Fünf Jahre Firefox Der Community-Browser
Kein Fuchs: Der "Kleine Panda" unter den Browsern ist ein Open-Source-Projekt. Das ist Teil der Erklärung seines Erfolges: Für viele symbolisierte er das Aufbegehren der Netz-Community gegen die Wirtschaftsmacht der Großkonzerne, die Gestalt und Nutzungsbedingungen des Webs zunehmend dominierten. Doch Firefox' Wurzeln reichen weit zurück...
...bis zu Marc Andreessen und Jim Clark, den Gründern von Netscape. Andreessen war der maßgebliche Programmierer des Mosaic-Browsers, den er ab 1994 zum kommerziellen Netscape-Projekt weiterentwickelte. Netscape wurde zum ersten großen E-Commerce-Erfolg, zum Auslöser des Dotcom-Booms - und weckte Microsoft, die den WWW-Boom bis dahin verschlafen hatten. Der Großkonzern setzte alles daran, Netscapes Vorherrschaft zu brechen. Mit Erfolg,...
...was Microsoft einen Kartellprozess einbrachte, der beinahe das Ende des Konzerns besiegelte. Anfang 1998 hatte Jim Barksdale, letzter unabhängiger Chef von Netscape, noch große Pläne. Im Herbst wurde sein Unternehmen an AOL verkauft - und verkümmerte dort: Weil AOL durch Verträge an Microsoft gebunden war, konnte der neue Besitzer selbst den eigenen Browser nicht nutzen. 2003 war Schluss, doch schon davor hatte Netscape seine Source Codes veröffentlicht,...
...und auf dieser Basis entstand zunächst der Mozilla-Browser. Ab 2002 jedoch begann eine kleine Gruppe um Blake Ross, den mächtig aufgeblasenen Browser auf seine Grundfeatures zusammenzudampfen: Als Phoenix, später Firefox, sollte der reduzierte, aber erstarkte und für Otto Normaluser optimierte Browser ab November 2004 an alte Netscape-Mozilla-Erfolge anknüpfen. Fünf Jahre später...
...ist Firefox aus der Internetlandschaft nicht mehr wegzudenken. Eine Milliarde Mal, meldete die Nonprofit-Firma Mozilla im Sommer, soll der Browser inzwischen heruntergeladen worden sein. Über 330 Millionen Menschen sollen ihn heute nutzen. Tendenz: weiter steigend.