Fukushima Wütende Nachbarn
Japans Außenminister Takeaki Matsumoto (am 9. April): "Es ist wahr, dass unsere Benachrichtigung erst versendet wurde, nachdem der Wasserabfluss begonnen hat."
Küste bei Namie, sechs Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt: Experten glauben, dass die Evakuierungszone rund um die Atom-Ruine Fukushima I in den nächsten Jahren nicht bewohnbar sein wird.
Rauch aus Reaktor 3 (Aufnahme vom 21. März): Auch die Anwohner des Betreibers sind zornig. Am Firmensitz der Betreibergesellschaft Tepco in Tokio protestierten sie und forderten rasche Entschädigungen für ihre Verdienstausfälle durch die Evakuierungen.
Reaktoren 3 (links) und 4 (rechts, Aufnahme vom 24. März): Am 12. April hat Japan das Unglück in der höchsten Gefahrenstufe 7 und damit so schwerwiegend wie den Super-GAU in Tschernobyl vor 25 Jahren eingeordnet.
In der japanischen Unglücksprovinz Fukushima sind stark verstrahlte Shiitake-Pilze gefunden worden: Die Regierung untersagte daher Pilzbauern aus mehreren Städten, ihre Produkte auszuliefern. Pilze, die in Gewächshäusern gezüchtet werden, seien jedoch sicher und daher von dem Verbot ausgenommen, sagte Regierungssprecher Yukio Edano der Nachrichtenagentur Kyodo.
In der Unglücksregion gehen die Aufräumarbeiten weiter. Der Flughafen Sendai nahm am Mittwoch wieder teilweise seinen Betrieb auf. Er war vor gut einem Monat von dem gewaltigen Tsunami überschwemmt worden. Die Wiedereröffnung des Flughafens macht es für Helfer aus dem Großraum Tokio und dem Westen des Landes einfacher, in die Katastrophengebiete zu gelangen.
Eine Maschine der Japan Airlines landete um 8 Uhr morgens Ortszeit auf dem Flughafen.
Hideo Takahashi baut seit 30 Jahren in dem japanischen Dorf Iitate Brokkoli an. Seit mehreren Generationen bestellt seine Familie hier im Nordosten das Land. Doch nun ist alles anders: Iitate liegt 40 Kilometer vom zerstörten Atomkraftwerk Fukushima entfernt. Dieses Jahr wird Takahashi keinen Brokkoli ernten. Er und einige seiner Kollegen haben sich dagegen entschieden, denn im Boden ihres Dorfs wurden hohe Werte radioaktiven Cäsiums entdeckt.
Gemüse und Obst aus der betroffenen Region sind laut Greenpeace hoffnungslos verstrahlt. Doch solche Bedenken versucht die japanische Regierung zu zerstreuen. So wird in Tokio mit dem PR-Event "Auf geht's, Iwaki!" für das Gemüse aus der vom AKW-Störfall betroffenen Region geworben. Regierungssprecher Yukio Edano trat dabei gemeinsam mit der beliebten Comedian Shizu-chan auf - und biss beherzt in eine Erdbeere aus Iwaki.
Nahe des Kraftwerks Fukushima haben die Rettungskräfte in einem ehemaligen Sportkomplex ein behelfsmäßiges Lager aufgeschlagen. Auch Einheiten des Militärs kommen rund um den schwer beschädigten Reaktor zum Einsatz.
Eine gewaltige Betonpumpe wurde per Flugzeug von Deutschland nach Japan transportiert. Auch dieses Spezialgerät soll helfen, die Reaktorkatastrophe in Fukushima einzudämmen. Hier wird die Pumpe nahe Tokio aus einer Frachtmaschine geladen.
In der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans wurden große Fischereischiffe an Land gespült und konnten bis zum heutigen Tag nicht geborgen werden.
Die Stadt Minamisanriku, ebenfalls in der Präfektur Miyagi, gilt als einer der am schwersten getroffenen Orte des Landes. Von vielen Gebäuden blieben nur die Fundamente stehen, das Haus im Vordergrund wurde von den Wassermassen des Tsunamis aus den Verankerungen gehoben und mitgeschwemmt.
Noch immer bergen die Rettungskräfte Leichen aus den Trümmern der völlig zerstörten Gebäude.
In Minamisanriku holt eine Frau Wasser aus einem Brunnen. Große Teile der Bevölkerung in den am schwersten betroffenen Gebieten haben ihre Häuser, teils ihr ganzes Hab und Gut, verloren.
Betroffene werden in Kamaishi, Präfektur Iwate, in Notunterkünften untergebracht. Um den Menschen ein Mindestmaß an Privatssphäre zu bieten, ist diese Turnhalle in "Räume" unterteilt. Zeltbahnen trennen diese voneinander.
Gigantisches Fundbüro: Ein Mann sucht in einer Notunterkunft nach persönlichen Gegenständen, die aus den Trümmern geborgen wurden.