Fotostrecke Diva vor der Kamera
Als Verführerin, die auch mit ihren Talenten nicht geizt, etablierte sich Elizabeth Taylor in den sechziger Jahren als berühmteste Schauspielerin der Welt.
Elizabeth Taylor als "Maggie die Katze": Die Rolle der toughen, ein wenig vulgären Sirene im Kinoerfolg "Cat on a Hot Tin Roof" (1958) war wie gemacht für Hollywoods dominierende Diva - und bestimmte ihr Image nachhaltig.
Dieser Film machte die damals Zwölfjährige zum Star: 1944 spielte Taylor die Hauptrolle in "National Velvet", einem Drama über ein pferdenärrisches Mädchen, das als Jockey verkleidet das bedeutendste englische Rennen, das "Grand National", gewinnt.
Taylor war damals bereits eine Film-Veteranin: Seit ihrem neunten Lebensjahr stand sie bei MGM unter Vertrag, musste Hauptrollen jedoch oft berühmten Vierbeinern wie zum Beispiel Lassie überlassen.
Ihre erste Hauptrolle als Erwachsene spielte die 18-Jährige in "Vater der Braut" neben Spencer Tracy. Die Komödie (Regie: Vincente Minnelli) bescherte MGM 1950 satte Gewinne an den Kinokassen - um diesen Erfolg zu beflügeln, fädelte das Studio eine reale Hochzeit für seinen vielversprechenden Jungstar Taylor ein.
Taylor heiratete im selben Jahr Nicky Hilton, den Sohn und Erben des Hotel-Magnaten Conrad Hilton. Die Hochzeit wurde von Studio-Strategen inszeniert, das Gros der Gäste bestand aus Stars, die bei MGM unter Vertrag standen. Taylor ging laut eigenem Bekenntnis reichlich naiv in die Ehe - und ergriff nach sechs Monaten die Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann.
Den ersten Achtungserfolg als Schauspielerin brachte Taylor 1951 die Hauptrolle in dem Drama "A Place in Sun" (1951, Regie: George Stevens), bis heute ein Kultfilm. Co-Star Montgomery Clift war bis zu seinem Tod 1966 einer ihrer engsten Freunde.
Ehe Nummer 2: Der englische Kinostar Michael Wilding erhielt bei seiner Verehelichung mit Taylor ebenfalls einen MGM-Kontrakt. Die Ehe (das Foto zeigt das Paar mit den Söhnen Chris und Michael jr.) wurde 1957 geschieden.
Ihre dritte Ehe schloss Taylor mit dem Impresario, Produzenten und Erfinder der Todd-AO-Kinobreitwandtechnik, Mike Todd. 1957 wurde Tochter Elizabeth, genannt "Liza", geboren. Todd kam im März 1958 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Das Südstaaten-Drama "Das Land des Regenbaums" (1957) sollte "Vom Winde verweht" übertrumpfen - und war ein Flop. Immerhin: Elizabeth Taylor wurde für ihre Rolle als Susanna Drake für den Oscar nominiert.
Die Inszenierung als Familienmensch wurde bald abgelöst vom öffentlichen Bild als "femme fatale". Nach Todds Unfall wandte sich Taylor seinem Protegé, dem Sänger Eddie Fisher, zu.
Der war jedoch mit der damals enorm populären Schauspielerin Debbie Reynolds ("Singin' in the Rain") verheiratet. Taylor wurde fortan als Ehebrecherin gegeißelt.
Fisher und Taylor kurz nach ihrer Trauung am 12. Mai 1959.
Für den TV-Film "These Old Broads" (etwa: Diese alten Schachteln) traten die ehemaligen Konkurrentinnen Debbie Reynolds (links) und Elizabeth Taylor später sogar zusammen vor die Kamera (mit Shirley McLaine und Joan Collins).
Für ihre Darstellung in "Telefon Butterfield 8" (1960) erhielt Taylor den ersten von insgesamt drei Oscars. Der Film ist heute zu Recht in Vergessenheit geraten.
