Frauen mit Literaturnobelpreis Reih dich ein, Sister!
Die kanadische Schriftstellerin Alice Munro ist die 13. Frau, die mit einem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wird. Sie sei überrascht und dankbar, teilte sie nach der Bekanntgabe mit.
Erste Frau in der Reihe der Literaturnobelpreisträgerinnen ist Selma Lagerlöf. Die Schwedin wurde 1909 ausgezeichnet. In ihren Werken wie "Gösta Berling" oder "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" zeigte sich Lagerlöf stets heimatverbunden.
17 Jahre dauerte es, bis wieder eine Frau in dieser Kategorie gewürdigt wurde. Die Italienierin Grazia Deledda ehrte die Jury "für ihre von hohem Idealismus getragene Autorenschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemein menschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt".
Zwei Jahre später folgte die Norwegerin Sigrid Undset, deren Romantrilogie "Kristin Lavranstochter" zu einem Hauptwerk der norwegischen Literatur avancierte.
"Für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biografischen Meisterwerke" wurde zehn Jahre später, 1938, die Amerikanerin Pearl S. Buck ausgezeichnet.
Sie wurde vor allem mit ihren Liebesgedichten ("Wenn Du mich anblickst, werd' ich schöner") bekannt: Die aus Chile stammende Schriftstellerin Gabriela Mistral, Literaturnobelpreisträgerin 1945.
Die deutschstämmige Jüdin Nelly Sachs hat in ihren Gedichtbänden "In den Wohnungen des Todes" und "Sternenverdunkelung" das Grauen des Holocaust in Worte gefasst. Die Schwedische Akademie verlieh ihr dafür 1966 den Literaturnobelpreis.
1991 wurde die aus Südafrika stammende Nadine Gordimer ausgewählt. Das Werk der Tochter jüdischer Einwanderer aus England und Litauen ist geprägt von der Vision eines gleichberechtigten Zusammenlebens von Schwarz und Weiß.
Zwei Jahre später bekam die US-Amerikanerin Toni Morrison für ihre durch "visionäre Kraft und poetische Prägnanz" geprägte Romankunst den Literaturnobelpreis.
Ihr folgte drei Jahre später die Polin Wislawa Szymborska. Ihre Poesie lasse mit ironischer Präzision den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten, hieß es in der Begründung.
Die "erbarmungslose Moralistin" Elfriede Jelinek ehrte die Akademie im Jahr 2004. Der als pornografisch kritisierter Roman "Lust" der Österreicherin wurde zu einem umstrittenen Bestseller.
Der feministische Roman "Das goldene Notizbuch" gilt als Hauptwerk der 1919 geborenen Britin Doris Lessing. Sie wurde 2007 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, konnte jedoch an der Verleihung aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.
Auf sie folgte die Deutsche Herta Müller. Das Werk der in Rumänien aufgewachsenen Autorin, darunter der Roman "Atemschaukel", verarbeitet das Leiden unter der Ceausescu-Diktatur.