bis 1998 Verkehrsminister.

Foto: Tim Brakemeier/ picture alliance / dpa
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Spektakulärere Personalien gab es 2005 nach dem Ende der rot-grünen Bundesregierung. Die meiste Schelte zog sich damals der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder zu, der in den Dienst des russischen Energiegiganten Gazprom trat - er gehört dem Aufsichtsrat der Ostsee-Pipeline Nord Stream an.

Foto: Daniel Karmann/ picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Auch der frühere Innenminister Otto Schily bot Angriffsfläche: Nach seiner Ministerzeit wurde der Sozialdemokrat Aufsichtsratsmitglied bei der Byometric Systems AG und bei der Safe ID solutions AG -Unternehmen, die biometrische Anwendungen herstellen. Pikant ist das, weil sich Schily in seiner Zeit als Minister massiv für die Einführung biometrischer Merkmale in Ausweispapieren einsetzte.

Foto: FRITZ REISS/ ASSOCIATED PRESS
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Unschön war auch der Schritt von Hartmut Meyer im Jahr 2004. Der Verkehrsminister Brandenburgs wechselte nach seinem Ausscheiden aus dem Amt zur Bahn. Zuvor hatte der SPD-Mann dem Konzern noch einen lukrativen Nahverkehrsvertrag ohne Ausschreibung zugeschanzt.

Foto: Ralf_Hirschberer/ picture-alliance / dpa/dpaweb
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?