Dann kam 1963 "Cleopatra", ein knallbunter und horrend teurer Schmachtfetzen, der das Studio 20th Century Fox ruinierte und Taylors Ruf als "schönste Frau der Welt" zementierte.
Die chaotischen Dreharbeiten waren vom privaten Drama um Taylor überschattet: Die Diva und ihr Co-Star Richard Burton begannen eine Affäre - bis heute die legendärste der Filmwelt.
Auch in der Verfilmung des Shakespeare-Stücks "Der Widerspenstigen Zähmung" traten Burton und Taylor gemeinsam auf, erneut als zänkisches, leidenschaftliches Paar.
"Dick and Liz" versorgten die Regenbogenpresse jahrzehntelang mit Material. Zweimal schlossen die beiden die Ehe miteinander, von 1964 bis 1974 und von 1975 bis 1976.
Die Schwäche der Taylor für exquisiten Schmuck war legendär, Burton beschenkte seine Frau unter anderem mit dem "Krupp-Diamanten" und der "Peregrina Perle". Hier albert der Schauspieler für die Presse 1972 an einem Filmset mit dem Geschmeide seiner Frau. Deren Ex-Mann Eddie Fisher lästerte: "Mit einem 50.000-Dollar-Brillanten kann man Liz sehr glücklich machen. Für vier Tage."
Der fulminanteste Auftritt des Ehepaars Taylor/Burton vor der Kamera war 1965 die Verfilmung des Theaterstücks "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" (das Foto zeigt Taylor mit George Segal). Taylor erhielt für ihre Darstellung ihren zweiten Oscar.
Taylor wurde zum Synonym für Glamour, Luxus. Aus diesem Image schlug die Schauspielerin auch als Vermarkterin von Juwelen und Parfums Kapital.
Taylors Ehemann Nummer 7 war der republikanische Politiker John Warner. Der hatte zum Zeitpunkt der Eheschließung 1976 Ambitionen auf einen Senator-Posten für den US-Bundesstaat Virginia. Drei Jahre später klappte es - die Ehe wurde jedoch 1982 geschieden.
In den achtziger Jahren feierte Taylor nach mehreren Alkohol-Entzügen imagetechnisch eine Art Wiederauferstehung. Als eine der ersten Prominenten widmete sie sich der Aids-Aufklärung, gründete Stiftungen und sammelte Millionen Dollar für die Erforschung der Krankheit.
Das Paar Burton und Taylor am Set des Fernsehfilms "Divorce His, Divorce Hers" von 1972 - da waren sie noch verheiratet. "Die Taylor legt zu lange Wege in zu kurzen Kleidern zurück", giftete der SPIEGEL in einer Kinokritik.
1993 zeichnete die Academy of Motion Picture Arts and Sciences Elizabeth Taylor für ihre humanitären Verdienste mit dem Jean Hersholt Award aus.
Vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton erhielt Taylor 2001 für ihr Engagement die Presidential Citizens Medal.
Taylors letzter Kinoauftritt war eine Nebenrolle in der Comicverfilmung "Flintstones" 1994.
Taylor zählte Michael Jackson zu ihren engsten Freunden. Die Schauspielerin, der zu ihrer Glanzzeit als "America's Queen" gehuldigt wurde, prägte für Jackson die Bezeichnung "King of Pop".
1991 schloss Taylor auf Jacksons Neverland Ranch die Ehe mit dem Bauarbeiter Larry Fortensky - das Paar hatte sich während eines Alkohohlentzugs kennengelernt.
Fünf Jahre später erfolgte die Scheidung.
In ihren letzten Lebensjahren war Taylor auf den Rollstuhl angewiesen. Behauptungen über dramatisches Siechtum trat sie jedoch stets kampfeslustig entgegen.
2006 zerstreute sie mit einem TV-Auftritt in der CNN-Show "Larry King" Gerüchte, sie leide an Alzheimer.
Als großartige Schauspielerin, engagierte Kämpferin und eine der schönsten Frauen der Welt wird Elizabeth Taylor in Erinnerung bleiben.