Fußballer-Ikone: Beckenbauer, Lichtgestalt - DER SPIEGEL
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Fußballer-Ikone Beckenbauer, Lichtgestalt

Er hat die WM als Spieler und als Coach gewonnen, ist erfolgreicher Werbeträger und bei den deutschen Fußballfans beliebt.
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Wembley: Ungläubig starrt Beckenbauer (4.v.r.) während des WM-Endspiels Deutschland gegen England 1966 auf das deutsche Tor. Der Brite Geoff Hurst hatte kurze Zeit vorher das legendäre Wembley-Tor erzielt. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied nach Rücksprache mit dem russischen Linienrichters Tofik Bachramow auf einen Treffer für England. Deutschland unterlag am Ende 2:4 und wurde Vizeweltmeister. Nur ein Jahr zuvor hatte Beckenbauer in der DFB-Elf sein Debüt gefeiert, bis 1970 spielte er im Mittelfeld.

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Weltmeister: Franz Beckenbauer (Mitte) streckt den WM-Pokal in die Höhe. Genau 4,97 Kilogramm Gold und Edelsteine hielt der Kapitän und Libero der DFB-Elf 1974 bei der Siegerehrung im Münchener Olympiastadion vor 77.833 Zuschauern in seinen Händen. Mit einem 2:1-Sieg über die Niederlande war Deutschland Weltmeister geworden. Zum zweiten Mal nach 1954 ging der Titel damit nach Deutschland. Johan Neeskens hatte die Holländer per Elfmeter in Führung gebracht, Paul Breitner und Gerd Müller drehten die Partie schließlich noch.

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Lichtgestalt: Schon in der Vergangenheit zog Beckenbauer die Fotografen magisch an. Hier posiert der "Kaiser" 1974 im Dress der Nationalelf. In seiner Laufbahn trug Beckenbauer 103 Mal das DFB-Trikot und erzielte dabei 14 Treffer. Sein größter Erfolg als Spieler ist neben dem Gewinn der WM 1974 der Erfolg bei der Europameisterschaft 1972. Vor 43.100 Zuschauern am 18. Juni in Brüssel schlug Deutschland die Sowjetunion 3:0; zwei Tore steuerte Gerd Müller bei, eines Herbert Wimmer.

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Stars: Der Holländer Johan Cruyff (l.) und Franz Beckenbauer waren die herausragenden Akteure bei der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland. Cruyff ging mit der Rückennummer 14 in die Geschichte ein, Beckenbauer trug die 5. Der holländische "Fußball total", jenes revolutionäre Konzept von Trainer Rinus Michels, das die klassischen Rollen von Defensiv- und Offensivspielern aufbrach, war bis zum Finale erfolgreich. Im Endspiel unterlagen die Holländer Deutschland mit 1:2.

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Dominanz: Bayern-Torwart Sepp Maier (l.) streckt den Pokal der Landesmeister nach dem 4:0 über Atletico Madrid am 17. Mai 1974 empor, Beckenbauer freut sich mit ihm. Auch in den nächsten beiden Jahren ging der Cup nach München. Zwölf Jahre lang spielte Beckenbauer für den FC Bayern in der Bundesliga (424 Spiele, 44 Tore). Als Libero führte er das Team zu je vier deutschen Meisterschaften (1969, 1972 bis 1974) und Pokalsiegen (1966, 1967, 1969, 1971). Zudem gewannen die Münchner den Europapokal der Pokalsieger (1967) und den Weltpokal (1976).

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Niederlage: Bei der Europameisterschaft in Jugoslawien 1976 wird Libero Beckenbauer im Finale vom tschechoslowakischen Mittelfeldspieler Karol Dobias attackiert. Nach einer torlosen Verlängerung wurde an diesem Abend zum ersten Mal ein EM-Endspiel im Elfmeterschießen entschieden. Tragischer Held war Uli Hoeneß, der den entscheidenden Elfmeter übers Tor in den Belgrader Nachthimmel drosch.

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Comeback: Am 13. November 1980 streifte Beckenbauer das DFB-Dress noch einmal über. Bei Jürgen Grabowskis Abschiedsspiel im Frankfurter Waldstadion trat Beckenbauer mit der WM-Elf von 1974 gegen die Frankfurter Eintracht an. Frankfurt gewann das Spiel 6:4.

