Frauen im Film - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Frauen im Film Die schwarzen Witwen von Hollywood

Die Männer mimen Machos, aber wo es lang geht, bestimmen die Frauen: In Hollywoods "Schwarzer Serie" der vierziger Jahre spielen wortkarge Privatdetektive und Gangsterbosse nur vordergründig die Hauptrolle. Die eigentlichen Helden sind verruchte Vamps und Femmes fatales.
1 / 18

"Sweater Girl": US-Schauspielerin Lana Turner trat gerne in etwas zu engen Pullovern auf, die ihre beachtliche Oberweite vorteilhaft ins Bild rückten. "Sweater Girl" lautete denn auch ihr Spitzname". In dem Streifen "Im Netz der Leidenschaften" (1946) kommen allerdings auch ihre Beine gut zur Geltung. Am Ende des Films jedoch ist die Platinblondine tot.

Foto:

defd

2 / 18

Blonde Mähne: Veronica Lake durfte sich in vielen Filmen der Schwarzen Serie als Femme fatale versuchen. Ihre schauspielerischen Fähigkeiten waren lange allerdings nicht so glänzend wie ihr goldenes Haupthaar. In "Die blaue Dahlie" (1946) warf sie als Joyce Harwood die Lockenpracht über die Schulter, ihr ewiger Filmpartner Alan Ladd war wie immer hingerissen.

Foto: defd
3 / 18

Satansbraten: Jan Sterling spielte in Billy Wilders "Reporter des Satans" ("Ace in the Hole") die Rolle ihrer Karriere. Als hemdsärmelige Ehefrau Lorraine Minosa profitiert sie vom Medienhype um ihren verunglückten Ehemann. Kräfte messen musste die aufgebrezelte Blondine dagegen mit dem Reporter Chuck (Kirk Douglas). Am Ende muss er sterben - während Sterling ihren Koffer auf Stöckelschuhen durch die Wüste schleppt, neuen Abenteuern entgegen. Die Aufnahme zeigt Sterling in "Sky Full of Moon" (1952).

4 / 18

Fesselnder Film: In "Tote schlafen fest", der legendären Verfilmung des Raymond-Chandler-Krimis "The Big Sleep" von 1946, dauert es, bis Privatdetektiv Philip Marlowe (Humphrey Bogart) endlich hinter das dunkle Geheimnis der schönen Vivian Rutledge, der Tochter seines Auftragebers, kommt. Erst muss ihn die kühle Blondine aus der Hand skrupelloser Gangster befreien.

Foto: defd
5 / 18

Blondes Gift: Rita Hayworth mit hellen Haaren und dunklem Geheimnis. In dem Film-noir-Thriller "Die Lady von Shanghai" (1947) von Orson Welles geht sie über Leichen - und endet selbst im Leichenschauhaus.

Foto: defd
6 / 18

Femme fatale at her best: Ausgefuchstestes Exemplar ihrer Gattung ist Phillys Dietrichson in "Frau ohne Gewissen" (1944). Der Performance von Barbara Stanwyck als betörendes Luder kann Fred McMurray nicht widerstehen - Pech für ihn. Am Ende erschießt er Stanwyck und resümiert resigniert: "Ich tötete für Geld und die Gunst einer Frau. Ich bekam weder das Geld ... noch die Frau."

Foto: defd
7 / 18

Joan Bennett: Schon in den dreißiger Jahren war Joan Bennett ein gefeierter Star, der 1939 in der engsten Auswahl für die Rolle der Scarlett O'Hara in "Vom Winde verweht" war. In "Gefährliche Begegnung" von 1944 ersticht ein Verehrer aus Versehen ihren Liebhaber mit einer Schere, doch am Ende stellt sich alles als Traum heraus - anders als das Drama, bei dem Bennets Ehemann 1952 den Liebhaber ihrer Frau vor der Haustür erschoss. Diese tödliche Begegnung hatte dauerhaft abträgliche Folgen für Bennetts Hollywood-Karriere.

Foto: Getty Images
8 / 18

Die junge Marilyn: Eine der ersten Rollen Marilyn Monroes war das Gangsterliebchen in "Asphalt Dschungel" (1950) von Regisseur John Houston. Sie selbst befand, es sei ihre beste gewesen.

