Fukushima Erschwerte Leichensuche
Die japanische Polizei hat im näheren Umkreis des zerstörten AKW Fukushima mit der Suche nach Opfern der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März begonnen.
Rund 300 Männer sind an der Aktion beteiligt. Es ist das erste Mal, dass sie bei der Suche in ein Gebiet im Umkreis von zehn Kilometern um das AKW vordringen.
In Minami Soma steht das Leben seit der Naturkatastrophe vom 11. März still. Der Ort liegt innerhalb des Sperrgebiets um das AKW Fukushima. Auch hier suchen Polizisten nach Leichen.
Weil Krematorien der Brennstoff ausging, mussten viele Tote in Massengräbern beerdigt werden. Rund 300.000 Menschen leben noch in Notunterkünften, in denen es oft am Nötigsten fehlt.
Demonstranten vor der Tepco-Zentrale in Tokio: Rund 20 AKW-Anwohner haben am Mittwoch ihrem Zorn Luft gemacht. Sie protestierten und forderten nachdringlich einen Ausgleich für ihren Verdienstausfall. "Ich kann nicht arbeiten, und das bedeutet, ich habe kein Geld", sagte der Automechaniker Shigeaki Konno. Er lebte elf Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi entfernt.
Küste bei Namie, sechs Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt: Experten glauben, dass die Evakuierungszone rund um die Atomruine Fukushima I in den nächsten Jahren nicht bewohnbar sein wird.
Atomruine Fukushima I: Zehntausende Menschen mussten wegen der Strahlung um das AKW ihre Heimat verlassen.
Tonnen an Trümmern der Reaktorgebäude wurden durch die Wasserstoffexplosionen in die Luft katapultiert und landeten auf dem Gelände verteilt wieder auf dem Boden - kontaminiert mit radioaktiven Partikeln.
Am Mittwoch haben die Tepco-Arbeiter damit begonnen, die radioaktiven Trümmer vom Kraftwerksgelände zu entfernen.
Die Atomruine Fukushima I ist eine einzige Baustelle, die To-do-Liste der Tepco-Männer lang. Ein Ziel haben die Arbeiter, es ist schnell formuliert: Es muss ihnen gelingen, den Austritt von radioaktiven Substanzen ein für allemal zu stoppen.
Durch den Tsunami vom 11. März wurden in der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans große Fischereischiffe an Land gespült. Bis zum heutigen Tag konnten sie nicht geborgen werden.
Die Stadt Minamisanriku, ebenfalls in der Präfektur Miyagi, gilt als einer der am schwersten getroffenen Orte des Landes. Von vielen Gebäuden blieben nur die Fundamente stehen, das Haus im Vordergrund wurde von den Wassermassen des Tsunamis aus den Verankerungen gehoben und mitgeschwemmt.
Noch immer bergen die Rettungskräfte Leichen aus den Trümmern der völlig zerstörten Gebäude.
In Minamisanriku holt eine Frau Wasser aus einem Brunnen. Große Teile der Bevölkerung in den am schwersten betroffenen Gebieten haben ihre Häuser, teils ihr ganzes Hab und Gut, verloren.
Betroffene werden in Kamaishi, Präfektur Iwate, in Notunterkünften untergebracht. Um den Menschen ein Mindestmaß an Privatssphäre zu bieten, ist diese Turnhalle in "Räume" unterteilt. Zeltbahnen trennen diese voneinander.
Gigantisches Fundbüro: Ein Mann sucht in einer Notunterkunft nach persönlichen Gegenständen, die aus den Trümmern geborgen wurden.
Japans Außenminister Takeaki Matsumoto (am 9. April): "Es ist wahr, dass unsere Benachrichtigung erst versendet wurde, nachdem der Wasserabfluss begonnen hat."