Fotostrecke Protest auf Winnie-Puuh-Decken
Sitzprotest in Hamburg: Um ein Zeichen gegen den quälenden Dauerstreik in den kommunalen Kindertagesstätten zu setzen, funktionierten am Freitagvormittag rund 250 Kinder und Eltern die Empfangshalle des Rathauses zur Groß-Kita um.
Die Eltern mühten sich, den Ausflug ins Rathaus für ihre Sprösslinge unterhaltsam zu gestalten. Ob den Eltern dieses trommelnden Jungen wohl die Gewekschaftssymbolik bewusst war?
Die Eltern stellt der Dauerstreik in den Kitas vor immer größere Probleme. Vielen, die am Freitag ins Rathaus kommen, gehen allmählich die Ideen aus, wer ihren Nachwuchs in der Zeit, in der sie arbeiten, noch betreuen soll.
Für die Eltern dieser Kinder wird das Betreuungsproblem teuer. "Erst haben wir es mit dem Notdienst unserer Kita versucht", sagt Gruner. "Doch dort wurden 38 ein- bis sechsjährige Kinder von drei Erzieherinnen betreut, die die Kinder oft noch nicht einmal kannten." Inzwischen leisten sich ihr Freund und sie die teurere Variante: Damit sie weiter arbeiten können, kommt zweimal die Woche der Babysitter.
Ver.di will die Eltern für sich kämpfen lassen. Mütter und Väter sollen Proteste organisieren und ihren örtlichen Politikern Druck machen. Die sollen dann auf die kommunalen Träger einwirken.
Anne-Maria Cornelßen studiert noch und nahm ihre Zwillinge, als Großeltern und Freunde nicht aushelfen konnten, ein paar mal mit in die Uni. "Das funktioniert natürlich überhaupt nicht", sagt sie. Aber es sei immer noch besser, als wochenlang die Kurse zu schwänzen.