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Frau Mama und der Trainer: Franz Beckenbauer (r.) im Jahre 1982 an der Seite seiner Mutter Antonie und des ehemaligen Bundestrainers Helmut Schön vor der Münchner Frauenkirche. Die Mutter interessierte sich sehr für Fußball, so nahm sie am 6. Juli 1954 ihre Söhne Walter und dem damals neunjährigen Franz zur Ankunft der Weltmeisterelf am Münchener Hauptbahnhof mit und feierte dort die "Helden von Bern". Mit Trainer Schön und Libero Beckenbauer wurde Deutschland 1972 EM-Sieger und 1974 Weltmeister.

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US-Trip: Im Jahre 1977 wechselte Beckenbauer in die USA zu Cosmos New York. Der damals 32-Jährige verbrachte vier Jahre an der Ostküste und gewann dreimal die US-Meisterschaft. Der Wechsel über den Atlantik beendete seine Laufbahn in der Nationalelf, da er vom DFB als Legionär nicht mehr für Länderspiele berücksichtigt wurde. Mit 35 Jahren gab er 1982 beim HSV für eine Saison sein Comeback in der Bundesliga und gewann dort seine fünfte deutsche Meisterschaft, bevor er 1983 nach einem erneuten Gastspiel bei Cosmos seine Karriere beendete.

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Prost: Zwei Legenden stoßen an. Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Franz Beckenbauer verbindet die Liebe zum Fußball schon seit Jahrzehnten. Bei der WM 1986 in Mexiko stürmte Rummenigge in der Nationalelf unter Teamchef Beckenbauer und erzielte im Finale gegen Argentinien im Azteken-Stadion einen Treffer. Dennoch mussten sich Beckenbauer und seine Spieler Maradona und Co. 2:3 geschlagen geben. Inzwischen sind Rummenigge und der Kaiser in der Bayern-Chefetage gelandet. Beckenbauer ist Präsident des Vereins, Rummenigge Vorstandsvorsitzender der AG.

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Triumph: Die Spieler der deutschen Nationalelf feiern gemeinsam mit Teamchef Franz Beckenbauer und Assistent Holger Osieck den Weltmeistertitel. Deutschland hatte Argentinien im Finale von Rom mit 1:0 bezwungen. Andreas Brehme verwandelte einen Foulelfmeter sicher. Die DFB-Elf war zum dritten Mal nach 1954 und 1974 Weltmeister.

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Mit seiner Frau Brigitte war Beckenbauer von 1966 bis 1990 verheiratet. Aus dieser Beziehung stammen die Söhne Stefan und Michael. Zudem hat Beckenbauer noch den nicht ehelichen Sohn Thomas. Im Juli des Jahres 2002 gab Beckenbauer die Trennung von seiner zweiten Ehefrau Sybille (Foto) bekannt. Mit der ehemaligen DFB-Sekretärin war er seit 1990 verheiratet. Am 18. November 2004 wurden die beiden offiziell geschieden. Zeitweilig lebte Beckenbauer auch mit der Fotografin Diane Sandmann zusammen.

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Liebe: Beckenbauer und Heidi Burmester, die ehemalige Sekretärin des FC Bayern, haben zwei Kinder, Joel Maximilian und Francesca Antonie. Sie leben in der Nähe des österreichischen Kitzbühel.

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Ikone: Er ist einer der beliebtesten Werbeträger für deutsche Unternehmen. Hier hebt Beckenbauer für eine Bierbrauerei das Glas. Auch für Automobil-Konzerne, Mobilfunkunternehmen, eine Bank und eine Stromfirma warb er schon. Besonders sein Spruch "Jo, ist denn heut' scho' Weihnacht'n?" wurde deutschlandweit bekannt. Bereits als junger Spieler warb Beckenbauer mit dem Slogan "Das schmeckt!" für einen Suppenhersteller.

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Auch als Coach war Beckenbauer erfolgreich: Unvergessen ist sein Triumph mit der deutschen Nationalelf bei der WM 1990. Damit vollbrachte er ein seltenes Kunststück: Beckenbauer war nach dem Brasilianer Mario Zagallo der Zweite, der sowohl als Spieler wie auch als Trainer Fußball-Weltmeister wurde. Am 12. September 1984 hatte er das Amt von Jupp Derwall übernommen. Beim ersten großen Turnier, der WM 1986, belegte Beckenbauers Team den zweiten Platz. Auch bei Olympique Marseille und Bayern München saß er auf der Trainerbank.

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