Franz Beckenbauer: Ein Leben als Kaiser - DER SPIEGEL
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Franz Beckenbauer Ein Leben als Kaiser

Er gewann als Spieler alle bedeutenden Trophäen im Weltfußball, führte die deutsche Mannschaft 1990 als Teamchef zum WM-Titel und holte das Weltmeisterschaftsturnier 2006 nach Deutschland: Franz Beckenbauer. Nun wird der "Kaiser" 70. Sein Leben in Bildern.
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Der junge Franz Beckenbauer im Trikot des FC Bayern. Als 13-Jähriger war er vom SC 1906 München zum FCB gewechselt. Beckenbauer debütierte mit 18 Jahren in der ersten Mannschaft der Bayern. Das war am 6. Juni 1964 am ersten Spieltag der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Im Spiel gegen den FC St. Pauli (4:0) erzielte Beckenbauer auch gleich sein erstes Pflichtspieltor.

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Beckenbauers Stern ging bei der WM 1966 in England auf, wo er als 20-Jähriger groß aufspielte. In dieser Szene schirmt er den Ball im Finale vor Jack Charlton (Nummer 9) ab. Deutschland verlor das Endspiel 2:4 nach Verlängerung, der dritte englische Treffer durch Geoff Hurst war das berühmte Wembley-Tor. Beckenbauer wurde mit vier Treffern Dritter der Torschützenliste.

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Bei der WM 1970 verletzte sich Beckenbauer im Halbfinale gegen Italien an der Schulter. Weil das Auswechselkontingent jedoch erschöpft war, musste er mit verbundener Schulter das sogenannte "Jahrhundertspiel" zu Ende bringen. Deutschland verlor 3:4 nach Verlängerung.

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Mit den Bayern war Beckenbauer 1969, 1972 und 1973 Deutscher Meister geworden, 1974 folgte Titel Nummer vier. Es war jenes Jahr, als die Münchner auch erstmals den Europapokal der Landesmeister gewannen. Zum Team gehörten damals: (hinten v.l.) Franz Beckenbauer, Viggo Jensen, Rainer Zobel, Georg Schwarzenbeck, Franz Roth, Gerd Müller, Paul Breitner, Uli Hoeneß und Trainer Udo Lattek. Kniend (v.l.): Jupp Kapellmann, Bernd Dürnberger, Sepp Maier und Johnny Hansen.

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WM-Finale 1974: In München traf Gastgeber Deutschland auf die Niederlande. In dieser Szene rettete Torwart Sepp Maier vor Johan Cruyff, Beckenbauer (l.) muss nicht mehr eingreifen.

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Deutschland gewann das Endspiel 2:1, anschließend durfte Kapitän Beckenbauer den WM-Pokal in die Höhe stemmen.

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Beckenbauer in seiner letzten Saison bei den Bayern 1976/1977. National hatte Borussia Mönchengladbach den Münchnern den Rang abgelaufen. Der Sieg im Landesmeister-Wettbewerb 1976 und der Weltpokalsieg im selben Jahr waren die letzten Titel, die Beckenbauer mit den Bayern gewann.

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Der 30-jährige Beckenbauer wechselte in die US-Liga zu New York Cosmos, wo er unter anderem mit Pelé spielte. Dreimal wurde er mit dem Klub Meister (1977, 1978 und 1980).

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1980 kehrte Beckenbauer in die Bundesliga zurück und spielte noch zwei Jahre für den Hamburger SV, mit dem er 1982 seinen fünften Meistertitel holte. Anschließend spielte er noch ein Jahr für Cosmos, ehe er im September 1983 seine Karriere beendete. Ein Jahr später wurde Beckenbauer dann Teamchef der deutschen Nationalmannschaft. Trainer durfte er sich aufgrund des fehlenden Scheins nicht nennen.

