Frühe PC IBM, Apple, Commodore
IBM 5150: Vergleichsweise billige Komponenten aus standardisierten Bauteilen machten das Konzept zum Erfolg - vor allem aber die Offenlegung seines Kontruktionskonzeptes als informeller Industrie-Standard. Diesen Rechner durfte jeder nachbauen.
Schon fünf Jahre später hatte der PC im Business-Leben eine so große Wichtigkeit erreicht, dass die Deutsche Messe der neuen Technik ein eigenes Spin-off der Hannover-Messe gönnte: Die seit 1950 veranstaltete Sonderschau "Bürotechnik" wurde 1986 durch die von Digitaltechnik geprägte Cebit abgelöst.
Im Jahrzehnt davor war das kaum zu ahnen. Die ersten Digitalapparate im Alltag waren reine Spielgeräte: 1972 erschien die Spielkonsole Magnavox Odyssey, die von Philips auch in Deutschland vertrieben wurde. Zum Trend machte solche "Telespiele" aber vor allem die Firma Atari,...
...deren Konsole 2600 (1977) mit magnetischen Datenträger-Kassetten befüttert wurde und so eine Vielzahl verschiedener Spiele zuließ. Lange vor der Tastatur landete so der Joystick in vielen Wohnzimmern - denn natürlich waren die Geräte auf den Fernseher als Monitor angewiesen.
Das allerdings hatten sie mit den Vorläufern der Personal Computer (PC) gemein. 1974 veröffentlichte Altair den Rechner 8800, 1975 Apple den Apple-I-Bausatz (im Bild). Die Großen der IT-Welt nahmen die darin steckende Bedrohung ihres Geschäftes nicht wahr,...
...bis Apple 1977 den Apple-II folgen ließ (links im Bild, rechts der 5150) - der schlagartig zu einem Verkaufserfolg wurde. Die Nase vorn...
...hatten aber zunächst Commodore, die mit dem PET 2001 (1977) das Grunddesign des Mainframe-unabhängigen PC als Arbeitsplatzrechner eingeführt hatten. Apple, Tandy (TRS-80) und Commodore lernten voneinander, gingen parallel den Business- und Privatmarkt an, den IBM noch gar nicht wahrgenommen hatte. Die Verkaufserfolge der Newcomer schockierten den Branchenprimus,...
...der an so etwas wie einen Privatverbrauchermarkt gar nicht glauben wollte: Commodore entwickelte aus dem PET 2001 den preiswerten Heimcomputer C64 (1982), der zu einem Welterfolg wurde. In zwölf Jahren wurden angeblich bis zu 30 Millionen Stück verkauft - ein Weltrekord, den voraussichtlich erst Apples iPad gegen Jahresende 2011 einstellen wird.
Apropos Apple: Auf IBMs Versuch, mit dem 5150 seine Pfründe in der Business-Welt zu verteidigen, reagierte die Konkurrenz mit kompakten, bezahlbaren Modellen, die sich deutlich an Privatanwender wandten. 1984 stellten Apple-Chef John Sculley und der damalige Aufsichtsratschef Steve Jobs den Macintosh vor,...
...bis heute Namensgeber der "Mac"-Baureihen. Das Gerät war klein, aber fein im Sinne des Wortes: Zum ersten Mal war Computertechnik auch chic geworden - der Weg zum Lifestyle-Accessoire begann sich abzuzeichnen. Computer hörten auf,...
...ein Nerd-Hobby zu sein: Auf der ersten Cebit 1986 posierte darum auch der noch vor seinem zweiten Wimbledon-Sieg stehende Boris Becker vor einem Monitor - PC galten nun (im Gegensatz zu Becker damals) zunehmend als cool.