Frühe Busreisen Einer für alle und alle in einen
Ankunft am Schloss Solitude: Das Auto war noch zu teuer, Bahnen noch zu unbequem und Flugzeugreisen ein Luxus der Elite - wer sich diese Art des Urlaubs nicht leisten konnte, stieg daher in einen Omnibus und ließ sich damit ans Wunschziel kutschieren.
Von Dorf zu Dorf: Und wenn es nur zur Oma aufs Land gehen sollte - für viele Deutsche war der Bus seit den fünfziger Jahren das Gefährt der Wahl.
Mondän in der Flugzeughalle: 1960 leistete sich die Lufthansa diese Busse in den Werksfarben blau-gelb.
Schwarzwaldidylle: Bestimmte Strecken waren unter den Busreisenden besonders beliebt, so dass bald nicht nur Deutsche, sondern Touristen aus aller Welt die Gefährte bevölkerten. Sie ließen sich so beispielsweise auf der berühmten "Rhine-River-Route" von Amsterdam nach Luzern kutschieren - inklusive Weinprobe in Rüdesheim, Schwarzwaldromantik und Baden-Badener Schickeria.
Testfahrt: Ende der siebziger Jahre stiegen mit dem Verkehrsaufkommen auch die Sicherheitsanforderungen an Omnibusse. Entsprechend wurden Sicherheitssysteme aus dem Pkw-Bereich auch auf Busse übertragen - hier testet Mercedes-Benz 1981 sein Anti-Blockier-System (ABS) auf einer Teststrecke im finnischen Rovaniemi.
Oben ohne: Die Vorzüge dieses 1932 von Mercedes entwickelten Modells konnten die Fahrgäste nur bei schönem Wetter genießen.
Exportschlager: Die in Deutschland hergestellten Busse waren schnell in aller Welt beliebt. So füllten beispielsweise 1938/1939 zwei Großaufträge aus North Carolina die Auftragsbücher bei Mercedes.
Werbung für den Lo 3500: Nicht nur als einfachen Bus, sondern als "Allwetter-Aussichtswagen" verkaufte Mercedes-Benz dieses Modell.
Auf großer Fahrt: Zuckelten die Deutschen in der ersten Zeit am liebsten die Romantische Straße zwischen Würzburg und Füssen entlang, trauten sie sich bald schon größere Schritte und überquerten die Alpen in Richtung Italien oder Spanien.
DB-Bus bei Reit im Winkl: Die Überlandbusse wurden auch liebevoll als "Straßen-Hochsitz" bezeichnet. Interessanterweise betrieben sowohl die Bundesbahn als auch die Deutsche Post ein großes Streckennetz von Überlandbussen.
DB-Bus in Borken: Viele Menschen machten sich in den fünfziger und sechziger Jahren einen Sport daraus, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Sehenswürdigkeiten aus möglichst vielen Ländern anzusteuern - für möglichst wenig Geld versteht sich. Die westeuropäischen Metropolen mutierten zu Tagesetappen der reisehungrigen Bustouristen. Die bei den Touristen weniger beliebten deutschen Kleinstädte wurden selbstverständlich auch weiterhin angefahren.
Nebenwirkungen: Eine Fahrt im Reisebus war zwar nicht teuer, konnte aber auch schon mal unerwünschte Nebenwirkungen haben. So kam es beispielsweise vor, dass der Bus mit leerem Tank liegenblieb und die Passagiere mit Thermos- und Bierflaschen ausrückten, um bei umliegenden Bauern Treibstoff zu schnorren oder ihr Gefährt in die nächste Werkstatt schieben mussten.
Durch den Schnee: Nicht nur für den Sommerurlaub, auch für die zunehmend beliebter werdenden Winterreisen war der Reisebus das Gefährt der Wahl. Hier bringt ein Bahnbus im Februar 1951 gerade Skifahrer nach Altenau im Harz.
Heidelberger Sonderfahrt: Um noch mehr Passagiere transportieren zu können, verfügte dieser DB-Reisebus, hier vor dem Heidelberger Hauptbahnhof, sogar noch über einen Anhänger.
Durch den Harz: Ein Reisebus im Februar 1951 auf der bei Wintersportlern beliebten Linie Bad Sachsa - St. Andreasberg - Altenau - Goslar im Harz.
Verkehrsknotenpunkt: Auf dem Bahnhofsvorplatz des Hauptbahnhofs in Münster lief 1935 der Zubringerverkehr von Autobus und Straßenbahn zusammen.
Reichsautobahn Stuttgart - Ulm: Ein Schnellreiseomnibus der Deutschen Reichsbahn durchfährt um 1938 den Nasenfelstunnel.
Von Berlin nach München: Ein Gaubschat-Zug (hinter dem eigentlichen Bus befand sich noch ein weiteres Passagierabteil in einem Anhänger) der Deutschen Reichsbahn um 1938 auf der Reichsautobahn Berlin - München.
Doppeldecker: Ein neuer Omnibus im Stadtverkehr Berlin-Köpenick 1964.
Der Autobahnflitzer: Ein Schnellreiseomnibus der Deutschen Reichsbahn auf der Reichsautobahn bei Halle im April 1936.
Busparkplatz: Das Foto aus Bad Staffelstein (im Norden Bambergs) zeigt die Anfänge von Busreisen in den dreißiger/vierziger Jahren. Die Nonnen sind auf dem Weg zum Kloster Banz.
Busreise zum Kloster Banz: Das Foto aus Bad Staffelstein im Norden Bamberg am Kloster Banz zeigt sehr frühe Busreisen, circa dreißiger/vierziger Jahre.
Busausflug: Ein Reichspostbus der Firma Henschel mit zu öffnendem Verdeck, wie er ca. Ende der zwanziger Jahre gebaut wurde mit einer Ausflugsgesellschaft um 1930.
An der Kirche: Ein Omnibus hinter der St. Marienkirche in Lübeck im April 1959.
Bitte einsteigen!: Ein Klassenausflug in einem alten Doppelstockbus im September 1959 in Ostberlin.
Dresdener Stadtkern: Automobile - darunter ein Omnibus - parken auf dem Alttmarkt. Im Hintergrund ist auf dieser Aufnahme von 1934 die Kreuzkirche zu sehen.