Fremdsprachen lernen Pauken und plappern
Wie und wann lernt man Sprachen am besten? Möglichst früh im Kindergarten oder doch besser als disziplinierter Erwachsener? Und helfen Sprachen, die man schon kann, wirklich beim Erwerb einer neuen? Ums Sprachenlernen ranken sich Mythen - etliche Wissenschaftler erforschen die effektivsten Lernmethoden. mehr...
Runde Dinge fangen im Deutschen oft mit den Buchstaben "Kn" an, sagt das Sprachgenie Daniel Tammet. Darum könne ein Mensch das Wunder schaffen, in nur einer Woche Deutsch zu Lernen. Als knubbelige "Kn"-Beispiele nennt Tammet: Knospe,...
...Knopf oder auch...
...Knolle. Aber schon bei...
...Kneipe, ...
...Knarre oder...
...Knecht versagt die vermeintliche "Kn"-Regel, denn die drei Sachen sind alles andere als rund (gut, manche Knechte vielleicht doch). Deutsch gilt als harte Nuss für Menschen, die sich an einer neuen Sprache versuchen.
Und wie viel hilft Latein beim Erlernen von Spanisch oder Französisch? Die eng verwandten romanischen Sprachen begünstigen sich eher gegenseitig. Wer zum Beispiel Französisch kann, hat beim Lernen der spanischen Sprache mehr Vorteile als das altphilologisch ausstaffierte Latein-Ass...
...wie eine Untersuchung der Züricher Lernforscherin Elsbeth Stern ergab. Sie rüttelt an den Glaubenssätzen von Altphilologen, etwa dass Latein das logische Denken fördere und als romanische "Ursprache" die Sprache sei, die man als Erste lernen müsse: "Latein lernen dient dem Latein können", sagt Stern, "es konnten keinerlei Transfereffekte auf mathematisches oder logisches Denken nachgewiesen werden."
Was beim Lernen hilft, ist vor allem der Mut, Fehler zu machen. "Goed" ist natürlich nicht die Vergangenheitsform von "to go". Aber wer das Endungsprinzip mit dem -ed verstanden hat, der lernt auch die unregelmäßg kunjugierten Verben noch. (to go - went - gone)
Latein dagegen (hier Unterricht in einem Bremer Gymnasium) trainiert den Mut zum Fehler nicht, die Sprechfähigkeit noch weniger. Dennoch lassen immer mehr Eltern ihren Nachwuchs den a.c.i. pauken, der Anteil der Lateinlerner an Gymnasien ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen.
Cui bono? Latein nützt auf jeden Fall, um bei allerlei Festlichkeiten mit gebildeten Redensarten zu glänzen. Wenn der Ablativ zu Ihren besten Freunden zählt, dann wird der SPIEGL-ONLINE-Lateintest für Sie ein Klacks sein.
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