Freikörperkultur - DER SPIEGEL
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Nackt im Klassenkampf Für die körperliche und geistige Stärkung

Sie agierten unbekleidet, aber mit prallem Selbstbewusstsein. Und sie verstanden sich als revolutionärer, körpergestählter Vortrupp des kämpferischen Proletariats: Im "Bund Freier Menschen" trafen sich in den zwanziger Jahren die Anhänger der Freikörperkultur aus dem Dunstkreis von Sozialdemokratie und Kommunismus.
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Nacktkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Körperliche Ertüchtigung nackt und im Freien zur körperlichen und geistigen Stärkung

Foto: Gerhard Riebicke/ Bodo Niemann/ picture perfect GbR
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Sommerwiese: Nacktkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aufgenommen von einem Amateurfotografen

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Lichtgebet: Eine Aktaufnahme aus der Freikörperbewegung der zwanziger Jahre

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Die Vertreibung: Zeichnung des italienischen Malers Achille Beltrame (1871 - 1945). Mit Knüppeln bewaffnete italienische Bauern vertreiben Naturisten, die nackt in der Sonne baden, gewaltsam von einer Wiese.

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Reifen-Gymnastik: Ein Foto aus dem Olympiafilm von Leni Riefenstahl. Die Nationalsozialisten machten aus der Nacktkultur eine Heroifizierung der arischen Körper.

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Gymnastik: Ein Foto aus dem Olympiafilm von Leni Riefenstahl.

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Fabrikhalle: Arbeiter in einer Fabrikhalle im Hanomag-Werk in Hannover-Linden. Der "Bund freier Menschen" wollte die Arbeiter aus den zumeist schlecht gelüfteten und dunklen Fabriken herausholen. Im Freien und nackt sollten sie ihre Körper für den Klassenkampf stärken.

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Wahlwerbung: Mitglieder der KPD machen am Tag der Reichstagswahl Wahlwerbung mit einem Lkw auf dem Berliner Alexanderplatz. Zu dieser Zeit gab es in Deutschland verschiedene Kommunistische Organisationen und Parteien, die die Arbeiter befreien wollten. Der "Bund freier Menschen" strebte die Stärkung der Arbeiterkörper für den Klassenkampf an.

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Versammlung zur Arbeitslosenspeisung in einem Berliner Hinterhof: Das Ziel des "Bundes freier Menschen" war, die Arbeiter aus dem Mief der Fabrikhallen und Hinterhöfe herauszuholen.

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Eine Leierkastenspielerin in einem Berliner Hinterhof. Viele Arbeiter und Arbeitslose in den Großstädten lebten zu dieser Zeit unter schlechten hygienischen Bedingungen, bei wenig Licht und schlechter Luft.

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Picknick im Grunewald: Berlinerinnen verbringen ihre Freizeit im Grünen. Freizeit und Erholung außerhalb der Großstadt waren zu dieser Zeit der Oberschicht vorbehalten. Der "Bund freier Menschen" wollte dieses Privileg auch den Arbeitern ermöglichen.

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Ausflug ins Grüne: Eine Gruppe Frauen aus Berlin sind mit dem Fahrrad zum Forsthaus Templin geradelt. Geradesportliche Betätigung wollte der "Bund freier Menschen" auch den Arbeitern ermöglichen - damit sie für den Klassenkampf bereit wären.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?