FES-Studie Motive der Nichtwähler
Die Mehrheit der Nichtwähler schätzt einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zufolge die Bedeutung der Politik für das eigene Leben durchaus als wichtig ein - auch wenn die Dauer-Nichtwähler dies distanzierter betrachten. Dauer-Nichtwähler werden in der Expertise als diejenigen bezeichnet, die an keiner der letzten vier Bundestagswahlen teilgenommen haben. Das Gut wählen zu können, wird von der Mehrheit der Nichtwähler als wichtig bewertet - vor allem von den sogenannten sporadischen Nichtwählern, die nur bei einer der letzten Bundestagswahlen gefehlt haben. Allerdings messen nur wenige Stimmenthalter ihrem Votum eine hohe Bedeutung bei.
Die Unzufriedenheit mit den Politikern und Parteien ist für die Nichtwähler das Hauptmotiv, der Urne fernzubleiben. Der Unmut über die Politiker macht insgesamt 33 Prozent aus - bei den Dauer-Nichtwählern sind es sogar 53 Prozent. Generelle Politikverdrossenheit geben 22 Prozent der befragten Nichtwähler an.
Wie kann die Wahlbereitschaft wieder gesteigert werden? Drei Viertel aller Nichtwähler (und auch zwei Drittel aller Dauer-Nichtwähler) wünschen sich ein Mehr-Kümmern der Politiker. Gemeint ist damit alles, was den Wahlbürgern wieder das Gefühl gibt, dass ihre Sorgen, Ängste und Nöte von den Politikern wahrgenommen werden. Dazu gehört auch, dass zu großer Dissens und die zu "laute" Artikulation von Konflikten in der Politik verringert wird. Zudem fordern viele Nichtwähler eine inhaltliche Schärfung der Parteien, die derzeit oft dazu neigen, sich einem vermeintlichen Zeitgeist anzupassen.