Frauenfußball-EM 1989 - DER SPIEGEL
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Frauenfußball-EM 1989 Sommermärchenmädchen

1989! Das epochale Jahr deutscher Geschichte - und des Frauenfußballs. Bei der EM holte die Nationalmannschaft ihren ersten Titel, das Halbfinale war das allererste Live-Spiel im deutschen Fernsehen. Die dramatische Partie ließ eine Torfrau zur Heldin werden und wurde zum Quotenknüller, der sogar Steffi Graf alt aussehen ließ.
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Endlich Europameister: Das DFB-Team jubelt am 2. Juli 1989 im Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück. Es war der allererste Titel für die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft - und der Beginn einer Ära, die bis heute andauert. In Europa gibt es mittlerweile kein Land mehr, das so viele internationale Trophäen gewonnen hat wie Deutschland.

Foto: Bongarts/ Bongarts/Getty Images
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Nicht zu halten: DFB-Torhüterin Marion Isbert jubelt am 28. Juni 1989 im Leimbach-Stadion in Siegen über den Sieg ihrer Mannschaft im EM-Halbfinale gegen Italien. Drei Elfmeter hatte Isbert gehalten - und den entscheidenden Strafstoß selbst verwandelt.

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Nationalmannschaft: Das deutsche Damen-Team vor dem EM-Halbfinale gegen Italien. Die Partie war das erste DFB-Frauenfußball-Länderspiel, das live im deutschen Fernsehen übertragen wurde. Neuland war das nicht nur für die ARD, sondern auch für die Spielerinnen - diese postierten sich bei den Hymnen mit dem Rücken zu den Kameras.

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Frontfrau: Silvia Neid während des Freundschaftsspiele gegen Dänemark in Osnabrück. Sie war 18, als sie im allerersten offiziellen DFB-Länderspiel ihr Debüt gab - und traf beim 5:1 gegen die Schweiz gleich nach ihrer Einwechslung. Als sie 14 Jahre später ihre Karriere beendete, hatte die Spielmacherin drei Europameisterschaften gewonnen sowie sieben Bundesligatitel. Noch erfolgreicher ist Neid allerdings als Bundestrainerin: eine WM (2007), eine EM (2009) und Olympische Bronze (2008) - eine Wahnsinnsbilanz, zumal Neid zuvor auch schon als Co-Trainerin Welt- und Europameisterin geworden war.

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Keine Stolperer: Silvia Neid (links) im Freundschaftsspiel gegen Dänemark am 10. Mai 1989. Der Test gegen die Däninnen (1:0) war der letzte vor dem EM-Halbfinale. Zuvor war auch die Qualifikation zu einem Spaziergang für das DFB-Team geworden - es blieb ohne Niederlage und ohne Gegentreffer. Lediglich im Viertelfinale gegen Tschechien kassierte die Mannschaft von Bundestrainer Gero Bisanz ein Tor.

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Vorn mit Voss: Martina Voss bildete mit Heidi Mohr und Ursula Lohn den deutschen Angriff während der EM. Trainer Gero Bisanz schätzte Voss, die nach dem Titel 1989 aus Duisburg zum TSV Siegen wechselte. 2000 beendete sie ihre Nationalmannschaftskarriere - nach 125 Spielen. Hier ist sie während des EM-Halbfinals im Zweikampf mit einer italienischen Spielerin zu sehen.

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Tor: Mohr! Sie war so etwas wie der weibliche Gerd Müller des deutschen Frauenfußballs - und ganz lange auch Rekordtorschützin beim DFB und in der Bundesliga (mittlerweile sind das Birgit Prinz und Inka Grings). Heidi Mohr traf 1989 im Finale gegen Norwegen, hier setzt sie sich im Halbfinale gegen eine italienische Gegnerin durch. Mohrs große Zeit kam mit der neugegründeten Bundesliga: Zwischen 1991 und 1995 wurde sie Torschützenkönigin.

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Schnell weg: Heidi Mohr im Halbfinale gegen Italien. Auch 1991 wurde Mohr mit der deutschen Mannschaft Europameister und traf im Finale gegen Dänemark beim 3:1 doppelt.

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Fuß drauf: Die deutsche Nationalspielerin Doris Fitschen im Zweikampf mit der Norwegerin Heidi Støre im EM-Finale in Osnabrück. Nach dem erfolgreichen Halbfinale rechneten die DFB-Kickerinnen auch im Endspiel mit großem Zuschauerandrang - und wurden mehr als bestätigt. 22.000 Zuschauer sahen zu, als die deutsche Mannschaft Norwegen 4:1 besiegte. Auf der Autobahnen hatten sich zuvor Staus gebildet.

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Damm gegen Strædet: Nationalspielerin Petra Damm wendet sich ab, die Norwegerin Liv Strædet schlägt den Ball weg. Das Finale der Frauenfußball-EM war eine unerwartet deutliche Angelegenheit. Norwegen war die bestimmende Mannschaft im europäischen Fußball, Deutschland erst auf dem Weg, es zu werden. Tatsächlich folgten auf den ersten EM-Titel bis heute sechs weitere - das DFB-Team ist damit Rekord-Europameister.

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Dreikampf: Ursula Lohn, links, kämpft mit ihrer italienischen Gegenspielerin im Halbfinale der Frauenfußball-EM am 28. Juni 1989 in Siegen um den Ball. Lohns große Stunde sollte im Endspiel kommen. Die damals 22-Jährige Stürmerin schoss in der ersten Halbzeit zwei Tore.

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Zweikampf: Ursula Lohn während des EM-Halbfinales gegen Italien. Die Kölnerin machte eine interessante Wandlung durch. Sie begann als offensiver Linksaußen und war am Ende ihrer Karriere nach hinten gewechselt - auf die Liberoposition.

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Flug ins Glück: Marion Isbert hält einen Elfmeter im Halbfinale gegen Italien, ihre Kollegin...

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...Frauke Kuhlmann versenkt ihren Strafstoß.

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Hinten dicht: Sissy Raith, hier im Freundschaftsspiel des DFB-Teams gegen Dänemark, war für viele Jahre die verlässlichste Verteidigerin im deutschen Fußball. Neben 1989 wurde sie auch 1991 Europameisterin, nach 58 Länderspielen übernahm sie 2005 die Frauenmannschaft des FC Bayern München. Heute trainiert Raith die U-17-Juniorinnen von Aserbaidschan.

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