Fotostrecke "Die Terrorgefahr bleibt bestehen"
Laurent Bernagou, 40, Geschäftsführer eines Cafés im Jardin des Tuileries
"Gerade sind mehr Fans in der Stadt als bei der Weltmeisterschaft 1998. Das liegt bestimmt auch daran, dass diesmal Länder mitspielen, die noch nie bei einer EM mitgemacht haben. Für mein Café ist das gut, wir verkaufen mehr Bier als damals. Aber die Stimmung ist heute anders: Frankreich geht es wirtschaftlich nicht gut, die Attentate haben uns schwer getroffen. Die EM ändert daran nichts."
Anne Sassi, 39
"Für den Tourismus zumindest war die EM ein Erfolg: Nach den Anschlägen brachen die Besucherzahlen ein, jetzt kommen wieder mehr Menschen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass nur noch Fans hier in Paris sind, keine Einheimischen mehr."
Christian Yao, 20
"Ich finde, die EM war ein Erfolg bisher - für die Mannschaften, aber auch für die Fans. Ich mag Fußball, deshalb ist es für mich immer ein Erfolg, wenn ein großes Turnier stattfindet."
Ilona Simon, 44
"Die EM ist eine sehr schöne Sportveranstaltung; dass überall in Frankreich Spiele stattfinden, wertet unser Land auf. Ich finde, bisher läuft die Organisation gut, die Fans sind zufrieden. Trotzdem müssen wir wachsam bleiben, schließlich ist die EM noch nicht zu Ende. Die Terrorgefahr bleibt bestehen, Ausschreitungen sind nach wie vor möglich."
Gaspard Delanoë, 48
"Was die Sicherheit anbelangt, klappt es bisher ganz gut - ungeachtet dessen, dass manche Fans randalieren, das ist schade. Die Stadien sind voll, das ist ein toller Erfolg. Trotz der Streiks hatten die Fans keine größeren Probleme, hierherzukommen. Frankreich ist immer noch in der Lage, ein so großes internationales Event zu organisieren, darauf können wir stolz sein."
Aurelie
Guillon, 30
"Seit den Anschlägen ist die Stimmung ein bisschen gedrückt, der ständige Regen macht es nicht besser. Es ist gut, dass jetzt ein großes Event stattfindet. Das gibt uns die Möglichkeit, auszugehen und zu feiern."
Laurent
Giacottino, 48
"Wir befinden uns im Ausnahmezustand. Unsere Ordnungskräfte sind gerade eigentlich eingesetzt, um die Menschen vor Terroranschlägen zu schützen und nicht vor Hooligans. Das macht die Sache kompliziert. Trotzdem: Wir Franzosen mögen große Sportevents; wenn sie bei uns stattfinden, sind wir zufrieden."
Mireille Guillou, 64
"Im Moment läuft die EM ganz gut, die Organisation funktioniert. Bisher gab es keine größeren Sicherheitsprobleme, an den Fanmeilen zum Beispiel klappt alles. Dass manchmal Fans randalieren, ist natürlich traurig. Aber ich glaube nicht, dass das die Schuld der Polizei ist. Man kann nicht alles vorhersehen."
David Heliton, 27
"Die EM ist gut für das Land, aber die ersten Wochen sind nicht so verlaufen wie geplant. Ich glaube, wir haben ein Sicherheitsproblem: Die Polizei ist nicht gewohnt, mit so vielen Fußballfans konfrontiert zu werden. Dabei waren die Krawalle der Hooligans doch vorhersehbar, man kennt die russischen und englischen Fans. Die Polizei hat das unterschätzt."
Marion Yi, 28
"Außer in Marseille ist die EM bislang überall gut verlaufen. Trotzdem glaube ich, dass sie nur ein gedämpfter Erfolg ist, immerhin gab es diese Ausschreitungen. Die Polizei hat getan was sie konnte. Es ist immer ein Problem, wenn Menschen mit der Absicht kommen, sich zu prügeln."
Benoît Therese, 24
"Ich bin generell kein Fan dieser großen Sportveranstaltungen. Ich finde, da wird zu viel Geld ausgegeben, das man an anderer Stelle besser einsetzen könnte, zum Beispiel in der Flüchtlingskrise. Mit den Ausschreitungen der Hooligans fühlt sich diese EM für mich eher wie eine Niederlage an."