Frisurenmode - Alles wie geschmiert - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Frisurenmode Alles wie geschmiert

Elvis liebte sie, Marlon Brando hat sie benutzt und Mickey Rourke wurde mit ihr zum Sexsymbol: Die Pomade verschafft seit fast einem Jahrhundert Filmstars und Musikern einen glänzenden Auftritt. einestages zeigt die tollsten Schmalzlocken und die schmalzigsten Tollen aus 90 Jahren Showgeschäft.
1 / 24

Tolle in Höchstform: Eigentlich ist Brian Setzer, Sänger und Gitarrist der Band "The Stray Cats", ja viel zu spät dran mit der Schmalztolle. Schließlich war die große Ära des Rock'n'Roll in den Achtzigern, als seine Rockabilly-Gruppe bekannt wurde, längst vorbei und Elvis bereits seit Jahren unter der Erde. Davon ließ Setzer sich allerdings nicht sonderlich beeindrucken, wie dieses Foto zeigt, das Mitte der Achtziger entstand.

2 / 24

Ein Film namens Schmalz: "Schatz, du hast da was im Haar!" "Ja, zwei Packungen Margarine." So oder ähnlich könnte der Dialog zwischen Olivia Newton John und John Travolta in dieser Szene aus "Grease" verlaufen sein. Die 1978 gedrehte Verfilmung des bekannten Broadway-Musicals machte Travolta zum Star.

Foto: ddp images
3 / 24

Ein Haarpflegemittel, das man nicht ablehnen kann: Für seine Rolle als Mafiaboss Vito Corleone stopfte sich Brando nicht nur Taschentücher in die Wangen, sondern schmierte auch seine Haare nach hinten. Allerdings soll der legendäre Schauspieler dazu keine Pomade verwendet haben - sondern Schuhcreme.

Foto: ddp images
4 / 24

Der Laserblick brennt - die Frisur sitzt ...dank Pomade! Wer immer dachte, das "S" auf dem Umhang des Helden stünde für "Superman" wurde von Darsteller Christopher Reeve eines besseren belehrt. Es steht natürlich für "Schmalzlocke", wie auf diesem Bild aus "Superman III - Der stählerne Blitz" von 1983 deutlich zu erkennen ist.

Foto: ddp images
5 / 24

Urvater des Schmalzlooks: Als der aus Italien stammende Schauspieler Rudolph Valentino in den zwanziger Jahren zum ersten großen Sexsymbol der Filmgeschichte wurde, war der Gebrauch von Pomade in Amerika noch unüblich. Valentinos Auftreten als Latin Lover mit glänzendem Haar begeisterte vor allem das weibliche Publikum. Unter männlichen Zuschauern wurde der Star jedoch verächtlich "Vaselino" genannt.

Foto: Getty Images
6 / 24

Valentinos Erbe: Ja, da schmalzen, äh, schmelzen die Frauen dahin - Andy Garcia, hier in einer Szene aus "Das Leben nach dem Tod in Denver" von 1995, ist seit den Achtziger Jahren auf die Rolle des Mafioso und Latin Lovers festgelegt. Anteil an diesem Image hat vermutlich auch seine Vorliebe für nach Art von Rudolph Valentino streng zurückpomadierte Haare.

Foto: ddp images
7 / 24

Goldlöckchen und die drei Filme: Mit nur drei Hauptrollen zementierte James Dean in den Fünfzigern sein Image als Rebell und Sexsymbol - in "Jenseits von Eden" von 1955, dem im gleichen Jahr erschienenen "... denn sie wissen nicht, was sie tun" und "Giganten", der 1956 in die Kinos kam. Zu seinen Markenzeichen zählten unter anderem die im Stil der Rock'n'Roller pomadierten Haare.

Foto: Hulton Archive / Getty Images
8 / 24

Haarwirbel statt Trommelwirbel: 1959 trug selbst der Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr seine Haare noch seitlich mit Pomade nach hinten frisiert und oben kunstvoll zur Schmalztolle aufgetürmt. Dieser Frisur hatte Elvis Presley zum modischen Durchbruch verholfen.

9 / 24

Könige der Schmalzlocke: Bill Haley und Elvis Presley prägten wie wenige andere die Geschichte des Rock'n'Roll. Und, wie dieses Foto vom Oktober 1955 bei einem Treffen der legendären Musiker in Cleveland zeigt, auch die Haarmode ihrer Zeit. Vor allem Presley sorgte mit seiner Haartolle für zahllose Nachahmer.

10 / 24

Verlockungen der Schmalzlocke: Eines der wenigen prominenten Beispiele für weibliche Pomaden-Stars ist die amerikanische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin Josephine Baker, hier auf einer Aufnahme Mitte der zwanziger Jahre.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
11 / 24

Struppis struppiger Freund: Seit 1929 löste der Reporter Tim in den Comics des belgischen Comiczeichners Hergé Kriminalfälle auf der ganzen Welt. Sein größtes Markenzeichen: Die rote Schmalztolle auf seiner Stirn. Immerhin ist sein treuer Begleiter, der Foxterrier Struppi, noch einmal ungeschmalzt davongekommen.

Foto: dpa
12 / 24

Vom Schmalze verklebt: Spätestens seit seiner Rolle als Rhett Buttler in "Vom Winde verweht" im Jahr 1939 galt Clark Gable als einer der größten Herzensbrecher Hollywoods. Seine ordentlich pomadierte Frisur machte offenbar einen Teil seiner Anziehungskraft aus. Selbst in dieser Szene aus "Treffpunkt Hongkong" von 1955 scheint Gables Filmpartnerin Susan Hayward nur Augen für Gables gut geölte Haarpracht zu haben.