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Und das war der Kader für Beckenbauers erstes großes Turnier als Teamchef: die WM 1986 in Mexiko. Allerdings musste der Torwart mit dem gelben Trikot vorzeitig nach Hause. Nachdem Uli Stein vom HSV Beckenbauer als "Suppenkasper" bezeichnet hatte, schmiss der Teamchef den Ersatzkeeper aus dem Team.

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WM 1990, Mailand, Giuseppe-Meazza-Stadion: Beckenbauer vor dem Anpfiff des ersten Gruppenspiels gegen Jugoslawien. Deutschland gewann 4:1 und war spätestens nach diesem Auftakt Turnierfavorit.

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Am Ende holte das deutsche Team dann den Titel, Kapitän Lothar Matthäus bekam den Pokal überreicht. Links hinter ihm Beckenbauer.

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Hier freut sich Beckenbauer mit Wolfgang Niersbach nach dem WM-Gewinn im Olympiastadion in Rom. Niersbach war damals Pressechef des DFB, heute ist er Präsident des Verbandes.

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Beim FC Bayern trafen sich Beckenbauer und Matthäus später wieder. Zweimal sprang der "Kaiser" als Interimstrainer bei den Münchnern ein, 1994 und 1996 (Foto).

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Ab 1994 war Beckenbauer Präsident des FC Bayern und bekleidete dieses Amt bis 2009. Zusammen mit Manager Uli Hoeneß (l.) und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bildete er das Dreigestirn der Bayern. 2003 präsentierten sie die Meisterschale.

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Nach dem WM-Gewinn als Spieler und Teamchef nahm Beckenbauer um die Jahrtausendwende sein drittes Weltmeisterschafts-Projekt in Angriff: Das Turnier 2006 nach Deutschland holen. Dafür reiste er um die Welt und traf hochrangige Funktionäre, unter anderem im Jahr 2000 den damaligen Fifa-Vizepräsidenten Mohammed bin Hammam, der später in Affären um Schmiergeldzahlungen verwickelt war.

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Deutschland bekam tatsächlich den Zuschlag für die WM, allerdings gibt es bis heute Ungereimtheiten rund um die Vergabe. Vor allem Wirtschaftsdeals von Deutschland mit anderen Ländern werfen die Frage auf, ob es dafür die Stimmen im Fifa-Exekutivkomitee gab.

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Um bei der WM möglichst viele Spiele live zu sehen, reiste Beckenbauer im Helikopter durch die Republik.

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Er war am 8. Juli 2006 auch in Stuttgart, wo Deutschland das Spiel um Platz drei gegen Portugal gewann (3:1). Beckenbauer gratulierte Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der unter dem "Kaiser" 1990 Weltmeister geworden war.

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Beckenbauer war bedingt durch seine sportliche Popularität immer auch eine Figur des gesellschaftlichen Lebens. Auf diesem Foto posiert er 2007 in der Dresdner Semperoper mit dem mittlerweile verstorbenen Schauspieler Maximilian Schell (M.) und dem früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher.

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Beckenbauer und Hoeneß 2013: In jenem Jahr wurde publik, dass Hoeneß Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hat. Er wurde später angeklagt. Vor dem Urteil sagte Beckenbauer über seinen jahrzehntelangen Weggefährten: "Ich kann nur hoffen, dass es gut für ihn ausgeht und das Gericht sich von seiner menschlichen Seite zeigt. Der Uli ist ein wunderbarer Mensch." Hoeneß wurde aber zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

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Als TV-Experte bei Sky ist Beckenbauer dem Fußball weiter verbunden. Dieser Job lässt ihm aber genügend Zeit, sich anderweitig zu engagieren, etwa für die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2022 (Aufnahme von 2013 mit der damaligen Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer).

Foto: Inga Kjer/ dpa
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Am 11. September feierte Franz Beckenbauer seinen 70. Geburtstag.

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Trotz seines runden Geburtstages ist 2015 für Beckenbauer ein trauriges Jahr. Sein Sohn Stephan starb mit 46 Jahren an den Folgen eines Gehirntumors.

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