Der ewige Kampf Springer und die Linke
Zum 40. Jahrestag des Attentats auf Rudi Dutschke demonstrierten Mitglieder des Vereins "Mayday" am 11. April 2008 vor dem Springer-Hochhaus in Berlin.
Dutschke-Freunde feierten 2008 einen späten Sieg über Springer: Auf Betreiben der "taz" wurde ein Teil der Berliner Kochstraße nach dem Studentenführer benannt. Seither residiert der Springer-Verlag in Berlin an der "Rudi-Dutschke-Straße" - und verlegte extra seinen Haupteingang um Ecke.
Der Studentenführer Rudi Dutschke war im April 1968 von einem "Bild"-Leser angeschossen und schwer verwundet worden.
Dutschkes Gesinnungsgenossen machten Springer für das Attentat verantwortlich - vor allem das Boulevardblatt "Bild" hatte gegen die Studentenbewegung und ihren Anführer gehetzt. Hier eine Demonstration am 15. April 1968 in Frankfurt.
Vor dem Springer-Gebäude in der damaligen Berliner Kochstraße kam es zu einer gewaltigen Demonstration. Die erbosten Studenten wollten versuchen, die Auslieferung der Springer-Blätter zu verhindern.
Das gelang ihnen zwar nicht, doch der landesweite Protest ging dennoch in die Geschichte ein: Es waren die schwersten Ausschreitungen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Auslieferungsfahrzeuge des Springer-Verlags wurden von Demonstranten umgeworfen und in Brand gesetzt. Die Berliner Feuerwehr löschte.
Auch beim Ostermarsch am 15. April 1968 in Stuttgart war das Attentat auf Rudi Dutschke und Springers Schuld das beherrschende Thema.
In München verwüsteten Demonstranten am 12. April 1968 die Redaktionsräume der "Bild"-Zeitung.
Nur mit Mühe gelang es der Polizei, den Demonstranten Herr zu werden. Das Bild zeigt die Räumung der Straße vor dem Springer-Gebäude in Berlin in der Nacht vom 13. April 1968.
Axel Springer (hier bei einem Prozess gegen den damals linken, später zum Nazi gewandelten Horst Mahler im März 1970) sah keine Veranlassung, die Verantwortung für die Schüsse auf Rudi Dutschke zu übernehmen. Im Jahr 2000 schrieb seine Witwe Friede Springer an Marek Dutschke, den jüngsten Sohn des Studentenführers: "Schuld am Tod Ihres Vaters kann Axel Springer gar nicht gewesen sein". Begründet, sagt Dutschke junior, hat sie das nicht.