Freispruch 1993 - DER SPIEGEL
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Freispruch 1993 Als Demjanjuks Verfolger einen fatalen Fehler machten

Er war zum Tode verurteilt und kam davon: Im Jahr 1988 stand John Demjanjuk in Israel vor Gericht. Doch am Ende des Verfahrens wurde jener Mann, dem jetzt in Deutschland wieder der Prozess gemacht werden soll, freigesprochen. Die Geschichte eines spektakulären Ermittlungsfehlers.
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Vor Gericht: John Demjanjuk am 14. Mai 1990 im Gerichtssaal in Israel. Demjanjuk war am 25. April 1988 wegen seiner NS-Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden - 1993 hob das Oberste Israelische Gericht das Todesurteil allerdings wegen "begründeter Zweifel an der Identität" des Angeklagten wieder auf.

Foto: Getty Images
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Demjanjuk in Israel: Ahnt er bereits, dass das gegen ihn verhängte Todesurteil aufgehoben würde? John Demjanjuk am 3. Juni 1992 in Israels Oberstem Gericht - ein Jahr später erreichte er in seinem Revisionsverfahren einen Freispruch.

Foto: NATI HARNIK/ AP
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Hinter Gittern: John Demjanjuk am 24. Juni 1993 in seiner Zelle im israelischen Ayalon-Gefängnis. Nur knapp drei Monate später sollte das Oberste Israelische Gericht das Todesurteil gegen Demjanjuk aufheben.

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"Ivan der Schreckliche"?: John Demjanjuk am 25. April 1988 vor Gericht in Jerusalem. Demjanjuk sollte als "Ivan der Schreckliche" im Konzentrationslager gewütet haben - später stellte sich heraus, dass Demjanjuk zwar im KZ Sobibor und Flossenbürg Kriegsverbrechen begangen hatte, jedoch nie in Treblinka Dienst verrichtet hatte. Er wurde freigesprochen.

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John Demjanjuk: Israelische Polizisten nehmen John Demjanjuk auf dem Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv am 22. September 1993 die Handschellen ab, bevor er das Flugzeug nach New York besteigt.

Foto: AP
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Heimweg: John Demjanjuk gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Nishnic Demjanjuk im September 1993 im Flugzeug, dass die beiden von Israel zurück in die USA brachte.

Foto: AP
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In Gewahrsam: John Demjanjuk, umringt von drei israelischen Polizisten, im Gerichtssaal in Jerusalem.

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Auf der Anklagebank: John Demjanjuk am 18. März 1987 vor Gericht in Jerusalem. An diesem Tag sahen Medien und Öffentlichkeit den bereits ein Jahr zuvor in Israel Inhaftierten in seiner Häftlingsuniform.

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Lächelnd in Sobibor: Drei unbekannte Männer, vermutlich Angehörige des Lagerpersonals, posieren vor einer Baracke mit dem Ortsschild Sobibor. Heute steht der Name dieser Ortschaft mit anderen wie Auschwitz, Treblinka oder Majdanek für unvorstelllbares Leid. John Demjanjuk soll hier als Teil der Wachmannschaften gearbeitet und Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen geleistet haben.

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Grundriss des Grauens: Ein Lageplan des Vernichtungslagers Sobibor, in dem zwischen 1939 und 1944 von Deutschland besetzten Polen. In diesem Lager soll John Demjanjuk als Angehöriger der Wachmannschaft an mindestens 29.000 Morden beteiligt gewesen sein.

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Demjanjuks Visum: Als John Demjanjuk 1948 die Fragebögen der US-Einwanderungsbehörde ausfüllte, um mit seiner Frau Wera in den USA ein neues Leben zu beginnen, fälschte er seine Biographie - er gab an, den Zweiten Weltkrieg in dem polnischen Dorf Sobibor verbracht zu haben. 1952 konnten die Eheleute in die Vereinigten Staaten einreisen, wie das hier zu sehende Visum Demjanjuks belegt.

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Überleben im Tunnel: Jack Terry zeigt im Juni 1999 der bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier den Versorgungsgang, in dem er sich als 15-Jähriger zwei Tage lang versteckt hielt, um dem Todesmarsch aus dem KZ Flossenbürg zu entkommen. Der Psychologe, der heute in New York lebt, war bei der Befreiung des KZ 1945 der einzige jüdischer Häftling. Mindestens 30.000 jüdische Insassen überlebten den Terror nicht.

Foto: dpa
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Baracken und Stacheldraht: Im Mai 1938 entstand in dem kleinen Ort Flossenbürg im Oberpfälzer Wald ein Konzentrationslager als Teil einer Funktionserweiterung des KZ-Systems. In den Lagern sollten nun nicht mehr nur Menschen gequält und terrorisiert werden, die SS wollte auch Profit aus der Zwangsarbeit der Häftlinge ziehen. Die Entscheidung für den Stadtort Flossenbürg fiel aufgrund des angrenzenden Steinbruchs mit seinen großen Granitvorkommen. Laut Zeugenaussagen soll John Demjanjuk auch in Flossenbürg Dienst verrichtet und sich an den Gräueltaten des Wachpersonals beteiligt haben.

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Todesmarsch: Frauen aus dem Helmbrecht, einer Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg am 4. Mai 1945, dem letzten Tag ihres Marsches in das 800 Kilometer entfernte Volary im Sudetenland. Die Frauen wurden gezwungen, 15 bis 20 Kilometer am Tag zurückzulegen. Wer nicht mithalten konnte, wurde erschossen. Etwa 150 Jüdinnen und 25 politische Gefangene überlebten die 102 Tage andauernde Tortour.

Foto: HO/ AP
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Der Steinbruch von Flossenbürg: Im Alter von 14 Jahren wurde Jack Terry 1944 in das KZ Flossenbürg verschleppt. Er glaubte, die Arbeit im Steinbruch nicht lange zu überleben, da er dafür zu klein und schwach war.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?