Atombombenfotografie Geheime Katastrophenkunst
"Operation Dominic": Über dem Kiritimati-Atoll im Pazifik zündeten die USA 1962 eine Kernwaffe. Mit einem sogenannten XR-Spezialfilm konnten die "Photographic Group"-Kameramänner die Explosion dokumentieren. Zehnmal heller als die...
...Sonne sei der Blitz einer atomaren Explosion, sagt einer der damals Anwesenden. "Wir konnten sehen, wie die Druckwelle durch das Tal auf uns zurollte", erinnert sich Kameramann George Yoshitake. Die Gewalt der Waffen hielten die Männer...
...in leuchtenden Orange-, Gelb- und Rottönen fest. Es entstanden...
...stark verfremdete Bilder "psychedelischer Qualität", urteilt der US-Dokumentarfilmer Peter Kuran, der die Geschichte der "atomaren Filmemacher" aufarbeitet. Die Technik des...
...sogenannten XR-Films entwickelten die Forscher der US-Firma EG&G, die im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums arbeitet. Zu den Gründern des Unternehmens zählte der Ingenieur Harold Edgerton, dessen Fotografien von zerplatzenden Milchtropfen später Weltruhm erlangten. Dank der EG&G-Erfindung konnten die Detonationen...
...trotz der extremen Helligkeitsschwankungen mit nur einer einzigen Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommen werden.
"Operation Redwing": 1956 zündeten die USA über dem Eniwetok-Atoll im Pazifik eine Atomwaffe. Das Bild wurde mit der Spezialkamera "Rapatronic" der Firma EG&G aufgenommen, mit der es gelang,...
...die ersten Mikrosekunden atomarer Explosionen auf Film zu bannen. Die modernsten Filmkameras waren damals in der Lage, 15 Millionen Bilder pro Sekunde aufzuzeichnen. Neu an der "Rapatronic"-Spezialkamera war...
...ein elektronisches "Lichtventil" aus polarisiertem Spezialglas, das mittels eines Spannungsimpulses lichtdurchlässig geschaltet werden konnte. Die Techniker...
...stellten bis zu 16 dieser Hightech-Kameras auf - ganz in die Nähe des Explosionsherdes. Die "Rapatronic", die dieses Bild der "Operation Redwing" 1956 machte, stand etwa drei Kilometer von der Detonation entfent. Es entstanden...
...diese Bilder der Explosion über dem Eniwetok-Atoll im Pazifik. Die Detonationen würden "oftmals wirklich wunderschön" aussehen, sagt der Kameramann Ken Hackman, der im Dienste des U.S.-Air-Force-Spezialkommandos die Atombombentests der USA auf Film festhielt.
Lebensgefährlicher Auftrag: Einer der rund 40 Kameraleute der 1352. "Photografic Group" der U.S. Air Force filmt auf der Nevada Test Site 1957 einen Atombombentest. Für die Aufnahmen mussten sich die Männer des geheimen Spezialkommandos den Explosionsherden bis auf wenige Kilometer nähern.
"Operation Greenhouse": Aus nächster Nähe beobachten VIP-Zuschauer 1951 mit Spezialbrillen die Detonation einer Atomwaffe über dem Eniwetok-Atoll im Pazifik.
Glühen am Himmel: Ein gewaltiger Feuerball schoss in die Luft und wölbte sich kurz darauf zu einem gigantischen Hut - die erste Atombombe der Geschichte detonierte am Morgen des 16. Juli 1945 in der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico. Der offizielle Bericht des Kriegsministeriums notierte euphorisch: "Die Helligkeit erleuchtete jeden Gipfel, jede Schlucht und jeden Kamm der nächsten Bergkette mit einer Klarheit und Schönheit, die unbeschreiblich ist."
Geheimprojekt Katastrophenkunst: Ein Kameramann filmt 1955 auf der Nevada Test Site die "Operation Teapot", die elfte Serie von amerikanischen Kernwaffentests. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Operation 14 Atomwaffentests durchgeführt.
Kunstwerk der Zerstörung: Die 1945 in der Wüste von New Mexico gezündete Atombombe übertraf die Erwartung ihrer Erfinder bei weitem. Die Trinity-Bombe besaß die Sprengkraft von 20.000 Tonnen des herkömmlichen Sprengstoffs TNT. Nach der Explosion wird erst alles "strahlend weiß, es gibt gar keine Farbe mehr", berichtet Kameramann Ken Hackman.
Bombenchronist: In Schutzanzug und mit Gesichtsmaske filmt ein Kameramann einen US-Atombombentest. Meist waren die Chronisten bei derlei Missionen im Zentrum der Zerstörung dem atomaren Feuer allerdings ungeschützt ausgesetzt. Viele trugen bei ihrer Arbeit nur Shorts und T-Shirt - und starben später an Krebs.