Freital Auf der Spur der sächsischen Fremdenfeinde
Unter anderem in diesem Haus in Freital sollen GSG-9-Beamte Terrorverdächtige festgenommen haben. Verdächtigt werden Justin S., Rico K., Maria K., Sebastian W., und Mike S.
Der Vorwurf: Unter Führung von Timo S. und Patrick F., die schon länger in Untersuchungshaft sitzen, soll die "Gruppe Freital" mit illegalen Feuerwerkskörpern Anschläge auf Flüchtlinge und Linke verübt haben. Das Bild aus dem November 2011 zeigt das Fenster einer Wohnung von Asylbewerbern in Freital, das nach einem Anschlag mit einer Holzplatte provisorisch abgedichtet wurde.
Durch umherfliegende Glassplitter wurden Bewohner verletzt. Die mutmaßlichen Rechtsterroristen hatten aus Tschechien importierte, sprenggewaltige Feuerwerkskörper an die Fenster geklebt oder durch eingeworfene Fenster in die Häuser geschleudert.
Anti-Flüchtlingsprotest in Freital: Ein Beitrag von SPIEGEL TV zeigte schon im vergangenen Sommer, wie sich Ressentiments und Fremdenhass in der sächsischen Kleinstadt gegenseitig befördern.
Freital im Juni 2015: Tagelang demonstrierten hier Fremdenfeinde vor einer Flüchtlingsunterkunft.
Am 24. Juni protestierten Flüchtlingsgegner mit einer deutsch-russischen Fahne,...
...zwei Tage danach stellten sich 250 Freitaler gegen den rechten Mob, der mit "Kein Ort zum Flüchten"-Plakat auflief.
Dass es kein Asyl und keine Asylbewerber in Freital geben soll, finden Hunderte Freitaler und stellen das regelmäßig bei Protestmärschen zur Schau.
"Bitte flüchten Sie weiter", sagt dieser Aufkleber, fotografiert im Juli 2015 an einem Laternenmast in Freital.
Vor dieser Flüchtlingsunterkunft in Freital pöbelte der fremdenfeindliche Mob.
Freital ist wie die Orte...
...Clausnitz (Busblockade durch einen hundertköpfigen Mob, Februar 2016)...
...und Meißen (im Bild: Löscharbeiten nach einem Brandanschlag auf eine geplante Unterkunft für Asylsuchende, Juni 2015) zum Synonym für Fremdenhass in Sachsen geworden.
Erst zögerlich räumte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ein, dass sein Bundesland ein Problem mit Ausländerfeindlichkeit hat. Hier demonstriert die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung in der Landeshauptstadt Dresden.
Arno Burgi/ dpa