Foto: ddp images
13 / 24

Glitschiger Geldjongleur: 1987 spielte Michael Douglas in Oliver Stones "Wall Street" den skrupellosen Banker Gordon Gekko. Für die Rolle des aalglatten Finanzhais wählte Douglas eine ebenso aalglatte Frisur.

Foto: ddp images
14 / 24

Jedes Haar in Reih und Glied: Einer der jüngsten Verfechter der Pomadenfrisur ist Schauspieler Leonardo DiCaprio. Auf seinem Kopf bleibt - wie auf diesem Bild aus Martin Scorseses Film "Aviator" von 2004 zu sehen - dank streng zurückgekämmten Schmalzsträhnen nichts dem Zufall überlassen.

Foto: ddp images
15 / 24

"Ich bin ein Dapper-Dan-Mann!": Mit dem Hundeblick, der ihn berühmt machte, schaut Hollywood-Schönling George Clooney in dieser Szene aus "O Brother, Where Art Thou?" von 2000 aus dem Bild. Weniger berühmt war er zuvor für fettige Haare. Nach dem skurrilen Streifen, in dem Clooney einen entflohenen Häftling spielte, der permanent über seine favorisierte Pomadensorte "Dapper Dan" philosophiert, dürfte sich das geändert haben.

Foto: ddp images
16 / 24

Schmalzlocken aus dem Weltall: 1986 Demonstrierte der Science-Fiction-Film "Predator", dass auch außerhalb unseres eigenen Sonnensystems Freunde schmalziger Haarsträhnen existieren. Dumm nur, dass sie in diesem Fall auch ausgesprochen gewaltbereit und mordlüstern waren.

Foto: ddp images
17 / 24

Wiener Schmalz: In den Achtzigern wurde der Wiener Hans Hölzel als Falco mit Hits wie "Rock Me Amadeus", "Kommissar" oder "Jeannie" weltweit berühmt. Prägend für seinen Stil waren dabei nicht nur sein Sprechgesang und provokante Texte über Drogenkonsum und Kindesmisshandlung, sondern seine stets aalglatt nach hinten pomadierten Haare.

Foto: epa apa EMI/ dpa
18 / 24

Pomaden-Prinz: Auch Prinz Daniel von Schweden, ehemaliger Fitnesstrainer und seit dem 19. Juni 2010 Gemahl der schwedischen Kronprinzessin Victoria, präsentiert sich in der Öffentlichkeit ausschließlich mit reichlich gefetteter Haarpracht. Ob er die Frisur auf Anraten der PR-Agentur wählte, die ihn vor der Hochzeit mit Victoria Königshauskompatibel machen sollte, ist nicht bekannt. Schade nur, dass er die Haare nicht nach vorne kämmt - das wäre dann immerhin eine Prinzentolle.

Foto: dpa
19 / 24

Charmanter Schmalzhaarträger: In den vierziger und fünfziger Jahren spielte Cary Grant die Hauptrollen in vielen Hitchcock-Filmen, unter anderem "Der unsichtbare Dritte" von 1959 und "Über den Dächern von Nizza" von 1955. Mit seiner eleganten und zugleich schelmischen Art flogen ihm die Herzen vieler weiblicher Fans zu. Und womöglich auch durch seine stets ordentlich zum Seitenscheitel pomadierten Haare.

Foto: Getty Images
20 / 24

Sexy Schleimkopf: In den Achtzigern wurde Mickey Rourke mit seiner Rolle als John Grey in dem Erotikdrama "9 1/2 Wochen" über Nacht zum Sexsymbol. Rourke hielt sich auch in den in exzentrische Gelfrisuren vernarrten Achtzigern an einen Rockabilly-Look mit pomadierten Haaren - wie in dieser Szene aus dem Thriller "24 Stunden in seiner Gewalt" von 1989.

Foto: ddp images
21 / 24

Multitalent mit Megatolle: Musiker, Musikwissenschaftler, Multiinstrumentalist, Moderator - Götz Alsmann hat durch eine Vielzahl von Talenten auf sich aufmerksam gemacht. Und durch eine riesige Haartolle, die Alsmann seit seinem 15. Lebensjahr trägt. In einem Interview erklärte Alsmann, er sei durch die Bandfotos auf der Innenseite der ersten Platte von "Roxy Music" zu seiner Frisur inspiriert worden.

Foto: dpa
22 / 24

Hochglanzpolierter Karrierist: In der mit 13 Emmys und vier Golden Globes ausgezeichneten Fernsehserie "Mad Men" spielt Jon Hamm die Rolle von Don Draper, dem Creative Director einer New Yorker Werbeagentur. Die Serie begeisterte vor allem mit ihrer detailgetreuen Rekonstruktion des Amerikas der sechziger Jahre. Zu diesen Details gehören unter anderem auch die Pomadenfrisuren der Hauptfiguren, wie aus diesem Bild zu sehen ist.

Foto: AP
23 / 24

Polit-Pomade: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) liest am 14. Juli 2010 im Flughafen in Kiew Zeitung. Der adlige Politiker, der stets mit streng pomadiertem Haar auftritt, erklärte in Interviews immer wieder, seine verwirbelten Haare seien nur mit Hilfe von Pomade zu bändigen.

Foto: dapd
24 / 24

Da läuft der Kommunismus wie geschmiert: Wie dieses Porträt des ehemaligen chinesischen Staatspräsidenten Mao Zedong aus den sechziger Jahren zeigt, erfreute sich gut geöltes Haupthaar auch außerhalb Hollywoods großer Beliebtheit

Foto: AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?