Foto: defd
9 / 18

Peek-a-boo-Girl: Benannt nach ihrer Frisur - lange blonde Mähne wellt sich überm Auge - musste Veronica Lake sich täglich den Schopf mit speziellem Glanzöl fetten und durfte weder rauchen, noch andere Dinge tun, die ihrer Haarpracht schadeten. In "Die Narbenhand" (1942) raubt sie Alan Ladd den Verstand.

Foto: defd
10 / 18

Bogart und Bacall: In "Gangster in Key Largo" (1948) betört Lauren Bacall als schöne, junge Witwe ihren Filmpartner Humphrey Bogart in der Rolle des Ex-Offiziers Frank McCloud. Am Ende tötet der einen nach dem anderen die Gangster, die Noras kleine Insel unsicher gemacht haben.

Foto: defd
11 / 18

Eine der Schönsten Hollywoods: So lautete der Titel, mit dem sich US-Schauspielerin Gene Tierney in den vierziger Jahren schmücken durfte. Das war auch ihre große Glanzzeit, deren Höhepunkt der Film noir "Laura" (1944) darstellte. In den fünfziger Jahren verschwand die Mimin dann zunehemend in der Versenkung.

Foto: defd
12 / 18

Schlaue graue Maus: Auf den ersten Blick erscheint Bridget O'Shaughnessy (Mary Astor) in "Die Spur des Falken" (1941) etwas farblos, doch sie hat es faustdick hinter den Ohren. Über einen Großteil der 101 Minuten narrt sie Humphrey Bogart bezüglich ihrer wahren Absichten.

Foto: defd
13 / 18

Baiser-Frisur: Trotz der auffälligen Haartracht von Oscar-Preisträgerin Claire Trevor scheint Schauspielerkollege Dick Powell als Privatdetektiv Philipp Marlowe nur Augen für die Augen seiner Partnerin zu haben. Die ist in "Leb wohl, Liebling" (1944) Drahtzieherin eines durchtriebenen Komplotts, für das sie Marlowe geschickt einzuspannen weiß. "Murder, My Sweet" (so der Originaltitel) war einer der ersten Streifen, die durchgängig im Stil der bald "Schwarze Serie" genannten Filme gedeht war.

Foto: defd
14 / 18

Swanson-Comeback: Gloria Swanson zieht in der Rolle des alternden Stummfilmstars Norma Desmond alle Register, um den Jungspund Joe Gillis (Wiliam Holden) zu halten - selbst vor zweifelhaftem Leopardenmuster schreckt sie nicht zurück. Als alles nichts hilft, jagt sie ihm am Ende eine Kugel in die Brust. Die Rolle in Billy Wilders "Boulevard der Dämmerung" (1950) verhalf Swanson, selbst ein ehemaliger Stummfilmstar, zu einer Rückkehr auf die Leinwand.

Foto: defd
15 / 18

Gangsterbraut: "Ich bin reich gewesen und ich bin arm gewesen", ließ Gloria Grahame als Mafia-Braut Debby Marsh in "The Big Heat" (deutscher Titel: "Heißes Eisen") die Zuschauer wissen. "Glaubt mir, reich ist besser." Also versucht Debby alles, um ihre Einnahmen zu erhöhen - und bezahlt dafür schließlich mit ihrem Leben.

Foto: defd
16 / 18

Verruchte Marlene: Selbst in einer Nebenrolle spielte Marlene Dietrich in Orson Welles' Thriller "Im Zeichen des Bösen" alle Kollegen an die Wand. Ob ihre zigarrenrauchende Mexikanerin Tanya nur Hellseherin oder auch Puffmutter ist, bleibt für den Zuschauer offen.

Foto: defd
17 / 18

Rita oder Gilda: Bevor Ehemann und Regisseur Orson Welles sie 1948 in "Die Lady von Shanghai" zur blonden Venus umstilisierte, hatte Rita Hayworth als rothaarige Verführerin Gilda im gleichnamigen Film von 1946 reüssiert. Die Schauspielerin sah die Rolle eher als Fluch. "Die Männer verliebten sich in Gilda", sagte sie einmal, "aber wachten neben mir auf."

Foto: defd
18 / 18

Bad Girl Rita: "Johnny (sagt Gilda) - such a hard name to remember, and so easy to forget".

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?