Mexiko Rauschgift, Spielkasinos, Fußballstars
Rafael Márquez war eigentlich der Kapitän der mexikanischen Nationalmannschaft, doch im Moment pausiert er: Der 38-Jährige versucht stattdessen, sich von den Vorwürfen zu befreien, er habe Geld für einen Drogenboss gewaschen.
Nach Ansicht der US-Fahnder hat Márquez für den im Juli festgenommenen Rauschgifthändler Raúl Flores Hernández in großem Stil Geld gewaschen.
Das Finanzministerium in Washington fror Márquez' Konten in den Vereinigten Staaten ein, beschlagnahmte seine Güter und annullierte sein Visum.
Marquez spielte für die AS Monaco (1999 bis 2003), den FC Barcelona (2003 bis 2010, Bild) und Hellas Verona (2014 bis 2016). Er ist einer der wenigen mexikanischen Profis, die im Ausland langfristig erfolgreich waren.
Eine Bar des Rauschgifthändlers Hernández: Marquez soll den Verbrecher laut US-Fahnder bereits seit 23 Jahren kennen.
Es ist in Mexiko ein offenes Geheimnis, dass die organisierte Kriminalität längst alle gesellschaftlichen Bereiche durchdrungen hat. Die mexikanische Klubstruktur leistet dubiosen Geschäften dabei Vorschub. Sie gleicht eher dem US-Sport als dem europäischen Modell. Ein Großteil der 18 mexikanischen Erstligateams sind keine Vereine, sondern Aktiva von Großunternehmen oder Spielzeuge von Superreichen.
Diese Übersicht zeigt die Personen, die mit Hernández in Verbindung stehen sollen. Auch Marquez wird hier aufgeführt (unten rechts).
Jorge Hank Rhon bei einer Pressekonferenz: Nicht alle finden sein Engagement anrüchig.
Guillermo Cantú, Generalsekretär des Fußballverbandes Femexfut, sagt: "Der Eigentümer hat den Klub unter Anstrengungen hochgebracht. Und Geld von Spielcasinos steckt bestimmt auch in vielen anderen Vereinen auf der Welt."