Front in Flandern - DER SPIEGEL
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Front in Flandern Hitler-Mythen aus dem Ersten Weltkrieg

Wann wurde Adolf Hitler zum Judenhasser? Der Historiker Thomas Weber hat neue Dokumente über den Weltkrieg-I-Soldaten ausgewertet, der sich später "Führer" nennen ließ. Er stellt das Bild von der frühen Radikalisierung Hitlers in Frage - und räumt noch mit weiteren Legenden auf.
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Infanterist Hitler: Adolf Hitler als Soldat der Infanterie im Mai 1915. Der spätere Diktator stilisierte sich im Nachhinein in einem Akt der Propaganda als heldenhafter Frontkämpfer. Tatsächlich diente er fast die gesamte Kriegsdauer als Meldegänger hinter der Hauptkampflinie.

Foto: Korbinian Rutz/ F. Solleder
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Proklamation des Ersten Weltkriegs: Adolf Hitler am 2. August 1914 als Zuschauer in der Menschenmenge während der Proklamation des Kriegszustands vor der Feldherrnhalle in München.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinrich Hoffmann
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Kriegserklärung: Am 1. August 1914 wurde die Kriegserklärung öffentlich bekanntgegeben. Der deutsche Kaiser hatte die Mobilmachung angeordnet.

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"Militärpaß": Das Bild zeigt das Deckblatt von Adolf Hitlers Militärpass von 1914 als Gefreiter der 4. Kompanie des 2. Infanterie-Regiments. Hitler trat mit 25 Jahren in den bayerischen Militärdienst ein - in Österreich war er vermutlich fahnenflüchtig.

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Hitlers Wehrpass: Die Angaben zu Adolf Hitlers Person sind als "Nationale des Buchinhabers" in seinem Wehrpass aus dem Ersten Weltkrieg eingetragen, beispielsweise "geboren am 20. April 1889 zu Braunau" oder "Stand: Kunstmaler".

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"Kapelle Krach": Hitler als Soldat, links, zusammen mit Kameraden und der "Kapelle Krach" im Ersten Weltkrieg.

Foto: Balthasar Brandmayer
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Schlachtfeld Gheluvelt: Das Regiment, in dem Adolf Hitler während des Ersten Weltkriegs als Gefreiter diente, wurde Ende Oktober 1914 von alliierten Truppen bei Kämpfen um das Dorf Gheluvelt in Flandern geschlagen. Aus Hitlers Kompanie fielen 13 Mann - Hitler hingegen behauptete später, er sei der einzige Überlebende gewesen. Die Aufnahme, eine Stereoskopie vom August 1918, zeigt britische Truppen auf dem Schlachtfeld von Gheluvelt.

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Dorf in Flandern: Im September 1907 ging Adolf Hitler nach Wien, um sich dort für die Aufnahme an der Kunstakademie zu qualifizieren, wurde jedoch abgelehnt. Nachdem er dort auch 1908 nicht aufgenommen worden war, verdiente er sich ein Zubrot als Kunstmaler, unter anderem von Postkarten. Die Aufnahme zeigt ein Aquarell mit dem Titel "Dorfszene".

Foto: AP
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Militärdienst: Für seine Dienste während des Ersten Weltkriegs erhielt Hitler - auf Initiative seines jüdischen Vorgesetzten Hugo Gutmann - das Eiserne Kreuz I. Klasse. Das Bild zeigt Adolf Hitler als Soldat, fünfter von links, zusammen mit Kameraden im Jahr 1916.

Foto: Beverly Grant
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Einfache Soldaten: Das bayerische Reserve-Infanterie-Regiment 16 Regiment unter Oberst Julius List bestand nicht größtenteils aus Akademikern, wie die NS-Propaganda später zu vermitteln versuchte. Die Aufnahme zeigt Adolf Hitler mit Kriegskameraden in Frankreich, von links Sperl, Lithograph, Georg Wimmer, Straßenbahner, Josef Inkofer, Lausamer, Max Mund, Vergolder, Hitler, liegend: Balthasar Brandmayer, Maurer.

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Im Lazarett Beelitz: Adolf Hitler, stehend als Fünfter von links, am 26. Oktober 1916 im Lazarett Beelitz. Hitler war während der Schlacht an der Somme in Frankreich durch eine Granate am Oberschenkel verwundet worden.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinrich Hoffmann
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Verlustliste: In der "Bayerischen Verlustliste Nr. 320" vom 2. Dezember 1916 wird Adolf Hitler, Gefreiter des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 16, als "leicht verwundet" verzeichnet.

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Putsch-Prozess: Die Hauptangeklagten im Hitler-Putsch-Prozess, von links, Heinz Pernet, Friedrich Weber, Wilhelm Frick, Hermann Kriebel, Erich Ludendorff, Adolf Hitler, Wilhelm Brückner, Ernst Röhm und Robert Wagner, hier am 1. April 1924 vor Prozessbeginn in München. Sie hatten im November 1923 versucht, die Regierungsmacht an sich zu reißen und waren gescheitert. Im Anschluss stilisierte sich Hitler auf dem Weg zur Macht als tapferer Kriegsheld des Ersten Weltkriegs.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinrich Hoffmann
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Hitler in Festungshaft: Adolf Hitler 1924 am Fenster seiner Zelle in der oberbayerischen Haftanstalt Landsberg. Hier schrieb Hitler sein programmatisches Buch "Mein Kampf".

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Heinrich Hoffmann
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Hitlers Selbstmord: Zwei bayerische Justizbeamte stellen 1956 den Selbstmord Hitlers und Eva Brauns nach den Angaben der Zeugen Otto Günsche und Heinz Linge originalgetreu nach. Schon Stalin hatte sämtliche Beteiligte, die sich in sowjetischer Gefangenschaft befanden, wieder nach Berlin bringen lassen, um die Stunden rund um Hitlers Tod am Schauplatz des Geschehens rekonstruieren zu lassen.

Foto: SPIEGEL TV
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Thomas Weber: Das Buch des 37-jährigen Geschichtswissenschaftlers, "Hitlers erster Krieg", stellt die bisherigen Ansichten über die Aufstiegsbiografie des Diktators während des Ersten Weltkriegs in Frage. Weber stammt aus Hagen und lehrt an der Universität Aberdeen.

Foto: Suzanne McNamee
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?